BrustkrebsVorsorge Brustkrebs: Brust richtig abtasten!

Inhalt
  1. Brustkrebs? Nicht mit uns!
  2. Wie hoch ist das Risiko?
  3. Früherkennung rettet Leben
  4. Brust abtasten: So geht's
  5. Vorsicht bei Alkohol, Zigaretten und fettreicher Ernährung
  6. Unser Fazit zum Selbst-Abtasten der Brust
 

Brustkrebs? Nicht mit uns!

Einen vollkommen sicheren Weg, um sich vor Brustkrebs zu schützen, gibt es leider nicht. Dennoch können wir etwas tun, um das Risiko so gering wie möglich zu halten und uns über Früherkennungsmaßnahmen abzusichern. Die eigene Brust regelmäßig abzutasten ist eine Möglichkeit, vorzusorgen und dem Brustkrebsrisiko zu begegnen.

 

Wie hoch ist das Risiko?

Laut der Deutschen Krebsgesellschaft erkrankt derzeit eine von acht Frauen im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Jedes Jahr wird die Krankheit bei rund 70 000 Frauen diagnostiziert, über 17 000 Frauen sterben daran. Im Durchschnitt sind die Betroffenen zum Zeitpunkt der Diagnose 65 Jahre alt, 25 Prozent sind jünger als 55, 10 Prozent jünger als 45. Grundsätzlich kann es jede Frau treffen: Deshalb sollten wir regelmäßig (einmal jährlich) zur Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen gehen und zusätzlich einmal im Monat unsere Brust selbst abtasten.

Hier findest du alles über Vorsorgeuntersuchungen: Welche Untersuchungen sind wichtig und was zahlen die gesetzlichen Krankenkassen?

 

Früherkennung rettet Leben

Brustkrebs ist meistens gut behandelbar - wenn er rechtzeitig entdeckt wird. Je kleiner der Tumor, desto glimpflicher die Operation und desto größer die Chance, wieder gesund zu werden. Von Heilung mögen viele Ärzte nicht sprechen: Für sie ist Brustkrebs eine chronische Erkrankung, weil es nicht selten zu Rückfällen kommt, manchmal noch 20 Jahre nach dem ersten Auftreten. Zwei Zahlen aus der Statistik: Ist der Tumor kleiner als zwei Zentimeter, liegt die Überlebenschance nach fünf Jahren bei 85 bis 90 Prozent. Hat der Krebs dagegen bereits andere Organe befallen, sinkt die Quote auf zehn Prozent. Deshalb ist es so immens wichtig, dass Frauen alle Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen und ihre Brust regelmäßig selbst abtasten und auf Veränderungen untersuchen.

Ab dem 50. Lebensjahr werden Frauen in Deutschland zudem alle zwei Jahre offiziell angeschrieben und zur Mammografie gebeten. Bei dieser Untersuchung wird die Brust zwischen zwei Glasplatten im Längsschnitt geröntgt, so werden auch kleinste Veränderungen sichtbar. Die Strahlenbelastung ist relativ gering, die Trefferquote hoch: 20 Prozent der Tumoren, die seit Einführung des Früherkennungsprogramms 2008 entdeckt wurden, waren Krebsvorstufen, 30 Prozent waren kleiner als zehn Millimeter, bei zwei Dritteln der entdeckten Tumoren waren die Lymphknoten noch nicht befallen. Die Mammografie ist freiwillig und kostenlos, bislang nimmt allerdings nur etwa jede zweite berechtigte Frau das Angebot wahr.

Hier beantworten wir die 25 wichtigsten Fragen zum Mammographie Screening

 

Brust abtasten: So geht's

1. Vergleich deine Brüste. Stell dich dafür frontal vor einen Spiegel und lass die Arme hängen: Hat sich die Größe oder Form in letzter Zeit verändert? Hängt eine Brust tiefer als die andere? Siehst du Rötungen oder Dellen? Wirkt die Brustwarze verformt oder tritt Flüssigkeit aus?

Krebsvorsorge rettet Leben: Deswegen sollte jede Frau zusätzlich zur jährlichen Untersuchung einmal im Monat selbst ihre Brust abtasten.
Foto: iStock

2. Beobachte die Brust nun in der Bewegung. Beweg dafür langsam die Arme auf und ab. Achte darauf, ob sich die Brüste gleichmäßig mit nach oben und unten bewegen und ob sich die Brustwarzen auf einer Höhe befinden. Treten beim Heben oder Senken der Arme Formveränderungen wie eine Vorwölbung, Falte oder Einziehung auf?

Krebsvorsorge rettet Leben: Deswegen sollte jede Frau zusätzlich zur jährlichen Untersuchung einmal im Monat selbst ihre Brust abtasten.
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Was das Aussehen deiner Brüste über deine Gesundheit verrät, kannst du hier nachlesen

 

3. Nun geht es ans Abtasten: Geh hierbei immer systematisch und nach dem gleichen Muster vor. Taste deine Brüste einmal im Stehen und einmal im Liegen ab. Leg die Hand der Körperseite hinter den Kopf, auf der du die Brust abtasten möchtest. Zum Abtasten benutzt du die andere Hand.

Krebsvorsorge rettet Leben: Deswegen sollte jede Frau zusätzlich zur jährlichen Untersuchung einmal im Monat selbst ihre Brust abtasten.
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4. Leg die Fingerkuppen der mittleren drei Finger flach auf die Haut und taste mit unterschiedlichem Druck, um die verschiedenen Schichten des Brustgewebes zu spüren. Mach beim Tasten eine kreisende Bewegung mit den Fingerkuppen (etwa in der Größe einer Münze) und erhöhe den Druck mit jedem Kreis.

