Lachen tut gutWieso ist lachen gesund? Was passiert beim Lachen eigentlich?

Inhalt
  1. Die Deutschen haben das Lachen verlernt
  2. Warum ist lachen gesund?
  3. Was passiert beim Lachen eigentlich in unserem Körper?
  4. Lachen als Droge
  5. Gemeinsam lachen zu können verbindet

Hand aufs Herz: Wann haben Sie das letzte Mal so richtig herzhaft gelacht? Das ist lange her? Dann sollten Sie es schnell nachholen, denn lachen macht glücklich und hält jung!

Gelächter dringt durch den Park. Unüberhörbar bahnt es sich seinen Weg zwischen den Bäumen durch. Erst leise, dann immer lauter. Spaziergänger bleiben verwundert stehen. Schmunzelnd blicken sie auf eine Gruppe Frauen und Männer, die mitten auf der Wiese stehen und sich vor lauter Lachen schütteln und biegen, nur um kurz darauf schweigend und konzentriert innezuhalten und tief ein- und auszuatmen...

 

Die Deutschen haben das Lachen verlernt

Lach-Yoga nennt sich dieser etwas kurios anmutende Zeitvertreib. Gelehrt und praktiziert wird es in "Lach-Clubs", von denen es in Deutschland inzwischen 50 gibt, weltweit sogar 3500. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig in Parks oder in geschlossenen Räumen. Und das nur aus einem Grund: Sie wollen mal wieder so richtig aus vollem Herzen lachen. Denn das ist vielen von uns mittlerweile gründlich vergangen.

Finanzkrise, steigende Arbeitslosigkeit, Klimawandel - in diesen angespannten Zeiten lassen wir uns im Schnitt nur noch 15-mal am Tag zu einem Lächeln oder Lachen hinreißen. Tendenz sinkend! Zum Vergleich: Noch vor 40 Jahren hat der Durchschnittserwachsene 45-mal am Tag gelacht und dafür immerhin knapp 20 Minuten Zeit investiert. Nur den Kindern scheint das Lachen glücklicherweise (noch) nicht zu vergehen: Bis zu 400-mal ziehen unsere Kleinen ihre Mundwinkel am Tag nach oben und gehen damit im Rennen um den Lachpokal eindeutig in Führung.

 

Warum ist lachen gesund?

Aber nicht nur das - nein, sie leben dadurch auch richtig gesund. Denn Lachen tut gut: Es ist Balsam für die Seele und nachweislich die beste Medizin gegen viele körperliche Beschwerden. Wer viel lacht, nimmt deutlich mehr Sauerstoff auf, kann sich besser konzentrieren und regt so die Durchblutung an. Super, um Herz- und Kreislaufkrankheiten vorzubeugen.

Doch das ist längst nicht alles! Auch die Verdauung verbessert sich, wenn das Zwerchfell erst mal so richtig loslegt und den Magen-Darm-Bereich durchknetet. Eine der wichtigsten Begleiterscheinungen beim Losprusten ist aber definitiv die Stärkung des Immunsystems: Beim Lachen werden Glückshormone, sogenannte Endorphine, ausgeschüttet. Sie steigern unser Wohlbefinden und wirken zudem luststeigernd, euphorisierend und schmerzlindernd. Gleichzeitig werden Botenstoffe aktiviert, die sogar das Wachstum von Tumorzellen hemmen können.

 

Was passiert beim Lachen eigentlich in unserem Körper?

Medizinisch sind Sie beim Lachen also auf der richtigen Seite. Und auch entspannen können Sie sich damit wunderbar. Denn so anstrengend ein Lachanfall manchmal auch erscheinen mag, er bringt gleichzeitig auch Entspannung mit sich. Vom Kopf bis zum Bauch beanspruchen wir beim Lachen bis zu 300 Muskeln. Immerhin 17 spannen wir allein im Gesicht an: Die Augenbrauen gehen hoch, die Nasenlöcher weiten sich, der Jochbeinmuskel zieht die Mundwinkel an, und die Augen verengen sich. Nicht selten drücken die Muskeln dabei auf die Tränensäcke. Die Folge: Vor lauter Lachen fangen wir an zu weinen. Ist der Lachanfall dann aber vorüber, setzt eine wohltuende Entspannung ein.

Dennoch führt eine heitere Runde mit Freunden am Abend auch schon mal zu Bauchmuskelkater am darauffolgenden Morgen. Kein Wunder, schließlich presst unsere Muskulatur bei einem Lachanfall die Luft mit mehr als 100 km/h Geschwindigkeit heraus. Gleichzeitig entschleunigen sich die Muskeln in den Beinen und im Unterbauch − und entspannen sich. Sind Sie nicht auch schon mal vor Lachen fast umgekippt oder haben sich beinahe in die Hose gemacht?

Warum ist lachen gesund? Körper
Es kommt nicht immer im passendsten Augenblick, aber lachen ist trotzdem in der Regel gesund
Foto: iStock
 

Lachen als Droge

Ein Lachanfall kann kurzzeitig ähnliche Empfindungen auslösen wie die Einnahme von Kokain. Wissenschaftler konnten nachweisen, dass ein Lachen die gleichen Hirnregionen anregt. Die Euphorie entsteht nämlich im Belohnungszentrum.

 

Gemeinsam lachen zu können verbindet

Mit einem Lachen oder Lächeln tun Sie aber nicht nur sich selbst etwas Gutes. Auch die Menschen in Ihrer Umgebung profitieren davon. Schließlich wurde das Lachen schon immer als Kommunikationsmittel eingesetzt. Zunächst allerdings nur als Drohgebärde, denn es entwickelte sich einst aus dem Zähnefletschen. Wer ein gesundes Gebiss hatte, demonstrierte damit Kraft nach außen. Innerhalb einer Gruppe hatte es hingegen etwas Verbindendes. Sich gegenseitig die Zähne zu zeigen hieß, Teil einer starken Gemeinschaft zu sein.

Bis heute wird unser Lächeln als Zeichen von Sympathie gedeutet.

Gefällt uns jemand, lächeln wir ihn an − und er versteht es sofort. Gemeinsam lachen zu können, gilt sogar als Geheimnis langer glücklicher Ehen. Überhaupt lacht es sich zu zweit, in der Familie, mit Freunden oder Kollegen öfter und besser als allein. Aber wie auch immer − fest steht: Lachen macht glücklich. Also, was können wir Besseres tun, als so oft wie möglich zu lachen?

Nutzen Sie jede Gelegenheit. Und wenn Sie einer Gruppe lachender Menschen im Park begegnen, dann stellen Sie sich einfach dazu, und lachen Sie mit. Sie werden sehen: Der Tag wird garantiert wunderbar ...


 

Kategorien: