VirenvermehrungWHO-Bericht: Malaria wieder auf dem Vormarsch

Erschreckend: Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kürzlich bekannt gab, steigt die Zahl der Malaria-Infektionen zum ersten Mal seit Jahren wieder an.

Inhalt
  1. Malaria-Erreger entwickeln Resistenzen
  2. Weiteres Problem bei der Malaria-Bekämpfung: Das Geld reicht nicht
  3. Afrika am schwersten betroffen
  4. Was ist Malaria?
  5. Der Plan der WHO für 2018

2015 waren es noch 211 Millionen Malaria-Fälle weltweit. Wie die WHO in ihrem in Genf veröffentlichten Malaria-Bericht bekannt gab, wurden für 2016 5 Millionen weitere Infektionen festgestellt. Damit kam es im vergangenen Jahr zu insgesamt 216 Millionen Fällen.

Zur gleichen Zeit sank allerdings die Zahl der Malaria-Toten - doch nur gering. 2016 starben 445.000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit der tropischen Krankheit. 2015 forderte das Fieber noch 1.000 mehr Tote. Besonders schlimm: Circa drei Viertel der 445.000 Verstorbenen waren Kinder unter fünf Jahren. Der Großteil von ihnen stammte aus Afrika, genauer aus Regionen südlich der Sahara.

 

Malaria-Erreger entwickeln Resistenzen

Eines der großen Probleme bei der Bekämpfung von Malaria ist, dass die Erreger mit der Zeit Resistenzen gegen die Medikamente entwickeln. Wie die WHO-Experten berichten, ist in 61 von den 76 von Malaria schwer betroffenen Ländern mindestens einer der gefährlichen Erreger inzwischen resistent gegen die bisher verwendete Medikation. 

 

Weiteres Problem bei der Malaria-Bekämpfung: Das Geld reicht nicht

Im Jahr 2016 wurden 2,7 Milliarden US-Dollar, umgerechnet 2,2 Milliarden Euro, in den Kampf gegen Malaria investiert. Doch nach Angaben der WHO reicht das nicht aus, um die Krankheit wirklich mit langfristigem Erfolg zu bekämpfen. Damit dies möglich ist, müssten ab 2020 mindestens 6,5 Milliarden Dollar, 5,4 Milliarden Euro, dafür vorhanden sein.

Als weitere Gründe für den erschwerten Kampf gegen Malaria führten die Experten außerdem Kriege sowie klimatische Anomalien an. 

 

Afrika am schwersten betroffen

Besonders schwer von der Krankheit Malaria ist der afrikanische Kontinent, insbesondere die Region südlich der Sahara betroffen. 90 Prozent der 2016 registrierten Fälle traten hier auf. Südostasien folgt - allerdings mit einem großen Abstand. 

 

Was ist Malaria?

Malaria ist ein tropisches Fieber. Ausgelöst wird es durch eine Infektion mit den Plasmodium-Parasiten, die durch den Stich einer weiblichen Anopheles-Mücke übertragen werden. Diese kommen vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten der Erde vor. Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt, kann sie mittels Medikamentengabe meistens geheilt werden. Urlauber, die eine Reise in die betroffenen Gebiete beabsichtigen, sollten vor Abflug immer einen Tropenarzt aufsuchen und sich von diesem über das Malaria-Risiko informieren lassen. Er kann auch Medikamente zur Mitnahme verschreiben.

 

Der Plan der WHO für 2018

Bereits 2018 könnte man nach Aussage der WHO mit einem Pilotprojekt beginnen, in dessen Rahmen Kinder aus drei afrikanischen Ländern mit dem Malaria-Impfstoff RTS,S geschützt werden. Wie klinische Studien ergeben haben, kann der Stoff wirksam vor einer Malaria-Infektion bewahren. Lückenlos ist die RTS,S-Impfung allerdings nicht.

(ww8)

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