WetterWarum gibt es trotz Unwetterwarnung oft kein Gewitter?

Inhalt
  1. Warum Unwetter so schwer vorherzusagen sind
  2. Wo gibt es die meisten Gewitter?
  3. Ab wann können wir uns auf die Wettervorhersagen verlassen?
  4. Nach welchen Kriterien werden Unwetterwarnungen herausgegeben?

Der Wetterdienst warnt vor einem Gewitter - doch das Gewitter kommt nicht. Woran liegt es, dass Unwetterwarnungen nicht immer stimmen? Wir klären auf.

Es passiert immer mal wieder: Der Wetterdienst warnt vor einem Gewitter, Starkregen oder Sturmböen und wir planen entsprechend unsere Freizeit oder Arbeitsaktivitäten um. Doch dann kommt das Gewitter nicht. Woran liegt es, dass Unwetterwarnungen immer mal wieder daneben liegen? Wir erklären, wie die Meteorologen arbeiten – und warum sie lieber einmal mehr vor Gewitter warnen, als einmal zu wenig.

Wann und wo genau ein Gewitter auftreten wird, ist für Meteorologen gar nicht so leicht vorherzusagen.
Wann und wo genau ein Gewitter auftreten wird, ist für Meteorologen gar nicht so leicht vorherzusagen.
Foto: iStock
 

Warum Unwetter so schwer vorherzusagen sind

Zur Vorhersage des Wetters nutzen Meteorologen wie die des Deutschen Wetterdienstes unter anderem die Daten von 6000 Wetterstationen in Deutschland, Radarmessungen und Blitzortung. So werden minutengenaue Beobachtung und Analyse des Wetters möglich.

Dennoch sind punktuelle Unwetter nicht mit absoluter Sicherheit vorherzusagen.

Die Gründe dafür:

  • Die Ausdehnung von Gewitterwolken ist sehr unterschiedlich – sie reicht von ein paar Metern bis hin zu ein paar Kilometern. Die Computermodelle der Meteorologen berechnen die Wettervorhersagen mit einer bestimmten Auflösung, die größer ist, als die Ausdehnung von Gewittern. Das macht es sehr schwer, das relativ kleinräumige Ereignis eines Gewitters exakt vorherzusagen.
     
  • Wenn die Meteorologen vor einem Gewitter morgen im Raum einer bestimmten Stadt warnen, ist das keine sichere Angabe. Das Gewitter könnte kommen – oder auch nicht. Ziel der Wetter-Experten: Die Leute sollen vor einem möglichen Gewitter auf jeden Fall gewarnt sein. Auch, wenn nicht ganz sicher ist, dass das Unwetter kommt.

Der Deutsche Wetterdienst verdeutlicht: „Vor allem die ortsgenaue Vorhersage sommerlicher Wärmegewitter ist extrem schwierig. Solche Gewitter entstehen oft innerhalb weniger Minuten und auf eng begrenztem Raum. Es ist nicht ungewöhnlich, dass dabei ein Stadtteil trocken bleibt, während ein paar Straßen weiter Keller ausgepumpt werden müssen.

  • Würden während eines Unwetters Menschen zu Schaden kommen und die Meteorologen hätten vor dem Unwetter nicht gewarnt, weil sie sich nicht ganz sicher waren, ob es auftreten würde, wäre der Ärger sicherlich groß. Darum warnen die Wetter-Experten lieber zu viel als zu wenig.
 

Wo gibt es die meisten Gewitter?

Der Deutsche Wetterdienst berichtet: „Unsere Welt ist voller Gewitter: Etwa 3.000 sind durchschnittlich gerade irgendwo auf unserem Globus aktiv. In Deutschland werden jährlich mehr als zwei Millionen Blitze registriert. Bei uns kann man an einem Ort demnach durchschnittlich 20 bis 40 Gewitter pro Jahr erleben. Im Sommer – bei feuchtwarmer Witterung – gewittert es deutlich mehr als im Winter, in Süddeutschland mehr als in Norddeutschland, in höheren Lagen mehr als im Flachland. Besonders viele Gewitter scheint es entlang der Schwäbischen Alb und im Raum Stuttgart zu geben sowie im hessischen Ried, in der Rhön, im Erzgebirge und entlang des Alpenkamms.“

 

Ab wann können wir uns auf die Wettervorhersagen verlassen?

So viel ist schon mal sicher: Auf 8-Tage-Prognosen ist wenig Verlass. Erst ab 24 Stunden vorher sind wirklich detaillierte Prognosen zur Entwicklung des Wetters möglich.

 

Nach welchen Kriterien werden Unwetterwarnungen herausgegeben?

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Unwettern nach festen Warnkriterien.

Die Wetterwarnungen sind in 4 Stufen unterteilt.

  • Bei einem Gewitter der Warnstufe 1 gibt es elektrische Entladung und Windböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu > 50 km/h.
     
  • Ein Gewitter der Warnstufe 2 bringt bereits schwere Sturmböen, Starkregen und/oder Hagel mit sich. Die Windstärken liegen zwischen 65 bis 100 km/h.
     
  • Ein Gewitter der Warnstufe 3 ist schon ziemlich heftig und zeichnet sich durch Hagelschlag, heftigen Starkregen oder orkanartige Böen aus. Hagelkörner eines solchen Gewitters erreichen teils einen Durchmesser größer als 1,5 Zentimeter. Die Windstärke liegt etwa zwischen 105 bis 120 km/h.
     
  • Bei einem Gewitter der Warnstufe 4 handelt es sich um ein extremes Unwetter mit Hagelschlag, extrem heftigem Starkregen oder extremen Orkanböen. Auch hier werden die Hagelkörner mehr als 1,5 Zentimeter groß. Die Windgeschwindigkeit liegt bei mehr als 140 km/h.

Aktuelle Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes findest du hier: Karte mit Wetter-Warnungen.

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