Deutlich über dem Grenzwert

Wegen Großhochzeit! Neuer Corona-Hotspot in NRW

In Hamm in NRW sind die Corona-Zahlen innerhalb kürzester Zeit nach oben geschnellt - das steckt dahinter!

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Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Neben den Urlaubsrückkehrern wird der deutliche Anstieg auch auf die Verbreitung des Virus bei Familienfeiern zurückgeführt. Und genau ein solches Fest hat jetzt dazu geführt, dass in der Stadt Hamm in NRW die Regeln verschärft wurden.

Neuer Corona-Hotspot Hamm: Höchste Infektionsrate in Deutschland

94,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gab es binnen sieben Tagen in der Stadt - die höchste Neuinfektionsrate in ganz Deutschland (Stand: 23. September). Während die Zahl der Infizierten in der vergangenen Woche noch bei 19 lag, gibt es nun deutlich über 100 Infizierte in Hamm, so Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann gegenüber dem "Spiegel".

Jens Spahn: Darum wird es keinen zweiten Lockdown geben!

Doch wie konnte es zu dem Ausbruch in der Stadt kommen? Schuld ist eine Großhochzeit und damit verbundene weitere Feste, die Anfang September in Hamm und Dortmund und eine Woche später in Werl gefeiert wurden. Mindestens 309 Teilnehmer aus Hamm sollen an den Feierlichkeiten teilgenommen haben und befinden sich nun in Quarantäne.

Großhochzeit mit hunderten Gästen ist Schuld am Corona-Ausbruch

"Es kann nicht sein, dass eine einzige Familie mit ihrer Familienfeier eine ganze Stadt durcheinanderbringt oder im schlimmsten Fall sogar noch einen Lockdown auslöst", zeigte sich der Oberbürgermeister bei einer Pressekonferenz sichtlich wütend über das fahrlässige Handeln der Hochzeitsgesellschaft.

Bei den Feiern soll es massive Verstöße gegen die Corona-Regeln gegeben haben und auch bei den Teilnehmerlisten soll nicht sorgfältig gehandelt worden sein. Mindestens 99 akut Infizierte werden auf die Feierlichkeiten zurückgeführt, es könnten aber noch mehr werden, wenn alle Verdachtsfälle überprüft werden, so Thomas Hunsteger-Petermann.

Stadt will Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen

Der Ausbruch könnte für die Verantwortlichen deutliche Konsequenzen haben. Derzeit werde geprüft, welche Möglichkeiten es gebe - darunter Bußgelder oder Schadensersatz, betonte der OB. "Deshalb werden wir auch alle rechtlichen Möglichkeiten, die wir haben, nutzen. Wir werden sicherlich versuchen, auch das Brautpaar in Regress zu nehmen, aber auf jeden Fall auch den Veranstalter."

Maskenpflicht in der Schule: Bei deutlichen Verstößen droht Schulverweis in NRW

Doch die Hochzeit, die Hamm zu einem neuen Corona-Hotspot macht, hat nicht nur Konsequenzen für die direkt Betroffenen. Aufgrund der neuen Situation muss sich nun die ganze Stadt umstellen. So wird die Maskenpflicht in den Schulen wieder eingeführt, die in NRW eigentlich Anfang September abgeschafft wurde.

Nach Corona-Ausbruch: In Hamm gibt es nun verschärfte Regeln

Und auch bei den privaten Veranstaltungen gibt es wieder Einschränkungen. "Private Feiern ab 25 Personen sind von nun an anmeldepflichtig, ab 50 Gästen braucht man eine Genehmigung. Außerdem muss es ein Hygienekonzept geben und einen Verantwortlichen vor Ort. Im öffentlichen Raum sind nur noch Gruppengrößen von bis zu fünf Personen erlaubt, das "Schlemmerfest" und der verkaufsoffene Sonntag wurden schon abgesagt", erklärte Thomas Hunsteger-Petermann im "Spiegel"-Interview.

"Weil eine Handvoll Feiernder jeglichen Anstand, Abstand und auch ihre Masken zur Seite gelegt hat, leiden jetzt 180.000 Menschen darunter. Die haben sich verhalten, als ob es Corona nicht gäbe. Das darf nicht sein", stellte er klar. Einen zweiten Lockdown wolle man aber auf jeden Fall verhindern, betonte der Politiker.

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