Hygiene? Weit gefehltWarum ich keine Händetrockner benutze

Auf nahezu jeder öffentlichen Toilette ziehen sie dich mit warmer Luft magisch an: Händetrockner benutze ich trotzdem nie. Wieso ich einen großen Bogen um die Lufttrockner mache – und du es sicher auch tun willst.

Was ist der unhygienischste Ort, den du kennst? Eine Toilette! Tatsächlich zeigen Untersuchungen aber immer wieder, dass es viel verkeimtere Gegenstände gibt, die wir tagtäglich benutzen. Ein Küchenschwamm oder das Innere einer Handtasche weist gerne mal mehr Bakterien auf als eine Klobrille.

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Trotzdem sehnen unsere Hände sich nach Sauberkeit, wenn wir ein öffentliches Klo verlassen. Es wird eingeseift, gewaschen, geschrubbt und getrocknet. Schnell noch einige Sekunden im Handtrockner und wir können beherzt wieder in die Gummibärchentüte greifen - die Hände sind schließlich sauber. Oder?

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1.300 Mal mehr Keime 

Wer nach dieser Prozedur mit den Händen etwas isst, nimmt gut und gerne mal 1.300-mal mehr Keime zu sich, als hätte er zu Papierhandtüchern gegriffen. Das haben Wissenschaftler der University of Westminster in London  bereits 2015 herausgefunden. In einer Studie untersuchten sie den Einfluss der Art des Händetrocknens auf die Bakteriendichte im Raum. Die Hauptakteure dabei: Papierhandtücher, Warmluft-Trockner und sogenannte Jet-Trockner, die über Druckluft funktionieren. Und siehe da - statt Erreger zu vertreiben, verteilten letztere 1.300 Mal so viele Viruspartikel im Raum wie Papierhandtücher und noch 60-mal so viele im Vergleich zu ihren Verwandten den Wärmelufttrocknern. Die Keime würden zwar weggepustet - jedoch aus dem Gerät heraus und in der Luft verwirbelt. Pech für den, der daneben steht. Hightech ist also nicht gleich immer hygienisch.

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Druckluft-Handtrockner verteilen Bakterien 3 Meter weit

Fazit der Forscher: An öffentlichen Orten, wie Krankenhäusern oder aber beispielsweise Kantinen, sollte von Handtrocknern abgesehen werden. Das Infektionsrisiko durch die umherwirbelnde Luft sei hier deutlich erhöht, wie der WDR berichtete.

Die Forscher sind nicht die ersten, die sich mit der Hygiene von Handtrocknern beschäftigen. Immer wieder liefern Studien Hinweise darauf, dass elektrische Handtrockner die Bakterienanzahl auf den Händen erhöhen, statt verringern. Handele es sich dabei auch noch um warme Luft, die auf die Hände gepustet wird, kann sich die Bakteriendichte um 194 Prozent erhöhen. Warum dann überhaupt Hände waschen, ist die Frage, die sich mir stellt. 

Handdesinfektion: Was bringt das eigentlich?

Dyson wirbt mittlerweile mit einer eigenen Studie, laut der 99,95 "Partikel in Bakteriengröße" mit ihrem Produkt aus der Waschraumluft entfernt würden. Diese Daten beziehen sich jedoch auf ein einzelnes Modell mit speziellem Hygienefilter.

Was man bei Studien jeglicher Art wissen muss: Oft werden die Untersuchungen finanziert. Zum Beispiel von Dyson, dem weltweit führenden Produzenten von Druckluft-Handtrocknern oder eben einem Hersteller von Papierhandtüchern.

So oder so: Ich mache einen großen Bogen um die Handtrockner. Denn sie sind nicht nur unglaublich laut, sondern auch ein Gesundheitsrisiko für andere immunschwächere Menschen im Raum. 

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