Mama-BlogWelche Schule ist die richtige für mein Kind?

Welche Schule ist für mein Kind am besten geeignet? Mama-Bloggerin Timea über die Suche nach der besten Schule für ein glückliches Kind.

Inhalt
  1. Bald steht der erste Schultag an - welche Schule sollen wir wählen?
  2. Ich wünsche mir, dass meine Tochter in der Schule glücklich ist
  3. Vielleicht sind alternative Schulen besser?
  4. Ich möchte meinem Kind zu viel Leistungsdruck ersparen

 

Bald steht der erste Schultag an - welche Schule sollen wir wählen?

Meine Tochter ist etwas über zwei Jahre alt. Sie spielt mit ihren Plüschtieren, sie liebt malen, kneten und Rollenspiele in ihrer Kinderküche oder mit dem Puppen-Buggy. Es ist noch gar nicht so lange her, da lag sie noch auf ihrer Spieldecke und ich beobachtete sie, wie sie sich das erste Mal vom Rücken auf den Bauch rollte. Die Zeit vergeht schnell und ehe ich mich versehe, steht der erste Schultag vor der Tür und ein ganz neues Kapitel in ihrem eigenen und in unserem gemeinsamen Familienleben wird eingeleitet.

Berge von Hausaufgaben und gefühlt Tausend Verpflichtungen werden ihr sorgloses Leben aus Freispiel, Schlaf und Essen erdrücken. Oder sie wird wertvolle Freundschaften schließen, ihr Lieblingsfach finden und mit Begeisterung Neues lernen. So oder so, die Schule wird kommen und wird Veränderungen bringen.

 

Ich wünsche mir, dass meine Tochter in der Schule glücklich ist

Es mag verrückt klingen, dass ich mir jetzt schon über die "ferne" Zukunft Gedanken mache, aber tatsächlich interessiere ich mich in letzter Zeit immer mehr für die verschiedenen pädagogischen Konzepte. Wir Mütter (und natürlich Väter) wollen doch alle, dass unsere Kinder glücklich sind und sich frei entfalten können. Doch "frei" ist sicherlich nicht das erste Wort, was mir zum Regelschulsystem einfällt - "Zwang" trifft es schon eher.

Alle Eltern stellen sich eines Tages die schwierige Frage: Welche Schule ist die richtige für mein Kind?
Alle Eltern stellen sich eines Tages die schwierige Frage: Welche Schule ist die richtige für mein Kind?
Foto: iStock

Ich selber war eine ganz gute Schülerin (mal abgesehen von der 13. Klasse, die ich vor lauter Ablenkung durch Partys und Jungs nicht so wirklich mitverfolgte…). Ich hasste Mathe und konnte mit Physik nicht viel anfangen, aber ich boxte mich durch. Es musste eben sein. Heute brauche ich das meiste nicht, was ich in diesen Unterrichtsstunden lernte. Was ich heute an mathematischem Wissen im Alltag brauche ist Kopfrechnen und Prozentrechnen - das kann ich beides gut, hier finde ich den Bezug zur Realität. Analysis und analytische Geometrie sind für mich wie weit entfernte Galaxien ohne Verknüpfungspunkte in meinen Alltag. Sprachen lernen wiederum machte mir schon immer großen Spaß und bis heute profitiere ich davon, selbst in meinem Berufsleben.

 

Vielleicht sind alternative Schulen besser?

Meiner Meinung nach fehlt im Regelschulsystem die Praxis, die Selbstbestimmung der Kinder und das Querdenken. Wenn jemand nur 1-er schreibt, dann kann er natürlich später alles studieren, die Türen stehen offen. Es heißt aber noch lange nicht, dass dieser Schüler auch in der „echten“ Welt da draußen bestehen kann. Das Leben besteht nicht nur aus Noten und Schulaufgaben.

Tatsächlich brachte mich mein Mann auf das Thema der alternativen Schulsysteme. Das Regelschulsystem war ihm schon immer ein Graus - zu viele schlechte Erfahrungen und schlechte Lehrer führten ihn zu diesem Schluss. Er wünscht sich für unsere Tochter eine andere Art der Schule. Doch welche?

