1 Million Tonnen abgelegter Klamotten!Wegwerfmode wird zur Zerreißprobe für die Altkleiderindustrie

Erstickt Deutschland bald an alten, abgelegten Klamotten? Experten der Altkleiderindustrie schlagen Alarm, weil Wegwerfmode in einen teuflischen Kreislauf führt: billig kaufen, kurz tragen, schnell wegschmeißen. 
 

Inhalt
  1. Wegwerfmode: billig kaufen, kurz tragen, schnell wegschmeißen
  2. Wegwerfmode setzt die Altkleiderindustrie unter Druck
  3. Keine Besserung in Sicht

Es ist ein ewiger Kampf in der Fashionbranche: nachhaltige Kleidung versus Wegwerfmode. Wer sowieso schon damit argumentiert, dass die Billigteile zum einen aus minderwertigen Materialen und zum anderen unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert werden, der bekommt nun ein weiteres, gutes Argument geliefert: Die Altkleiderindustrie schlägt Alarm, da zu schnell weggeworfene Discountmode das Verwertungssystem lahmzulegen droht

 

Wegwerfmode: billig kaufen, kurz tragen, schnell wegschmeißen

"In diesem Jahr beobachten wir ein historisches Hoch bei den Sammelmengen", beklagt Thomas Ahlmann, Sprecher des Dachverbands FairWertung, einem Zusammenschluss gemeinnütziger Alttextilsammler, gegenüber "Welt.de". Dem Bericht zufolge dürften in diesem Jahr erstmals über eine Millionen Tonnen abgelegter Klamotten in den Altkleider-Containern landen – eine Zerreißprobe für die Verwertungsindustrie
Das Problem erscheint, so dramatisch es auch ist, jedoch nachvollziehbar: Die billigen Klamotten verführen dazu, sie schneller wegzuschmeißen oder sogar gar nicht erst zu tragen. Wenn das T-Shirt nur 3 Euro kostet, behält man es eben nicht jahrelang, sondern sortiert es nach maximal einer Saison aus. Auch die minderwertigen Materialen tragen dazu bei, dass Wegwerfmode schneller im Container landet: Die günstigen Teile gehen schnell aus der Form und passen häufig schon nach wenigen Monaten nicht mehr so gut wie beim Kauf. 

 

Wegwerfmode setzt die Altkleiderindustrie unter Druck

Sortierbetriebe, die Altkleider von Sammlern beziehen, müssen laut des "Welt.de"-Berichts inzwischen zusätzliche Lagerflächen anmieten, kommen mit dem Recycling aber kaum noch hinterher. Eins der größten Probleme: Moderne Klamotten bestehen aus Mischfasern und können nicht einfach so nach sortenreinen Stoffen sortiert werden

 

Keine Besserung in Sicht

Wie so oft wiegt der wirtschaftliche Faktor bisher mehr als der ökologische. Denn anstatt auf den Altkleider-Wahnsinn zu reagieren, stehen in der Fashionbranche alle Zeichen auf eine weitere Beschleunigung des Klamottenkonsums. Oder hat jemand noch einen echten Überblick darüber, welches Label, welcher Modediscounter oder welcher Store gerade welche Kollektion für wen auf den Markt bringt? 

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