Superfood im CheckWeizengras: Superfood oder Super-Abzocke?

Weizengras wird als neues Superfood gehandelt. Doch ist das teure Grünzeug wirklich so gesund? Ernährungswissenschaftler haben da ihre Zweifel.

Chia-Samen, Goji-Beeren, Matcha – in jedem Supermarktregal springen einem aktuell neue Superfoods entgegen. Die sehen hip aus, versprechen Wunder und sind vor allem teuer. Aber lohnt sich das Geld überhaupt?

Stiftung Warentest hat sich dem Mythos Superfood angenommen und insbesondere Grünzeug unter die Lupe genommen. Denn im Trend liegt scheinbar die Farbe Grün. Neben Spirulina und Matcha gelten Gräser dabei als die neuen Wundermittel.

Obwohl Weizengras eigentlich nicht besonders originell klingt, ist es momentan in sämtlichen Supermärkten vertreten. Man kann das Superfood als Saft, Pulver oder in Kapselform kaufen. Die Liste der positiven Wirkungen ist dabei so lang, wie sie eben sein muss, um einen abnormal hohen Preis zu rechtfertigen. Die Gräser sollen unter anderem entgiften, Sauerstoff transportieren, schlank zaubern und Krebs vorbeugen.

 

Weizengras: Pestizide statt Vitamine

Die Realität sieht dabei aber meist anders aus. Wie Stiftung Warentest berichtete, verbergen sich in den Supergräsern nämlich weniger heilende, als vielmehr schädliche Stoffe: nämlich Pestizide. Das kam bei einer Lebensmittelkontrolle in Baden-Württemberg heraus.

Damit nicht genug. Weizengras wird vor allem aufgrund des Chlorophyll-Gehalts hoch gelobt. Zum einen enthält grünes Gemüse generell Chlorophyll, Weizengras ist dort keine Besonderheit. Ob das den Körper aber tatsächlich mit Sauerstoff bereichert, ist zum anderen gar nicht bewiesen.  

Ernährungswissenschaftler haben da ihre Zweifel – vor allem weil die Nährstoffe bereits im Magen zerlegt werden. Dazu kommt, dass bereits während des Verarbeitungsprozesses, wie dem Trocknen und Mahlen zu Pulver, viele hitzeempfindliche Vitamine verloren gehen. Wissenschaftlich bewiesen sind die gesundheitlichen Vorteile übrigens nicht, seriöse Quellen zu den genauen Inhaltsstoffen lassen sich schwierig finden – eben weil Superfoods meist exotisch und damit weniger bekannt sind.

 

Wenn Superfood Bauchschmerzen macht

Zudem weist das Bundesforschungsinstitut für Ernährung besonders darauf hin, dass Superfoods keine Möglichkeit sind, Ernährungsfehler, wie zu viel Zucker oder Kohlenhydrate, einfach auszubügeln. Zuletzt bereitet das grüne Superfood aber nicht nur Experten Bauchschmerzen. Tatsächlich kann Weizengras zu Verdauungsproblemen führen, da die Pflanzenfasern schwer bis gar nicht verdaulich sind.

Pestizide, Bauchschmerzen und falsche Versprechungen klingen dann noch nicht mehr so super. Das Max-Rubner-Institut weist darauf hin, dass eine ausgeglichene Ernährung aber auch ohne Superfoods funktioniert – und zwar günstiger und gesünder. Der Bedarf an Nährstoffen werde bereits über die übliche Nahrung abgedeckt.

Wie gesunde Ernährung funktioniert, erfährst du hier: 

(ww4)

Kategorien: