Geht das?

Wegen Corona: 3G in Zügen gefordert!

Die Infektionslage in Deutschland spitzt sich weiter zu. Könnte 3G in Zügen die Situation entschärfen?

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Könnte 3G in Zügen helfen, die vierte Corona-Welle abzuschwächen? Experten streiten darum, welche Maßnahmen die Infektionslage in Deutschland verbessern würden. Immer mehr sind der Meinung, dass ungeimpfte und ungetestete Personen im Zugverkehr ein zu hohes Risiko bedeuten.

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Corona: So hart ist die 4. Welle

Erstmals seit Beginn der Pandemie in Deutschland liegt die bundesweite Inzidenz bei über 300. Aktuell zählt das Robert Koch-Institut sogar 303 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner*innen und Woche. Zeitgleich füllen sich Deutschlands Intensivbetten. Laut DIVI Intensivreport vom 15. November werden 3.190 Menschen intensivmedizinisch behandelt. 1.609 davon müssen invasiv beatmet werden.

Die vierte Welle trifft das Land hart. Teil des Problems in Deutschland ist die niedrige Impfquote: Mit gerade einmal 56,1 Millionen vollständig geimpften Bürger*innen (67,5%) lässt sich Corona nicht in die Schranken weisen – in Spanien sieht die Lage dank der hohen Impfquote anders aus.

Doch was könnte helfen, die Infektionslage hierzulande in den Griff zu kriegen?

3G in Zügen gefordert

„Das Bahnfahren muss sicherer werden.“
Grünen-Chef Robert Habeck

Während in immer mehr Regionen 2G gilt – also bestimmte Freizeitaktivitäten nur noch von Geimpften und Genesenen in Anspruch genommen werden dürfen –, herrscht auf den Schienen deutschlandweit lediglich Maskenpflicht. Inzwischen aber fordern immer mehr Politiker*innen und Expertinnen/Experten die Umsetzung der 3G-Regel in Zügen. Aktuell wird beim Bahnfahren nicht kontrolliert, wer geimpft, genesen oder getestet ist. Das bedeutet, dass auch Personen ohne Impfschutz und ohne Test einsteigen können.

Damit soll nun bald Schluss sein, wenn es nach SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht. Der Epidemiologe betonte im Interview mit der "Bild am Sonntag":

"3G sollte auch in Zügen gelten. In dieser Corona-Situation ist es unverantwortlich, dass Menschen ungeimpft und ungetestet in vollen Zügen im Fernverkehr stundenlang eng neben anderen Passagieren sitzen."

Karl Lauterbach
Karl Lauterbach ist für 3G in Zügen Foto: IMAGO / Future Image

Auch Grünen-Chef Robert Habeck ist der Meinung, dass niemand mehr ohne Test und ohne Impfung in einen Zug steigen sollte. "Ja, auch das Bahnfahren muss sicherer werden", betonte der Politiker auf Nachfrage der Funke Mediengruppe. "Aus meiner Sicht sollte hier 3G hier gelten, darüber werden wir reden müssen."

3G in Zügen: Nicht umsetzbar?

Die Ampelkoalition nimmt 3G in Zügen in den Fokus. In einem Gesetzesentwurf dazu heißt es: "Wer ein öffentliches Verkehrsmittel nutzt, muss dann entweder geimpft, genesen oder getestet sein." Noch ist allerdings nichts entschieden.

Es gibt durchaus kritische Stimmen bei dem Thema, das schon seit Monaten immer wieder diskutiert wird. Bereits im August hieß es vonseiten der Gesundheits-, Verkehrs- und Innenministerien: "Die Einführung einer 3G-Regelung, die offensichtlich nicht oder jedenfalls nur sehr eingeschränkt kontrolliert und damit durchgesetzt werden kann, läuft ins Leere." Demnach wäre es nicht möglich, die Menschen beim Einsteigen in die Züge zu kontrollieren – zu groß seien Personal- und Zeitaufwand.

3G in Zügen
3G in Zügen: Eine clevere Maßnahme oder absoluter Quatsch? Foto: iStock/TommasoT

Reicht die Maskenpflicht im Zug?

Wie "tagesschau.de" aktuell berichtet, teilte das Bundesverkehrsministerium mit, dass 3G in Zügen "weder rechtlich unproblematisch noch praktikabel" sei – Aufwand und Nutzen stünden in keinem Verhältnis zueinander.

Oliver Wolff vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen sagte, man prüfe Möglichkeiten der Umsetzung, müsse dabei aber berücksichtigen, "dass in einem offenen System mit täglich mehreren Millionen Fahrgästen keine lückenlosen Kontrollen stattfinden können."

Es bleibt spannend beim Thema 3G in Zügen.