Flammende Rede in BerlinVW-Hauptversammlung: Clara Mayer von 'Fridays for Future' greift Autokonzern an

Clara Mayer von 'Fridays for Future' hat eine klare Botschaft an VW: Der Autokonzern tut nicht genug zum Klimaschutz. Auf der Hauptversammlung in Berlin trat die 18-Jährige nun ans Mikro. 
 

Inhalt
  1. Wut auf VW: Klimaziele gehen nicht weit genug
  2. Über WhatsApp kam Clara zur Hauptversammlung
  3. Kindische Sprüche im Netz bestätigen Claras Vorwürfe an die Welt

Vier Minuten purer Aktivismus: Die Rede der 18-jährigen Schülerin Clara Mayer auf der VW-Hauptversammlung am Dienstag [14. Mai] in Berlin ist zweifelsohne ein Highlight der 'Fridays for Future'-Bewegung. 
Gefilmt werden musste von außerhalb des Rednersaals, wo Kameras verboten waren. Ab Sekunde 51 steht Clara Mayer am Rednerpult und kritisiert Volkswagen scharf: 

 

Wut auf VW: Klimaziele gehen nicht weit genug

Zahlreiche eindringliche Sätze bleiben einem im Kopf hängen, wenn man die Rede von Clara Mayer gesehen hat. "Was Sie hier tun, ist nicht genug. Es geht auf Kosten der Umwelt und der Zukunft Ihrer Kinder" ist einer davon. Oder auch "Wer glaubt, tonnenschwere Elektro-SUVs seien klimafreundlich, hat das Problem nicht ansatzweise verstanden". 
Kurz zuvor hatte VW-Chef Herbert Diess zu den Gästen in Berlin gesprochen und versucht, die anwesenden Kleinaktionäre davon zu überzeugen, in die Zukunft der Elektromobilität zu vertrauen. "Auf absehbare Zeit gibt es keine Alternative zum batterieelektrischen Antrieb", sagte Diess unter anderem. VW wolle deswegen unter anderem Batteriefabriken kaufen und eine CO2-freie Flotte an E-Autos bauen. Bis 2050 will er diese Ziele umgesetzt haben. 
Zu spät, wenn es nach Clara Mayer geht. Sie feuert auf der VW-Hauptversammlung zurück: "Bis [2050] ist es fast doppelt so lange, wie ich bisher gelebt habe. Ist das Ihre Vorstellung von radikalem Wandel?"

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Über WhatsApp kam Clara zur Hauptversammlung

"Ich habe erst einen Tag vor der Hauptversammlung von der Möglichkeit erfahren, dort zu reden", erzählt Clara Mayer am Tag nach der VW-Hauptversammlung im Interview mit 'Bento'
Möglich gemacht hatte die Rede der 'Dachverband der Kritischen Aktionäre', der sich von Clara auf der Veranstaltung vertreten ließ. 
Zum Glück ist 'Fridays For Future' gut vernetzt. "Wir haben bei 'Fridays for Future' eine WhatsApp-Gruppe, in der wir uns organisieren, und da schrieb jemand von der Versammlung und fragte, ob jemand da reden möchte. […] Ich wollte unbedingt die Möglichkeit nutzen, da zu reden. Die Umweltskandale in der Automobilindustrie zeigen einfach, wie dreist diese Unternehmen sind."

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Kindische Sprüche im Netz bestätigen Claras Vorwürfe an die Welt

Die Reaktionen auf Claras Rede bei der VW-Hauptversammlung fallen ganz unterschiedlich aus. Was die Schülerin selbst überraschte, waren die positiven Reaktionen der Aktionäre in Berlin. Auf den von außerhalb gefilmten Mitschnitten ist kein Applaus zu hören – im Saal aber gab es ihn. "Das hat mich um ehrlich zu sein überrascht, denn ich hatte doch gerade die Menschen in diesem Saal kritisiert", räumte Clara Mayer ein und schlussfolgerte: "Das zeigt doch, wie machtlos sich sogar Aktionäre fühlen."
Auf Social Media gibt es allerdings auch Kritik für Clara Mayer. Wie leider nur so oft üblich, geht es dabei nicht um Inhalte, sondern um Äußerlichkeiten. Unter dem Twitter-Beitrag des ZDF liest man beispielsweise kindische Einwände wie "Clara sieht übrigens aus wie eine zickige Elbenprinzessin" oder "Ist das Greta [Thunberg] mit neuer Frisur?"

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Kommentare wie diese sind allerdings Rückenwind für Clara, die auf der VW-Hauptversammlung mehrfach kritisierte, dass die Entscheidungsträger zu oft am eigentlich Problem vorbei reden
Für alle, die den Kampf um das Klima und die 'Fridays for Future'-Bewegung immer noch nicht verstanden haben, fasste die Schülerin ihr Tun einmal mehr treffend zusammen:
"Wir streiken nicht jeden Freitag, weil wir schwänzen wollen, sondern gerade deswegen, weil wir in der Schule besonders gut aufgepasst haben."

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