Bei dieser Frage gibt es auf dem Büchermarkt ein praktisches Helferlein. Das Buch "Die Beste Schule für mein Kind" (Eden Books) bietet eine tolle Übersicht über alle gängigen Schultypen. Die Kapitel zu den einzelnen Schulen beginnen alle mit "Ein Tag an der…-Schule" und bieten so einen Insiderblick in den jeweiligen Schulalltag. Danach werden die Geschichte, das pädagogische Konzept, die Noten und Abschlüsse der einzelnen Schultypen vorgestellt, um den neugierigen Eltern einen ersten Eindruck zu vermitteln. Interessant sind außerdem weiterführende Infos zu möglichen Schulwechsel, die Pädagogen und ihre spezielle Ausbildung, sowie die Rolle der Eltern und die Finanzierung dieser Schulen. Am Ende jeden Kapitels gibt es ein möglichst objektiv gehaltenes "Dafür und Dagegen", das zum Nachdenken anregt. Abgesehen von der Einführung der verschiedenen Schulen wie Waldorf, Montessori, internationale Schulen, konfessionelle Schulen und freie aktive Schulen sind auch noch Interviews mit Experten abgedruckt, die weitere Expertise zum Thema Schule und Bildung vermitteln.

 

Ich möchte meinem Kind zu viel Leistungsdruck ersparen

Was mich als Mama einer Zweijährigen vor allem fesselte, war das erste Kapitel des Buches, das sich mit verschiedenen Kindergartenkonzepten beschäftigt. Vielleicht ist es bereits nächstes Jahr zum Antritt in den Kindergarten Zeit zum Umdenken. Zumindest regte mich das Buch an, mehr hinter die Fassade der Kindertageseinrichtungen zu blicken. Man hört immer wieder, dass es Kindergärten gibt, die bereits Leistungsdruck auf die Kleinen ausüben durch krampfhaftes Vorbereiten auf die kommende Grundschule.

Die Grundschule ist wichtig, damit das Kind auf eine gute weiterführende Schule gehen kann. Klar wünsche ich mir insgeheim, dass meine Tochter einmal einen guten Abschluss erreicht und studieren kann, was sie möchte. Aber der Weg dahin kann sicherlich mit anderen Mitteln erreicht werden, als mit Notendruck, Hausaufgabenbergen und zwanghaftem "Fördern" in Form von sämtlichen Zusatzfähigkeiten im musischen, sportlichen und sonstigen Bereichen. Das soll sie möglichst selber entscheiden können.

Besonders angetan hat es mir die Montessori-Pädagogik mit seinem Leitspruch "Hilf mir, es selbst zu tun". Lehrer werden zu Lernbegleitern und statt Noten- und Leistungsdruck finden die Kinder ihr eigenes Lerntempo und beschäftigen sich mit Projekten ihrer Wahl. Freiarbeit ist ein wichtiger Baustein in der Montessori-Pädagogik. Trotzdem lernen die Kinder schwierige Mathe-Aufgaben zu lösen, doch erstmal mit Hilfe von Materialien. Viele bunte Perlen und ein Wurzelbrett werden zum Beispiel beim Wurzelziehen herangezogen. Wieso auch nicht? So können sich die Schüler bildhaft und praktisch vorstellen, was sie da eigentlich tun.

Es lohnt sich auf jeden Fall, sich vor Kindergarten- oder Schuleintritt in der näheren und nicht ganz so nahen Umgebung umzuschauen, was es für Alternativen gibt. Ich denke, wir alle neigen dazu, die nächstgelegene Schule oder den nächstgelegenen Kindergarten zu wählen. Aber vielleicht lohnt sich der weitere Schul- oder Kindergartenweg für ein glücklicheres Leben, wenn es sich einrichten lässt. Eine Überlegung ist es wert.

Liebe Grüße,

Eure Timea

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