LebenWarum Müll richtig entsorgt gehört: Wie ein kleiner Hund an einem Pfirsichkern starb

Hund Kern
Foto: privat

Eine kleine - von unserer Autorin sehr geliebte - Mischlingshündin ist gestorben, weil sie einen Pfirsichkern verschluckt hat. Bitte werft euren Müll richtig weg. 

Gestern Nachmittag hatte ich es noch ein bisschen eiliger als sonst, von der Arbeit nach Hause zu kommen: Meine Freundin und ich wollten uns nach längerer Zeit endlich mal wieder treffen und mit unseren Hunden, "Rudi" und "Foxtrott", eine Runde spazieren gehen. Gerade als ich in die Bahn zu ihr einsteigen wollte, klingelte mein Handy. Meine Freundin:

"Ich muss dir leider absagen. Foxtrott ist zurück von ihrer Gassirunde und hatte plötzlich Schaum vor dem Mund." Meine Freundin klang aufgelöst und auch mir wurde etwas mulmig zumute. "Sie muss irgendwas Komisches gefressen haben", fuhr meine Freundin weiter fort, sie wisse aber nicht was, weil ihre Hundesitterin mit ihr draußen gewesen sei. "Hoffentlich kein Gift. Ich muss jetzt ganz schnell zum Tierarzt."

Hund Kern
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Danach hörte ich erst mal nichts von meiner Freundin, bis auf ein kurzes Foto per WhatsApp, das die offensichtlich schwer lädierte, kleine Mischlingshündin zeigte, die so starke Schmerzen hatte, dass sie getragen werden musste. Beim Tierarzt zeigte sich, dass Foxtrott beim Spazieren einen Pfirsichkern aufgeschnappt hatte, der von innen einen großen Teil des Darms aufgeschlitzt hatte. Der Arzt musste ihr deshalb große Teile des Dünndarms entnehmen.

Video: Diese zehn tödlichen Gefahren lauern zuhause auf Kinder

 

Meine Freundin rief mich abends bange an, dass die OP zwar überstanden sei, ihre Hündin aber trotzdem noch in Lebensgefahr schwebe. "Das ist für so einen kleinen Hund ein echt heftiger Eingriff", sagte sie, "ob sie es wirklich schafft, zeigt sich erst in den nächsten zwei Tagen. Heute Nacht ist es noch kritisch." Klar. So eine Darmoperation ist schon für 100-Kilo-Menschen nicht ganz unbedenklich. Dass eine solche OP einer nur 5 Kilo schweren Pinscher-Mischlingshündin noch mal weitaus mehr zu schaffen macht, leuchtet da ein. Trotzdem, Foxtrott war eher von der zähen Sorte, die Art Hund, die immer vorne ist, wenn es etwas zu pöbeln gibt, und einen auch nach einer 12 Kilometer-Radtour auffordert, mit ihr zu spielen. 

Hund
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Heute Morgen ist Foxtrott gestorben. An einem Pfirisichkern, den irgendwer, ohne sich etwas Böses zu denken, achtlos auf die Straße geworfen hat, ohne auch nur eine Vorstellung davon zu haben, was diese bei Tieren, die sie fressen, anstellen können. Ich bin mir sicher, sollte es irgendwo eine Liste, der sinnlosesten Todesfälle aller Haustiere geben, würde dieser Tod ganz vorne mit dabei sein. 

"Grundsätzlich gibt es bei der Aufnahme von Fremdkörpern zwei Probleme: einmal eine Vergiftung und einmal die physikalische Gefahr, die von scharfen Kanten, der Größe und Beschaffenheit des Fremdkörpers ausgeht. Dass Tiere an Kernen - egal ob Pfirsich- oder Kirschkernen - sterben, ist abhängig von der Größe, zum Glück aber eher die Ausnahme", sagt Tierarzt Dr. Joachim Hölter. Kerne seien zu klein, um verstoffwechselt zu werden und würden deshalb in der Regel nach ein, zwei Tagen wieder unverdaut ausgeschieden werden. "Das Problem in diesem Fall war die physikalische Beschaffenheit des Kerns",  erklärt uns Dr. Hölter, "hier haben scharfe Kanten den Darm von innen geschädigt." 

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Deshalb sollten wir unseren Müll immer mit Bedacht wegwerfen. "Gerade Hunde sind es gewohnt, von ihren Besitzern Essensreste zugefüttert zu bekommen. Da sind Reste vom Apfel, Kerne oder ein achtlos weggeworfenes Brot im reinsten Sinne des Wortes, ein "gefundenes Fressen"." Doch auch andere Tiere, wie beispielsweise Schwäne, nehmen häufig Essensreste auf, die sie nicht vertragen.

Deshalb liebe Leser: Bitte entsorgt euren Müll richtigEs gibt heutzutage wirklich an jeder Ecke Mülleimer.

 

Was du tun kannst, wenn dein Hund einen Fremdkörper frisst:

1. Vorsorgen ist besser als nachsorgen!

Wenn du dabei bist, pass auf, dass dein Hund keine Fremdkörper aufsammelt. Trainiere regelmäßig Kommandos wie "Pfui" und "Aus" mit deinem Hund.

2. Schnell sein!

Hat dein Hund doch etwas Falsches aufgenommen oder benimmt er sich plötzlich merkwürdig, zögere nicht zum Tierarzt zu gehen. "Gar nicht erst mit googlen aufhalten, sofort zum Arzt", sagt Tierarzt Dr. Hölter, "je weniger weit der Fremdkörper im Verdauungstrakt vorgedrungen ist, desto leichter bekommt man ihn wieder heraus." Der Tierarzt kann dann ein künstliches Erbrechen hervorrufen oder notoperieren. 

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