SicherheitWhatsApp: 5 Punkte in den AGB, die kaum ein Nutzer kennt (aber kennen sollte)

Was steht eigentlich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von WhatsApp? Wir haben die 5 wichtigsten Punkte für dich kurz zusammen gestellt.

5 Dinge, die in den WhatsApp-AGB stehen
Kaum ein WhatsApp-Nutzer hat sich je die AGB der App durchgelesen
Foto: iStock
Inhalt
  1. Kein Zugriff auf Notdienste über WhatsApp!
  2. WhatsApp greift auf dein Adressbuch zu!
  3. WhatsApp ist in Deutschland erst ab 16 Jahren erlaubt!
  4. Alle WhatsApp-Nachrichten werden 30 Tage lang gespeichert!
  5. Die ganze Welt hat Zugriff auf deine WhatsApp-Gespräche!

Bei jedem Vertragsabschluss müssen wir den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, kurz AGB, zustimmen. Doch das seitenlange Kleingedruckte liest sich kaum ein Mensch durch. Die meisten Menschen setzten schnell das Häckchen bei "gelesen und mit den AGB einverstanden" - ohne je ein Wort davon gelesen zu haben.

WhatsApp-AGB ist rund 20 Seiten lang

Das Problem dabei ist: Manchmal verstecken sich in den AGB ganz fiese Klauseln, die den Nutzern so einiges abverlangen - im Fall der Fälle. Oder anders gesagt: Hätte man es vor der AGB-Zustimmung gewusst, hätte man es sich zwei Mal überlegt, ob man zustimmt oder nicht.

Die AGB von WhatsApp bilden da keine Ausnahme. Auf rund 20 A4-Seiten (etwa 7.720 Wörter in deutscher Sprache) erklärt WhatsApp, welche Rechte das Unternehmen für sich beansprucht und was es sich erlaubt, mit deinen Daten zu tun.

Natürlich wäre jeder gut beraten, sich die AGB von WhatsApp selbst durchzulesen. Für alle, die dafür weder Zeit noch Lust haben, haben wir hier die 5 kritischsten Klauseln zusammengestellt.

 

Kein Zugriff auf Notdienste über WhatsApp!

Für viele Nutzer hat WhatsApp die SMS abgelöst. Sogar beim Telefonieren greifen immer mehr Nutzer auf die App zurück, statt auf die Telefonfunktion des Handys. Was kaum einer weiß: Im Notfall kann man auf die App nicht zählen! Skandalös? Aber nicht doch! Schließlich hat WhatsApp seine Nutzer in den AGB davor gewarnt:

"Es gibt wichtige Unterschiede zwischen WhatsApp und den Telefon- bzw. SMS-Diensten auf deinem Mobiltelefon und im Festnetz. Unsere Dienste bieten keinen Zugriff auf Notdienste oder Notfalldienstleister, einschließlich Polizei, Feuerwehr oder Krankenhäuser, und sie stellen auch nicht auf sonstige Weise eine Verbindung zu öffentlichen Notrufleitstellen her. Du solltest sicherstellen, dass du deine jeweiligen Notfalldienstleister über einen Mobilfunk-, Festnetz- oder sonstigen Dienst erreichen kannst."

Erst im Januar 2017 versuchte ein Zeuge eines Autobrandes die Feuerwehr per WhatsApp zu rufen. Statt die Feuerwehr in Gladbeck (NRW) erreichte der Zeuge allerdings ein Lokalradio.

 

WhatsApp greift auf dein Adressbuch zu!

Bei WhatsApp ist es ziemlich praktisch, dass Nutzer die Telefonnummer seiner Freunde, Kollegen und Verwandten nicht einzeln abspeichern muss. Schließlich zieht sich die beliebte App die Kontaktdaten selbst aus deinem Handy. Datendiebstahl? Keinesfalls! Schließlich hat jeder Nutzer auch dieser AGB-Klausel zugestimmt:

"Du stellst uns regelmäßig die Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern und deinen sonstigen Kontakten in deinem Mobiltelefon-Adressbuch zur Verfügung. Du bestätigst, dass du autorisiert bist, uns solche Telefonnummern zur Verfügung zu stellen, damit wir unsere Dienste anbieten können."

 

WhatsApp ist in Deutschland erst ab 16 Jahren erlaubt!

In Deutschland ist WhatsApp ab 16 Jahren (!) erlaubt! Offiziell jedenfalls - schließlich steht es in den AGB der App:

"Du musst mindestens 13 Jahre alt sein, um unsere Dienste zu nutzen (bzw. so alt, wie es in deinem Land erforderlich ist, damit du berechtigt bist, unsere Dienste ohne elterliche Zustimmung zu nutzen)."

In Deutschland braucht man in der Regel bis zum 16. Lebensjahr die elterliche Zustimmung bei AGB-Zustimmungen.

 

Alle WhatsApp-Nachrichten werden 30 Tage lang gespeichert!

Ob zugestellt oder nicht: Jede WhatsApp-Nachricht wird 30 Tage lang auf den Servern des Unternehmens gespeichert. Was das Unternehmen - rein theoretisch - mit deinen Nachrichten machen kann? Na praktisch alles (siehe das Fettgedruckte):

"(Auch nicht) zugestellte Nachrichten werden 30 Tage lang gespeichert. Deine Lizenz gegenüber WhatsApp. Damit wir unsere Dienste betreiben und bereitstellen können, gewährst du WhatsApp eine weltweite, nicht-exklusive, gebührenfreie, unterlizenzierbare und übertragbare Lizenz zur Nutzung, Reproduktion, Verbreitung, Erstellung abgeleiteter Werke, Darstellung und Aufführung der Informationen (einschließlich der Inhalte), die du auf bzw. über unsere/n Dienste/n hochlädst, übermittelst, speicherst, sendest oder empfängst."

 

Die ganze Welt hat Zugriff auf deine WhatsApp-Gespräche!

Wer sich in Sicherheit wiegt und glaubt, dass WhatsApp die Daten für sich behält, liegt leider falsch. In den AGB ist sogar die Rede davon, deine Informationen auf der ganzen Welt zu verbreiten:

"Du akzeptierst unsere Informationspraktiken, darunter auch das Sammeln, Verwenden, Verarbeiten und Teilen deiner Informationen wie in dieser Datenschutzrichtlinie beschrieben, sowie die Übertragung und Verarbeitung deiner Informationen in die/den USA und andere/n Länder/n weltweit, wo wir Einrichtungen, Dienstleister oder Partner haben bzw. einsetzen, und zwar unabhängig davon, wo du unsere Dienste nutzt. Du erkennst an, dass die Gesetze, Vorschriften und Standards des Landes, in dem deine Informationen gespeichert oder verarbeitet werden, von denen deines eigenen Landes abweichen können."

 

(ww7)

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