Der ParasitWas du über die Chagas-Krankheit wissen musst: Symptome, Verbreitung, Schutz

Die Chagas-Krankheit breitet sich in Europa aus. Was bedeutet das? Welche Symptome du kennen solltest und wie man sich schützen kann.

Inhalt
  1. Chagas-Krankheit: Was ist das eigentlich?
  2. Welche Symptome verursacht die Chagas-Krankheit?
  3. Wie wird die Chagas-Krankheit behandelt?
  4. Kann ich mich vor der Chagas-Krankheit schützen?

 

Chagas-Krankheit: Was ist das eigentlich?

Ursprünglich stammt die Chagas-Krankheit hauptsächlich aus Süd- und Mittelamerika. Mittlerweile ist die Tropenkrankheit jedoch auch im Süden der USA verbreitet. Jetzt wurden erste Fälle in Europa gemeldet. Weltweit sollen nach Schätzungen des Tropeninstituts mehr als 16 Millionen Menschen den Chagas-Erreger in sich tragen.  

Es handelt sich um eine parasitäre Krankheit, Überträger ist die Raubwanze, die den Erreger ausscheidet. Durch ihren Biss und winzige Hautverletzungen gelangt dieser daraufhin in den Körper. Dort macht sich die Chagas-Krankheit jedoch erst später bemerkbar – bis zu drei Wochen kann es dauern, bis sich die ersten Symptome zeigen.

 

Welche Symptome verursacht die Chagas-Krankheit?

Die Chagas-Krankheit wird von Raubwanzen übertragen.
Die Chagas-Krankheit wird von Raubwanzen übertragen.
Foto: iStock

Die Chagas-Krankheit lässt sich in unterschiedliche Stadien einteilen. Erste Symptome sind Fieber und Atemnot. Breitet sich der Erreger aus, kann er Herz, Nerven und den Darm schädigen. Daher zählen auch eine Darmlähmung oder Hirnhautentzündung zu den vielfältigen Symptomen der Chagas-Krankheit.

Akute Symptome:

  • Rötung und Schwellung an der Bissstelle
  • Fieber
  • Atemnot
  • Bauchschmerzen und Durchfall
  • Lymphknotenschwellungen
  • Vergrößerte Leber und Milz
  • Bindehautentzündung

Wird die Infektion nicht erkannt, kann die Chagas-Krankheit chronisch verlaufen und tödlich enden. Auch wenn der akute Part nach etwa vier Wochen bereits abgeklungen ist, kann sich die Infektion auch nach langer beschwerdefreier Phase chronisch entwickeln. Auch ein schwaches Immunsystem kann die Ursache für einen erneuten Ausbruch der Chagas-Krankheit sein.

Über Jahre treten daraufhin immer wieder Symptome auf, je nachdem, welchen Körperteil der Erreger befallen hat. Ist das Nervensystem betroffen, können neurologische Einschränkungen oder sogar Demenz die Folge sein. Auch eine Herzmuskelentzündung und Herzschwäche können auf die Chagas-Krankheit zurückzuführen sein.

In vielen Fällen bleiben die Beschwerden der Chagas-Krankheit jedoch auch gänzlich aus. Netdoktor zufolge entwickeln 70 Prozent der Infizierten gar keine Symptome und wissen daher nichts von ihrer Erkrankung. Das macht die Diagnose der Krankheit umso schwieriger.

 

Wie wird die Chagas-Krankheit behandelt?

Besteht der Verdacht auf die Chagas-Krankheit, wird das Blut auf den Erreger oder entsprechende Antikörper untersucht. Steht die Diagnose fest, wird die Erkrankung mit Medikamenten gegen Parasiten bekämpft. Eine Heilung ist dadurch nicht gesichert – eine Therapie schlägt meist nur in der akuten Phase an, wird die Chagas-Krankheit chronisch, ist sie bisher unheilbar. Hier werden lediglich die Symptome behandelt. Je nach Schwere kann die Chagas-Krankheit tödlich verlaufen.

 

Kann ich mich vor der Chagas-Krankheit schützen?

Eine Impfung gegen die Chagas-Krankheit existiert derzeit nicht. Wer sich in Risikogebieten aufhält, sollte auf guten Insektenschutz zurückgreifen. Vorbeugend werden zudem lange, dicke Kleidung und ein Moskitonetz empfohlen. Eine Ansteckungsgefahr von Mensch zu Mensch besteht nicht.

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