Eine "sehr reale Gefahr"WHO schlägt Alarm: Pandemie könnte schon bald Millionen Todesopfer fordern

Die Weltgesundheitsorganisation WHO zeichnet in einem aktuellen Bericht ein dramatisches Bild: Die Welt sei nicht vorbereitet auf die nächste Pandemie. Man rechnet mit bis zu 80 Millionen Todesopfern. 
 

Inhalt
  1. Die WHO warnt: Es gilt, zu handeln!
  2. Welche Pandemie könnte der Welt drohen? 
  3. Was soll die Welt jetzt tun?
  4. Kann eine Pandemie überhaupt vorausgesagt werden?
  5. Wie gefährdet sind wir in Deutschland? 

Globale Epidemien, sogenannte Pandemien, sind in unserer vernetzten Welt eine reale Gefahr: Die Weltbevölkerung ist in Bewegung, auf Reisen, unterwegs und so verbreiten sich Infektionskrankheiten schneller – und vor allem weitläufiger. 

Obwohl wir das wissen, sind die Vorsichtsmaßnahmen gegen globale Pandemien "völlig unzureichend", wie ein Gremium der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltbank aktuell warnt. 

WHO-Schätzung: Täglich erkranken über eine Million Menschen an einer Geschlechtskrankheit

 

Die WHO warnt: Es gilt, zu handeln!

Das unabhängig agierende Global Preparedness Monitoring Board (GPMB) wurde im Mai 2018 als Reaktion auf die Ebola-Krise, die auch in Deutschland für Angst gesorgt hat, in den Jahren 2014 bis 2016 ins Leben gerufen. Im Fokus der 15 GPMB-Experten steht die Frage, wie gut die Weltbevölkerung auf weltweite Gesundheitskrisen vorbereitet ist. 

Dabei kommt die Sorge um globale Pandemien nicht von ungefähr: Die weltweiten Epidemien kommen immer wieder vor und es gilt als gesetzt, dass sie auch in Zukunft eine "sehr reale Gefahr" darstellen, wie die WHO betonte. 

In seinem ersten Bericht fällt der GPMB ein eindeutiges Urteil: Die weltweiten Vorsichtsmaßnahmen gegen eine globale Pandemie seien "völlig unzureichend". 

"Es ist schon längst an der Zeit zu handeln", betont der GPMB in seinem Bericht.

Multiresistente Keime verbreiten sich: WHO zeigt sich besorgt

 

Welche Pandemie könnte der Welt drohen? 

Die Experten der WHO und der Weltbank gehen von einem dramatischen Szenario aus: Die nächste Pandemie könnte in Form eines tödlichen Erregers der Atemwege in Erscheinung treten. 

Tritt dieser Fall ein, so könnten bei der aktuellen Vorbereitungslage bis zu 80 Millionen Menschen sterben – weil beispielsweise nicht genügend Impfstoffe vorhanden sein werden oder Menschen in Gebieten leben, in denen nicht genügend medizinische Versorgung gewährleistet werden kann. 

Opioid-Epidemie in den USA – aber wie ist die Lage in Deutschland? 

 

Was soll die Welt jetzt tun?

Der Bericht des Global Preparedness Monitoring Board bindet niemanden an feste Maßnahmen. Er ist lediglich ein Papier, das wachrütteln soll. 

Die Experten haben sieben Methoden zusammengefasst, mithilfe derer sich die Welt besser auf Pandemien vorbereiten könnte. 
Unter diesen Punkten finden sich unkonkrete Wünsche wie "Die Regierungen müssen sich einbringen" und der Vorschlag, dass die Staaten, die dem G7, G20 oder G77 angehören, "mit gutem Beispiel" vorangehen sollten. Man müsse sich außerdem "auf das Schlimmste vorbereiten". 

Ein wenig konkreter schlägt der GPMB aber auch vor, die Kommunikation und vor allem den Austausch zwischen den verschiedenen Institutionen der Vereinten Nationen zu verbessern. 

WHO warnt vor Krankheit X: Löst der unbekannte Erreger eine Epidemie aus?

 

Kann eine Pandemie überhaupt vorausgesagt werden?

Ihre Prognosen stützen die Experten des GPMB unter anderem auf die Erfahrungen aus zurückliegenden Pandemien. Denn nicht nur der Ebola-Virus ängstigt die Welt immer wieder, vor allem die Grippe hat in der Vergangenheit mehrfach für weltweites Sterben gesorgt.

Allein im vergangenen Jahrhundert gab es drei Influenza-Pandemien:
1918  die Spanische Grippe, 1957 und 1968  die Asiatische Grippe und 2009 die Schweinegrippe, auch bekannt als H1N1. 

Es kann zwar nicht vorausgesagt werden, wann die nächste Pandemie auftritt, wo sie ihren Ursprung haben wird oder auf welchem Weg sie sich verbreitet. Aber dass es eine nächste Pandemie geben wird, gilt als sicher. 

Grippewelle 2019: Immer mehr Influenza-Fälle in Deutschland 

 

Wie gefährdet sind wir in Deutschland? 

Natürlich kommt es auch in Deutschland zu ungewollten Ansteckungen. Allerdings sind wir hierzulande sehr bewusst auf Pandemien vorbereitet. 

Seit 2005 gibt es beispielsweise den gemeinsam von Bund und Ländern getragenen Nationalen Influenzapandemieplan des Robert Koch-Instituts, der 2007 noch einmal überarbeitet wurde. 

Im Falle des Schweren Akuten Atemwegssyndroms (SARS) 2002/2003 erkrankten in der Volksrepublik China, wo die Seuche ihren Ursprung hatte, 5.327 Menschen an SARS, 349 Menschen starben. In Deutschland wurden zwar neun Fälle von SARS  eingeschleppt, zu einer Ansteckung innerhalb des Landes kam es allerdings nicht.  

Weiterlesen: 

Kategorien: