Mama-BlogWarum ich als Mutter ewig ein schlechtes Gewissen habe

Kümmere ich mich zu wenig um mein Kind? Schimpfe ich zu viel? Arbeite ich zu viel? Warum Mütter sich ständig mit einem schlechten Gewissen quälen.

Viele Mütter kämpfen ewig mit einem schlechten Gewissen ihren Kindern gegenüber.
Viele Mütter kämpfen ewig mit einem schlechten Gewissen ihren Kindern gegenüber. Mama-Bloggerin Timea erklärt, warum.
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Inhalt
  1. Warum Mütter ständig ein schlechtes Gewissen haben
  2. Ich fühle mich schlecht, ich fühle mich schuldig
  3. Unsere Kinder werden trotzdem groß!

Mama-Bloggerin Timea aus München schreibt für Wunderweib.de über ihr neues Leben als Mama einer 1-jährigen Tochter. Jede Woche lernt sie etwas Neues, sie wundert sich, lacht und weint. Diese Woche schreibt sie über das schlechte Gewissen - dieses unliebsame Gefühl, dass viele Mütter begleitet.

 

Warum Mütter ständig ein schlechtes Gewissen haben

Kennt ihr das auch, dieses ewige schlechte Gewissen? Er ist ein treuer Begleiter auf meinem Weg als Mutter geworden. In meinem Bekanntenkreis erlebe ich es genauso, wie bei mir selber und daher denke ich, dass ich nicht alleine dastehe mit meinem schlechten Gewissen. Eigentlich finden wir Mamis doch immer einen guten Grund ein schlechtes Gewissen zu haben. Alleine dieser Satz ist schon in sich paradox.

Woher rührt das? Was bringt uns Mütter dazu, statt Stolz zu verspüren über die Kraft und Ausdauer, die wir täglich beweisen, immer zu diesen Gewissenswurm in uns zu tragen? Es fing an in der Schwangerschaft. Habe ich zuviel gearbeitet und mir dadurch und meinem Bauchbewohner zu viel Stress zugemutet? War der eine Kaffee zuviel Koffein für meine Ungeborene? Wieso habe ich diesen Schwangerschaftsyogakurs nicht besucht?

Nach der Geburt ging es weiter. Bin ich Schuld, dass ich mein Frühchen Léla die ersten Wochen nicht stillen konnte? Habe ich die Windel zu spät gewechselt? Bin ich unfähig, weil ich in manchen Momenten an meine Grenzen stoße und einfach mal gerne die Pause-Taste drücken möchte? Liegt es an mir, dass Léla als Baby soviel schrie?

 

Ich fühle mich schlecht, ich fühle mich schuldig

Aufgehört hat es immer noch nicht. Ich fühle mich schlecht, weil ich mich abends freue, dass Léla endlich im Bett ist. Ich fühle mich schlecht, wenn ich meinem süßen trotzigen Kleinkind zu viel durchgehen lasse. Ich fühle mich schlecht wenn ich mit meinem kleinen Engel schimpfe, wenn sie zuviel Unfug macht.

Ich fühle mich schuldig, dass ich arbeiten möchte und sie betreuen lasse. Ich fühle mich schuldig, dass ich zu wenig arbeite und nicht genügend in die Familienkasse einzahle. Gewissensbisse überkommen mich, wenn ich einfach mal ohne Léla einen Tag verbringe, obwohl ich gar nicht arbeiten muss. Egal wie man es macht, es ist scheinbar immer falsch. Der Druck, der auf uns Müttern lastet ist manchmal zu viel.

 

Natürlich werden einige Mütter auf diesen Text kontern, dass ich einen an der Klatsche habe. Aber ich denke viele kennen diese Zerknirschung, diese inneren Dialoge über richtig oder falsch. Darüber zu sprechen hilft. Tauscht euch untereinander aus und gebt einfach mal zu, dass nicht alles perfekt ist. Das fühlt sich tatsächlich gut an.

 

Unsere Kinder werden trotzdem groß!

Wenn ich über dieses unliebsame Gefühl des schlechten Gewissens nachdenke, merke ich wie unnötig es ist. Kindererziehung ist schwierig und es gibt tausend Wege zum Glück. Nur weil du etwas anders machst, als es im Ratgeber steht oder deine Freundin den Kopf schüttelt, heißt es nicht, dass es falsch ist.

Nur weil du heute nichts im Haushalt erledigt hast, bleibt die Welt nicht stehen. Nur weil du dir heute beim kochen nicht so viel Mühe gegeben hast, wird dein Kind trotzdem groß werden. Nur weil du eine berufstätige Mutter bist, liebst du dein Kind genauso. Nur weil du mal laut geworden bist, heißt es nicht, dass du es nicht wieder gut machen kannst. Nur weil du dir eine Shoppingtour ohne dein Kind gönnst, bist du kein Egoist.

Für dieses Jahr nehme ich mir vor, das mütterliche Selbstbewusstsein mehr zu pflegen und Zweifel an der eigenen elterlichen Kompetenz aus dem Weg zu räumen. Das schlechte Gewissen darf sich ruhig mal eine Pause gönnen.

Eure Timea

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