Das sitzengelassene Gelenk Wie übermäßiges Sitzen zu Arthrose führen kann

Wir achten auf unsere Ernährung und geben uns Mühe regelmäßig Sport zu treiben - beruhigend für das Gesundheitsbewusstsein. Aber was ist mit den Gelenken? Der moderne Mensch ist zu "sesshaft" und lässt seine Gelenke damit ungeachtet im Stich.

Handeln bevor es zu spät ist und ein operativer Eingriff unumgänglich wird.
Handeln bevor es zu spät ist und ein operativer Eingriff unumgänglich wird.
Foto: iStock // robertprzybysz

Der Mensch liebt es zu sitzen, dabei ist es völlig gegen seine Natur. Die Wirbelsäule eignet sich nämlich gar nicht gut zu diesem Zweck. Beim Sitzen wird das Becken nach hinten gekippt und die Wirbelsäule nimmt eine unnatürliche "C"-Form an. Durch das ewige Sitzen besteht zudem die Gefahr, dass sich die Muskeln im Rücken, Bauch und im Bereich der Knie zurückbilden und so Wirbel und Gelenke weniger stützen können. Rücken, Knie und Hüfte leiden also besonders stark unter der Dauersitzerei.

Im Sitzen zur Arthrose

Die wichtige Knorpelschicht zwischen den Gelenken ist auch betroffen. Der Knorpel dient als Puffer, damit die Knochenenden bei der Bewegung nicht aneinander reiben. Doch für einen gesunden Knorpel sind zwei Faktoren entscheidend: Bewegung und die richtigen Nährstoffe. Denn nur wenn das Gelenk bewegt wird, werden die wichtigsten auch in den Knorpel eingewalkt. Durch das viele Sitzen, wird das verhindert. Die mögliche Folge: Die Oberfläche des Knorpels wird rau und das Gelenk gleitet nicht mehr reibungslos. Weil die Knorpelschicht sich immer mehr abnutzt, kann die Gelenkbewegung nicht mehr abgefedert werden. Gelenkprobleme bis hin zur Arthrose können entstehen.

Setz Dich für Deine Gelenke ein: Steh auf!

Auch wenn Du regelmäßig Sport machst, kann das die Folgen des vielen Sitzens nicht komplett aufhalten. Um die Gelenke im Alltag so gut es geht zu unterstützen, sollte die Sitzphasen zwischendurch immer mal wieder durch aufstehen und umherlaufen unterbrochen werden. Noch besser: Den Gelenken zur Liebe zwischendurch an einem Stehpult arbeiten, wenn die Möglichkeit besteht. Der Weg zum Drucker, die Treppe anstatt des Fahrstuhls oder den Kollegen nicht anzurufen, sondern zu besuchen, sind gute Möglichkeiten, um immer mal wieder in Bewegung zu kommen. 

Ran an den Speck

Logisch, wer viel sitzt und sich dadurch wenig bewegt, läuft Gefahr Übergewicht anzusetzen oder gar Adipositas zu entwicklen. Übergewicht erhöht die statistische Belastung, vor allem der Knie- und Hüftgelenke. Nicht selten kommt es dadurch zu einer Fehlstellung der Beine, welche die Kniegelenke zusätzlich schädigt. Erst in den letzten Jahren haben Wissenschaftler außerdem die Erkenntnis gewonnen, dass das Fettgewebe einen Einfluss auf die Entstehung einer Arthrose hat. Fettzellen sind unausgesprochen aktive Zellen, die eine Vielzahl von Botenstoffen ausschütten. Dazu gehören auch Substanzen, die Entzündungen und Knorpelabbauprozesse verstärken und somit zu einer Arthrose-Entstehung bzw. Verleschlechterung führen.

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