Krebsvorsorge rettet Leben: Deswegen sollte jede Frau zusätzlich zur jährlichen Untersuchung einmal im Monat selbst ihre Brust abtasten.
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5. Arbeite dich von der Brustwarze ausgehend nach außen vor. Wenn du dir deine Brust als Uhr vorstellst, kannst du jeweils einen Quadranten untersuchen. Den zwischen zwölf und drei Uhr, zwischen drei und sechs Uhr und so weiter. So behält man leicht den Überblick.

Krebsvorsorge rettet Leben: Deswegen sollte jede Frau zusätzlich zur jährlichen Untersuchung einmal im Monat selbst ihre Brust abtasten.
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6. Schenk dem Ausläufer Richtung Achselhöhle besonders viel Beachtung, denn in diesem Bereich treten statistisch gesehen die meisten Mammakarzinome auf.

Krebsvorsorge rettet Leben: Deswegen sollte jede Frau zusätzlich zur jährlichen Untersuchung einmal im Monat selbst ihre Brust abtasten.
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7. Vergiss die Untersuchung im Liegen nicht! Wiederhole die beschriebenen Schritte und konzentriere dich besonders auf den unteren Bereich der Brust. Diesen kann man im Liegen am besten abtasten, weil die Brust an dieser Stelle im Liegen merklich flacher ist, als im Stehen.

Hier erfährst du mehr dazu, warum du deine Brust auch im Liegen abtasten solltest

 

8. Taste auch den Bereich unter dem Schlüsselbein und deine Achselhöhlen gründlich ab.

Krebsvorsorge rettet Leben: Deswegen sollte jede Frau zusätzlich zur jährlichen Untersuchung einmal im Monat selbst ihre Brust abtasten.
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9. Drücke mit dem Daumen und dem Zeigefinger jede Brustwarze einmal leicht zusammen. Tritt Flüssigkeit aus?

Krebsvorsorge rettet Leben: Deswegen sollte jede Frau zusätzlich zur jährlichen Untersuchung einmal im Monat selbst ihre Brust abtasten.
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Entdeckst du bei einem Schritt dieser Untersuchungen etwas Auffälliges oder Veränderungen wie einen Knoten oder Verhärtungen: keine Panik! Die meisten Veränderungen, die beim Abtasten der Brust entdeckt werden, sind gutartig. Zur Vorsicht solltest du dennoch sofort einen Termin bei deinem Frauenarzt vereinbaren. Dein Arzt oder deine Ärztin kann zweifelsfrei feststellen, was genau du beim Tasten gespürt hast.

Hier findest du mehr Informationen über Anzeichen für Brustkrebs: Wenn deine Brüste plötzlich so aussehen, solltest du zum Arzt

 

Vorsicht bei Alkohol, Zigaretten und fettreicher Ernährung

An erblicher Vorbelastung und anderen Risikofaktoren wie dem Einsetzen der ersten Menstruation oder den Wechseljahren lässt sich nichts ändern. Doch Brustkrebs wird nach Ansicht von Experten zu 50 Prozent durch ungesunden Lebensstil ausgelöst - und den haben wir selbst in der Hand, ähnlich wie das regelmäßige Abtasten der Brust. Zu den größten Sünden gehören Nikotin und Alkohol: Rauchen verursacht bekanntermaßen Lungenkrebs, ist aber auch zu einem erheblichen Teil an der Entstehung von Brusttumoren beteiligt. Wer mehrmals wöchentlich einen halben Liter Wein trinkt, gefährdet sich ebenfalls.

Eine weitere Gefahr ist fettreiche Ernährung. Mediziner vermuten, dass viele Brustkrebs-Erkrankungen auf Übergewicht zurückzuführen sind. In überschüssigem Fettgewebe produziert der Körper nämlich Hormone, die das Tumorwachstum fördern. Auch hoher Fleisch- und Wurstverzehr steht stark in Verdacht, Krebs zu begünstigen. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Ballaststoffen gilt dagegen als wirksamer Schutz: vor allem Kohl, Zwiebeln, Sojaprodukte und Tomaten haben sich in wissenschaftlichen Studien als Zellschützer und Tumorkiller bewährt.

In zahlreichen Untersuchungen zeigte sich zudem, wie wichtig regelmäßige Bewegung ist. Bei Joggerinnen konnte man feststellen, dass sie viel weniger tumorfördernde Hormone im Blut hatten als Frauen, die nicht regelmäßig Sport treiben. Zudem wird unser Immunsystem besser mit Krebsauslösern aus der Umwelt fertig, wenn es regelmäßig auf Trab gebracht wird.

Zu viel Körperfett erhöht das Brustkrebsrisiko auch bei schlanken Frauen: Lies hier alles darüber!

 

Unser Fazit zum Selbst-Abtasten der Brust

Einige Experten stehen der regelmäßigen Selbst-Untersuchung der Brust mittlerweile kritisch gegenüber, weil sie sich statistisch gesehen nicht maßgeblich auf die Sterblichkeitsrate von Brustkrebs auswirkt und zu vielen Sorgen, Untersuchungen und Gewebeentnahmen aufgrund von gutartigen Veränderungen führt. Aber Statistiken hin oder her: Selbst, wenn im Jahr nur eine an Brustkrebs erkrankte Frau durch das Brustabtasten gerettet werden könnte, hätte es sich doch schon gelohnt!

Zudem schafft die Selbstuntersuchung ein besseres Gespür für den eigenen Körper und seine Veränderungen sowie mehr Bewusstsein für das Thema Vorsorge im Allgemeinen. Krankheiten wie Krebs lassen den Menschen zu großen Teilen machtlos zurück: Alles was wir tun können, um uns zu schützen, sollten wir also tun.

 

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