Keimschleuder Wasserfilter im Test: Mehr Keime als im Leitungswasser

Wasserfilter sollen das Wasser sauberer, leckerer, gesünder machen. Ob dem wirklich so ist, hat der NDR untersucht – und nach dem Filtern mehr Keime als im Leitungswasser gefunden. Sind Wasserfilter sogar schädlich? Die Ergebnisse im Detail.

Inhalt
  1. Geschmack: Schmeckt gefiltertes Wasser besser?
  2. Kalk: Wasserfilter reduzieren die Wasserhärte
  3. Keime: Teure Wasserfilter entpuppen sich als Keimschleudern

Es ist ein simples Haushaltsprodukt und doch hat es den Sprung geschafft – Wasserfilter sind plötzlich unglaublich angesagt. Dabei ist Deutschland für seine gute Leitungswasserqualität bekannt. Was bringen die Wasserfilter also wirklich? Das haben Tester im NDR-Verbrauchermagazin Markt untersucht.

Insgesamt wurden vier Wasserfilter getestet – zwei Markenprodukte von Brita (für 29,95 Euro) und BWT (24,99 Euro) gegen zwei günstige Varianten von Profissimo von dm (13,95 Euro) und Aquaselect (für 12,95 Euro).

 

Geschmack: Schmeckt gefiltertes Wasser besser?

Dafür sind die Tester auf die Straße gegangen und haben Passanten gefragt, welches Wasser besser schmeckt. Kaum einer hat erraten, in welchem Glas sich das gefilterte Wasser befand. Die meisten Tester fanden sogar, dass das Leitungswasser besser oder mindestens genauso gut schmeckte.

 

Kalk: Wasserfilter reduzieren die Wasserhärte

Eine weitere Funktion von Wasserfiltern ist die Entkalkung. Das zumindest scheint gut zu funktionieren – im Test konnte die Wasserhärte um bis zu die Hälfte reduziert werden.

 

Keime: Teure Wasserfilter entpuppen sich als Keimschleudern

Die Laboranalyse liefert ekelerregende Ergebnisse. Bei allen Filtern sind hinterher mehr Keime im Wasser als vorher. Der Säuberungsaspekt der Wasserfilter fällt damit also schon einmal weg.

Die meisten Keime wurden auch noch in den Markenprodukten von Brita und Aquaselect gefunden. Dort wurde eine bedenkliche Gesamtkeimzahl gefunden. Bei einem Wasserfilter wurden über 3.000 koloniebildende Einheiten pro Milliliter nachgewiesen – Leitungswasser wäre in diesem Zustand laut deutscher Trinkwasserverordnung gar nicht mehr zulässig.

Besonders besorgniserregend ist der Fund des Erregers Pseudomonas aeruginosa. Dieser kann durch verunreinigte Armaturen ins Leitungswasser gelangen. Der Wasserfilter hat den Keim jedoch nicht herausgefiltert, sondern vervierfacht. Das kann sogar gefährlich werden: Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann der Erreger sich im Körper ausbreiten und Infektionen unterschiedlicher Organe – schlimmstenfalls eine Blutvergiftung – auslösen.

Wie kann das sein? Das System soll Schadstoffe und Keime aus dem Wasser herausziehen. Eine logische Konsequenz ist, dass sich diese im Filter ablagern. Dieser soll jedoch nur alle vier Wochen gewechselt werden – eine zu lange Zeit, wie der Test beweist. Denn in dieser Zeit vermehren sich die Keime und verseuchen das Wasser. Es ist schmutziger als vorher.

Das Fazit: Leitungswasser ist also die bessere, gesündere und vor allem günstigere Alternative zu Wasserfiltern.

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