Mama-BlogWarum du auch als Mutter auf deine Bedürfnisse hören musst

Warum es für Mütter so schwer ist, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten und warum es doch so wichtig ist, schreibt hier Mama-Bloggerin Anja, Mutter von zwei Töchtern.

Als Mutter ist es oftmals sehr schwer, noch auf die eigenen Bedürfnisse zu hören. Viele Mütter leiden darunter.
Als Mutter ist es oftmals sehr schwer, noch auf die eigenen Bedürfnisse zu hören. Viele Mütter leiden darunter.
Foto: iStock
Inhalt
  1. Ich wollte nie anderen Ärger machen
  2. Niemand hat mir beigebracht, auf meine Wünsche zu achten
  3. Ich gehe mit mir selbst wahnsinnig hart um
  4. Aber das macht mich auch zu einer guten Mutter

 

Ich wollte nie anderen Ärger machen

Was Du nicht willst, das man Dir tu ... das füg auch keinem andren zu.

"Ich weiß, dieser Spruch ist schon uralt. Aber es ist einer der Leitsätze, die mich durch meine gesamte Kindheit begleitet haben. Er stand als Sinnbild dafür, dass ich immer nett zu anderen war. Dass ich mich nie beklagt habe. Auch nicht über Ungerechtigkeiten oder wenn mich Jemand verletzt hat. Und er stand auch dafür, dass ich immer schön angepasst war, um den Anderen ja keinen Ärger zu machen.

Merkst Du was? Genau: Ich habe schon in meiner Kindheit nie eigene Wünsche und Bedürfnisse gehabt. Obwohl das ja so nicht stimmt. Denn wenn ich genau nachdenke waren die schon da. Ich habe nur nie gelernt darauf zu hören. Oder sie genauso wichtig zu nehmen wie die der anderen Menschen.

 

Niemand hat mir beigebracht, auf meine Wünsche zu achten

Und damit Du mich nicht falsch verstehst: Daran waren weder meine Eltern noch meine Schwester schuld. Es hat mir eben nur Niemand beigebracht, dass es in Ordnung ist eigene Wünsche zu haben. Und dass ich sie sehr wohl äußern darf. Und ja, dass ich sie sogar über die Bedürfnisse von anderen stellen darf.

Denn das macht mich nicht zu einem schlechten Menschen. Oder zu einem Egoisten. Und schon gar nicht zu Jemandem, der nicht liebenswert ist. Im Gegenteil: Es macht mich zu einem Menschen, der sehr viel Liebe geben kann, weil er sich auch selbst liebt. Und zu einem Menschen, der andere respektiert, weil er sich auch selbst respektieren kann. Und sogar zu Jemandem, der andere nicht verurteilt, weil er sich selbst auch nicht verurteilt.

 

Ich gehe mit mir selbst wahnsinnig hart um

Die Grundlage dafür ist einfach nur eine tiefgreifende Ehrlichkeit. Vor allem mir selbst gegenüber. Und glaub mir: Das ist verdammt schwer. Viel schwerer als es sich vielleicht jetzt anhören mag. Denn obwohl es mir leicht fällt anderen ihre Fehler zu verzeihen, gehe ich mit mir selbst wahnsinnig hart um.

Dabei gehört auch das zu einer radikalen Ehrlichkeit: Auch die Seiten an mir selbst zu sehen, die nicht so toll sind.  Die andere Menschen verletzen, die mich gemein und beleidigend machen. Und die dafür sorgen, dass ich mich selbst nicht leiden kann. Und das tut weh.

 

Aber das macht mich auch zu einer guten Mutter

Aber weißt Du, was ich glaube? Dass es sich trotzdem lohnt. Denn genau das ist es, was mich zu einer guten Mutter für meine Kinder macht.

Meine beiden Mädels sehen an mir, dass ich nicht nur perfekt bin. Und lernen dadurch, dass es normal ist auch mal unperfekt zu sein. Sie sehen an mir, dass ich auch ungerecht und motzig sein kann. Und lernen dadurch, dass es in Ordnung ist auch mal schlecht drauf zu sein. Aber vor allem sehen sie an mir, dass ich trotzdem eine glückliche und stolze Mama bin. Und sie lernen dadurch, dass sie sich nicht anpassen und verbiegen müssen um glücklich zu sein und geliebt zu werden.

Und genau dafür bin ich bereit jeden Tag ein Stück ehrlicher mit mir selbst zu werden. Auch wenn es erstmal weh tut. Am Ende zahlt es sich auf jeden Fall aus.

Denn ehrlich ist besser als perfekt."

Deine Anja

Anja Riemer-Grobe bloggt für Wunderweib.de über Familie und Mutter sein.
Anja Riemer-Grobe bloggt für Wunderweib.de über Familie und Mutter sein.
 

PS: Welche Sätze aus der Kindheit prägen denn dein Leben? Und wie befreist Du Dich davon? Wenn Du willst, dann erzähle es mir doch in meiner Mamafreude-Facebookgruppe. Dort sind wir schon eine tolle Gemeinschaft von Müttern, die sich einfach mal offen und ehrlich zu ihrem Familienleben austauschen wollen. Komm doch gern dazu! Ich würde mich freuen!

Über Anja:

Anja Riemer-Grobe ist konsequent-liebevolle Mädchenmama, Elternbegleiterin und Befürworterin eines wertschätzenden Miteinanders. Sie schreibt auf ihrem Blog unter www.anja-riemer.de über die Themen Familie, Beziehung und Bindung und hilft anderen Eltern dabei sich selbst zu helfen, indem sie ihren ganz eigenen Familienlebensraum entwickeln. Ohne Druck und Stress von außen, dafür mit viel Liebe und Wertschätzung auf Basis von echten Beziehungen.

 

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