Ein Symbol der Tierquälerei Warum Hochzeitstauben ein makabrer Trend sind

Das Paar steht vor dem Altar und weiße Hochzeitstauben fliegen über sie hinweg. Romantisch? Mag sein, vor allem steckt hinter dem Trend jedoch Tierquälerei.

Inhalt
  1. Hochzeitstauben als Symbol der Treue und Tierquälerei
  2. Die Hochzeit wird zur Qual für die Tauben
  3. Hochzeitstauben werden orientierungslos und verletzt aufgefunden

Größer, romantischer, pompöser soll es sein, wenn es heutzutage um Hochzeiten geht. Soziale Medien tun ihr Übriges dazu, die Erwartungen an den großen Tag besonders hoch zu schrauben. Alles soll perfekt sein – von den Einladungskarten über die Foto-Box bis zu weißen Tauben, die während der Trauung freigelassen werden.

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Tatsächlich sind Hochzeitstauben zu einem eigenen Geschäftszweig geworden. Nicht nur Agenturen bieten die Tiere als Topping zu ihrem Hochzeitspaket an, selbst bei Ebay Kleinanzeigen wimmelt es von Angeboten fragwürdiger Tauben-Züchter.

 

Hochzeitstauben als Symbol der Treue und Tierquälerei

Die Vögel sollen auf der Feier freigelassen werden und für schöne Momente sorgen. Danach fliegen sie in ihren Taubenschlag zurück – so der Glaube der Gäste. Die Realität sieht in vielen Fällen jedoch anders aus. Die Tierschutzorganisationen Peta und Vier Pfoten wollen passend zur Hochzeitssaison mit dem makabren Trend aufräumen.

Die Tauben sollen für Treue und Frieden stehen. Was sie tatsächlich symbolisieren, ist Tierquälerei. Strahlende Gäste applaudieren und jubeln, während die Vögel in den Himmel und damit oftmals ihrem Tod entgegenfliegen.

 

Die Hochzeit wird zur Qual für die Tauben

Hochzeitstauben haben sich zu einem Produkt entwickelt, das in Massen produziert – sprich gezüchtet – wird. In freier Natur können die Vögel somit schwer überleben. Wie Vier Pfoten berichtete, werden immer wieder geschwächte weiße Tauben bei Vogelstationen aufgegeben, die nach einer Hochzeit orientierungslos umherflogen. Tiere auszusetzen ist eigentlich verboten – bei Tauben gehen die Menschen jedoch davon aus, sie würden einfach wieder nachhause fliegen. Ein Trugschluss.

Die Tiere finden den Weg zurück in den Taubenschlag nicht. Oftmals sind sie sogar noch nie geflogen. Aufgeschreckt durch die laute und neue Umgebung können sie verwirrt und orientierungslos gegen Fenster oder Leitungen fliegen und sich verletzen. Solche Zusammenstöße enden nicht selten tödlich.

 

Hochzeitstauben werden orientierungslos und verletzt aufgefunden

Doch die eigentliche Tierquälerei im Sinnbild der Treue beginnt bereits bei der Hochzeitsvorbereitung. Bei der Züchtung stehen Farbe und Schönheit der Vögel im Vordergrund, nicht deren Gesundheit. Die weiße Farbe ist es übrigens auch, die den Vögeln das Leben kostet, wenn sie orientierungslos und hell leuchtend nach der Freilassung zur leichten Beute für Greifvögel werden.

Die Tauben werden in engen, dunklen Boxen zum Hochzeitsort transportiert. In Kombination mit dem plötzlichen Freilassen, blendender Sonne und jubelnden Gästen entsteht eine regelrechte Stress-Kette für die Tiere. Die zieht sich von der Züchtung über den Transport bis zur Freilassung der Tiere.

Das Symbol der Treue ist in diesem Fall übrigens besonders paradox – Hochzeitstauben leben monogam. Damit sie nach der Freilassung versuchen, schnell zurückzufliegen, werden sie vor der Feier von ihrem Partner getrennt.

Bei der Planung sollte man sich also vorher zweimal überlegen, ob es wirklich weiße Hochzeitstauben braucht, um den Bund der Ehe zu bestärken. Mindestens genauso schön sind doch Luftballons – und damit tut man niemandem weh.

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