GerichtsbeschlussWhatsApp-Urteil: Droht Nutzern eine Abmahnung?

Droht WhatsApp-Nutzern jetzt eine Abmahnung?
Droht WhatsApp-Nutzern jetzt eine Abmahnung?
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Ein Urteil sorgt für Aufruhr unter WhatsApp-Nutzern. Kontakte dürften demnach nicht wahllos zu WhatsApp hinzugefügt werden. Kommt jetzt eine Abmahnwelle auf uns zu?

Im kleinen Bad Hersfeld in Hessen führt ein Prozess momentan dazu, dass ganz Deutschland über das Gericht der Kurstadt spricht. Grund ist ein Urteil zum Messengerdienst WhatsApp. Denn das könnte nun Folgen für alle Nutzer haben.

Das Urteil des Amtsgerichtes Bad Hersfeld lautet: Man darf keine Kontakte zu WhatsApp hinzufügen, wenn diese nicht zugestimmt haben. Daraufhin wird nun wild spekuliert: Droht jetzt eine Abmahnwelle?

Ursprung des Beschlusses war ein Familienstreit zwischen getrennten Eltern über die Handynutzung ihres Sohnes. WhatsApp spielte dabei eigentlich nur eine kleine Rolle – doch dieser Part schlägt jetzt die größten Wellen. Denn das Gericht beschloss, dass das Kind neue Kontakte nur mit deren Erlaubnis bei WhatsApp hinzufügen dürfe.

Für die Mutter heißt das: Sie muss innerhalb von zwei Monaten sämtliche Einverständniserklärungen der WhatsApp-Kontakte ihres Kindes vorlegen. Doch was bedeutet der Beschluss für uns?

Rein rechtlich steht es einem Menschen nicht zu, die Telefonnummer eines anderen ohne dessen Einverständnis weiterzugeben – auch nicht an einen Messengerdienst wie WhatsApp.

Allerdings haben wir meist nur Personen in der WhatsApp-Kontaktliste, mit denen wir eben auch über den Chat kommunizieren. Mit der Nutzung haben diese den Bedingungen somit selbst bereits zugestimmt und ihre Nummer an WhatsApp weitergegeben. Damit wäre das Problem gelöst.

Doch meist ist WhatsApp mit den Kontakten im Smartphone vernetzt.

Auf Nummer sicher kann man also gehen, wenn man WhatsApp in den Einstellungen den Zugriff auf das Adressbuch verweigert. Somit werden keine Daten außerhalb des Messengers an Dritte weitergegeben. Aber: Hat WhatsApp die Nummern einmal übermittelt, werden sie durch ein simples Löschen der Kontaktliste wohl nicht einfach verschwinden. Dem sollte man sich bewusst sein. 

Threema: Die bessere Whatsapp-Alternative?

Welche Folgen das Urteil zukünftig für den Messengerdienst haben wird, ist noch ungewiss. Doch erst einmal können wir aufatmen: Eine Abmahnwelle ist momentan erst einmal unwahrscheinlich. Wer sicher gehen will, sollte anfangen, sich schriftliche Einverständniserklärungen seiner WhatsApp-Kontakte einzuholen.

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(ww4)

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