TierhaltungGenießt du dein Steak, wenn du weißt, wie es gelebt hat? Was Aldi für den Tierschutz tut

Bei Aldi wirst du bald auf der Fleisch-Verpackung erkennen können, wie das Tier gelebt hat. Der Discounter setzt sich damit für mehr Transparenz in der Tierhaltung ein. Was hat es mit dem neuen Label auf sich?

An der Tierschutzdebatte kommt keiner vorbei. Schon gar nicht, wenn man zu Deutschlands größten Discountern gehört. Aldi hat sich bereits seit Anfang des Jahres das Thema Tierschutz auf die Flagge geschrieben. Jetzt wird die Tierwohlkampagne erweitert – einen Schritt, den Aldi Nord und Süd gemeinsam gehen, wie beide in einer Pressemittelung bekannt geben.

 

Aldi führt Vier-Stufen-Modell der Tierhaltung ein

Bereits ab dem ersten August wird man auf den Frischfleischverpackungen des Discounters ein neues Element erkennen. Aldi führt ein Label ein, an dem der Kunde direkt die Haltungsbedingungen ablesen kann.

Bereits während du das Fleisch in der Hand hältst, weißt du also, was viele Konsumenten gerne vergessen: Dass das Produkt von einem Lebewesen abstammt und vor allem, wie dieses gehalten wurde.

Auskunft gibt ein Vier-Stufen-Modell, das folgende Auskünfte gibt:

  • Stufe 1 „Stallhaltung“: Reguläre Stallhaltung nach gesetzlichen Bedingungen.
  • Stufe 2 „Stallhaltung plus“: Mehr Platz und Beschäftigungsmaterial
  • Stufe 3 „Außenklima“: Zugang zu Außenklimabereichen
  • Stufe 4 „Bio“: Tierhaltung nach EU-Bio-Standard

Eine ähnliche Kategorisierung ist bereits bei Lidl, Netto und Kaufland zu finden. Ab 1. August wird die Kennzeichnung nun auch bei Aldi auf Frischfleischprodukten von Schwein, Geflügel und Rind zu finden sein. Der Discounter geht noch einen Schritt weiter: Bis 2019 soll die Hälfte der eigenen Produkte aus der Kategorie Frischfleisch bereits mindestens auf die zweite Stufe angehoben werden.

 

Neue Kooperation mit Tierwohlmarken

Ab 27. August wird zudem das „Fair & Gut“ Sortiment um Schweinefleischprodukte erweitert. Die Eigenmarke wurde zum Jahresbeginn 2018 eingeführt und zielt auf bessere Tierhaltungsbedingungen ab. Im Zuge dessen kooperiert Aldi nun mit Standardgebern wie „NEULAND“ und „FAIRFARM“- erstmals werden Produkte der Tierwohlmarken bei einem deutschen Discounter verkauft. Die Marken garantieren, dass bestimmte Kriterien in der Tierhaltung eingehalten werden:

  • Die Tiere sollen doppelt so viel Platz haben, wie vorgeschrieben.
  • Die Stallungen verfügen über einen Auslauf an die frische Luft.
  • Es wird nur regional bezogenes und nicht gentechnisch verändertes Futtermittel gegeben.
  • Die Tiere erhalten zusätzliches Stroh für die Beschäftigung.  

Acht neue Frischfleischprodukte, darunter Schweinehack, -gulasch, -schnitzel und –steaks, sollen unter der Marke in Nordhrein-Westfalen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zu kaufen sein.

2018 ist bereits einiges in Sachen Tierschutz passiert. Das Jahr begann neben Aldis Markeneinführung „Fair & Gut“ ebenfalls für Lidl mit einem Schritt Richtung Tierwohl. Der Discounter hatte einen ähnlichen Haltungskompass im Februar eingeführt. Nun kündigte auch Penny eine ähnliche Kennzeichnung an, die bis Ende des Jahres umgesetzt sein soll.

Ein Etikett allein ändert nichts an den Missständen der Fleischindustrie. Doch es macht sie sichtbar. Kunden bekommen direkt vor Augen geführt, wie das Tier, dessen Fleisch man in den Händen hält, gelebt hat. Ob dessen Leid den eigenen Genuss rechtfertig, muss sich jeder Mensch natürlich selbst fragen. Doch auch hier wird eines Tages das Prinzip von Angebot und Nachfrage greifen. Je weniger Billigfleisch aus schlechten Bedingungen gekauft wird, desto mehr muss in artgerechte Tierhaltung investiert werden. Ein Umdenken hat begonnen.

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