Zwischen Alkohol und StreitereienWeihnachten bei Familie Ritter aus Köthen

Wie sieht eigentlich ein Weihnachtsfest bei Familie Ritter aus? Die rechtsextreme Familie aus Köthen sorgt immer wieder für Schlagzeilen, besinnliche Töne ist man von ihr weniger gewöhnt.

Seit nun fast 24 Jahren begleitet 'Stern TV' Karin Ritter und ihre drei Söhne Andy, Christopher und Norman aus Köthen in Sachsen-Anhalt und berichtet von einem Leben zwischen Gewalt, Drogen und Rechtsextremismus. Auch zu Weihnachten besuchte ein Kamerateam im letzten Jahr Familie Ritter in der Obdachlosenunterkunft. Kleine Weihnachtsbäume stehen im Treppenhaus und im Wohnzimmer. Im Nebenzimmer hat Karin Ritter sogar einen kleinen Gabentisch aufgebaut.

 

Weihnachten bei Familie Ritter

Trotzdem will weihnachtliche Stimmung nicht so wirklich aufkommen. Auf die Frage, wie sie Weihnachten denn feiern wird, antwortet Karin Ritter nur knapp mit: „Beschissen.“ Später erzählt sie dann aber doch, dass sie sich am liebsten „Kaffee, Kuchen und Ruhe“ wünscht. Gegen 16 Uhr soll es die Bescherung geben. Allerdings nur mit ihr, ihrer Tochter Ivonne und dessen Mann. Ihre eigenen Söhne will sie nicht dabeihaben, die wären eh nur betrunken. Das ist denen aber herzlich egal. Tatsächlich trinken Norman und Christopher schon mittags Schapps und Bier. Das gehört für sie einfach dazu.

Wie von Karin Ritter vorhergesagt, kippt die Stimmung schnell. Als Ivonne aus Versehen mit dem Fuß eine Schnapsflasche umstößt, schreit Norman los und beschimpft seine Schwester. Man merkt schnell, dass er jetzt lieber woanders wäre. Im Gespräch mit der Reporterin bricht er in Tränen aus. Er wäre nur hier, „weil es ein Fest der Familie ist nun mal. Naja irgendwie muss es sein, ja auch wenn meine Kinder nicht da sind.“ Seine Kinder feiern bei der Kindesmutter ohne ihren Vater. Das trifft ihn sehr. 

 

Geschenke aus der Nachbarschaft

Dann klingelt es auf einmal an der Tür und Leute aus der Nachbarschaft bringen der Familie Ritter einen Geschenkekorb vorbei. Frau Ritter ist dies sehr unangenehm und peinlich. Denn auch wenn sie in einer Obdachlosenunterkunft leben, fehlt ihnen kein Essen. Im Gegenteil, auf dem Herd steht Kasselergulasch mit Rotkohl und Kartoffelklößen. Für den ersten Weihnachtsfeiertag liegt eine Gans parat. Hunger ist kein Problem der Ritters, vielmehr sind es Drogen, Alkohol und Gewalt.

Dieses Jahr wird das Weihnachtsfest vermutlich etwas anders ablaufen. Familie Ritter musste im Herbst 2018 ihr Zuhause in der Obdachlosenunterkunft verlassen und ein anderes Haus beziehen. Es wird das erste Weihnachten für Karin in ihrer eigenen Wohnung und damit vielleicht auch das Erste ohne ihre Söhne.

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