Mama-BlogVom grausamen Mobbing unter Müttern

Mama-Bloggerin Timea aus München schreibt für Wunderweib.de über ihr neues Leben als Mama einer 1-jährigen Tochter. Jede Woche lernt sie etwas Neues, sie wundert sich, lacht und weint.

Mama-Bloggerin Timea versteht nicht, warum Mütter sich gegenseitig immer so fertig machen müssen.
Mama-Bloggerin Timea versteht nicht, warum Mütter sich gegenseitig immer so fertig machen müssen.
Foto: Timea Sternkopf
Inhalt
  1. Mütter, was ist los mit euch??
  2. Gemeinsam leidet es sich doch angenehmer!?
  3. Frauen werden zu sich gegenseitig lynchenden Monstern
  4. Wie wäre es mit mehr Solidarität unter Müttern?

Diese Woche schreibt sie über die mangelnde Toleranz unter Frauen und insbesondere unter Müttern.

 

Mütter, was ist los mit euch??

"Wer ist diese IRRE??" oder "Man sollte ihr das schreiben verbieten", "Wie doof is die denn?" gefolgt von einem kotzenden Smiley.

Das ist ein Auszg aus den “sachlichen” Kommentaren zu meinen bisherigen Blogtexten für Wunderweib.de.

Ziemlich gemein.

Aber im Vergleich mit dem, was ich manchmal unter Texten von anderen Autorinnen lese, ist das noch erträglich.

Was ist nur los mit uns Frauen? Insbesondere mit Mamas? Abgesehen von politischen Texten, möchte ich behaupten, dass die fiesesten Beleidigungen unter Mütterthemen zu finden sind - fast ausschließlich von Frauen.

Bringt eine Frau freiwillig mit einem Kaiserschnitt ihr Kind zur Welt, wird sie dafür fertig gemacht und als unfähige Mutter beschimpft. Das habe ich so oft genug in den sozialen Medien erlebt. Wenn eine Frau ihr Kind in der Krippe abgibt, wird sie als Rabenmutter verschrien. Wenn eine Frau ihr Kind nicht in die Krippe schickt, wird sie als kontrollierende Helikoptermutter bezeichnet.

 

Und das Thema Stillen. Hilfe. Da kommen wahre Abgründe ans Tageslicht. Will eine Mutter ihr Kind nicht stillen und gibt Fläschchen, ist sie Abschaum. Doch wehe, eine Mutter wagt es ihr Kind länger, als der Durchschnitt zu stillen. Welch Graus! Stillen ist ähnlich polarisierend wie die momentane Flüchtlingspolitik. Dabei geht es doch einfach nur um Milch, Liebe und Babys.

 

Gemeinsam leidet es sich doch angenehmer!?

Wenn eine Frau offen ihre Fehler zugibt, dann wird sie genau wegen diesen verbal attackiert. Davon kann ich ein Lied singen. Im vergangenen Jahr habe ich einige Texte geschrieben und dabei meine Fehler offen dargelegt, über Schwierigkeiten in der Kindererziehung schriftlich nachgedacht und Anekdoten erzählt, oft mit einer Prise Humor gewürzt.

Ich mache das, weil ich denke, dass es viele Frauen, beziehungsweise Mütter da draußen gibt, denen es ähnlich ergeht. Gemeinsam leidet man doch angenehmer, gemeinsam schämt man sich ein bisschen weniger für begangene Fehler und gemeinsam lacht man doch herzlicher.

Ich freue mich immer über Feedback und lese auch gerne kritische Meinungen zu meinem Leben. Aber Beschimpfungen gehen wirklich zu weit. Ich zwinge keinen meine Texte zu lesen und ich zwinge keinem meine Meinung auf. Wie denn auch?!

 

Frauen werden zu sich gegenseitig lynchenden Monstern

Wieso sind Frauen untereinander so hart zueinander? Friede, Freude, Eierkuchen wird es wohl nie geben, schon klar. Aber müssen wir immer so aufeinander losgehen? Bei dem Thema Kinder und Geburt werden Frauen regelrecht zu Monstern, die sich gegenseitig lynchen.

Ich verstehe nicht, wieso Frauen im Alleingang, ohne Arzt, zuhause ihr Kind auf die Welt bringen wollen. Allerdings würde ich auch niemals jemanden dafür verurteilen oder gar beschimpfen.

Ich verstehe nicht, wieso Frauen ihren Beruf komplett aufgeben, um nur noch Mutter zu sein. Doch wenn jemand so leben möchte, soll er doch.

 

Wie wäre es mit mehr Solidarität unter Müttern?

Wir Mütter machen das doch alle ganz Klasse, auch wenn wir unterschiedliche Ansätze beim Schlafenlegen, bei der Essenszubereitung oder bei der Geburt haben.

Lasst uns doch einfach mal gegenseitig auf die Schulter klopfen dafür, dass wir es versuchen, tolle kleine Menschen groß zu ziehen. Und lasst uns auch einfach mal versagen. 

Nächster Mama-Blog:

Darf ich mich als Mutter immer nur um mein Kind kümmern?

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