PsychosomatikWieso psychosomatische Erkrankungen nicht weniger ernst sind

Psychosomatische Erkrankungen werden oftmals nicht ernst genommen. Doch nur weil keine Diagnose gestellt wird, sind psychosomatische Schmerzen nicht weniger schlimm.

Inhalt
  1. Psychosomatik oder Einbildung?
  2. Wenn der Körper zum Feind wird
  3. Die Diagnose: Psychosomatische Schmerzen

Seit über einem Jahr hat Anna Schmerzen. An den letzten Tag, an dem sie sich rundum wohl in ihrem Körper fühlte, kann sie sich kaum noch erinnern. Es fing mit den Schultern an. Aus Verspannungen wurden Schmerzen, sie krochen hoch, erst in den Nacken, dann in den Kopf, wo sie sich zu einem pochenden Druckschmerz entwickelten. Tat heute die linke Seite weh, wusste sie, dass morgen die Rechte an der Reihe sein würde. Rechts, links, rechts, links.

Sie sagte Treffen mit Freunden am Wochenende ab. Je mehr sie sich im Voraus freute, desto sicherer konnte sie sich sein, dass ihr Körper ihr einen Strich durch die Rechnung machen würde. Schon morgens spürte sie das leichte Ziehen im linken Schulterbereich, von dem sie ganz genau wusste, dass es sie ihre Verabredung am Abend kosten würde. War der Schmerz einmal da, war er unaufhaltbar.

 

Psychosomatik oder Einbildung?

Anna ging zum Arzt. Erst zu ihrem Hausarzt. Verspannungen, sagte der, typische Gegend, machen Sie Sport. Die Sportphase verging, die Schmerzen blieben.

Wieder ging Anna zum Arzt, diesmal zum Orthopäden. Der nahm sie sofort ernst, veranlasste ein Röntgen, tastete den Rücken ab. Der anschließende Befund war so erleichternd wie niederschmetternd: „Gesund! So eine Wirbelsäule wünsche ich mir sogar selbst. Sie sind in Topform.“

Nur dass Anna sich nicht gesund fühlte. Zu den wechselseitigen Schulterbeschwerden kamen neue hinzu – plötzlich war da ein dumpfer, tiefsitzender Schmerz in der Brustwirbelsäule. An Tagen, an denen es besonders schlimm war, fühlte sich ihr ganzer Körper falsch an.

Krank durch Stress: Das sind die Begleiterscheinungen

 

Wenn der Körper zum Feind wird

Und so distanzierte Anna sich nach und nach von ihm, nahm ihren Körper als Feind war, war er doch der Übeltäter, der sie um ihr Wohlbefinden, aber auch verstärkt um ihre Lebensfreude brachte.

Ihre Ärzte nahmen sie nicht ernst: „Stress! Machen Sie sich nicht so einen Kopf.“

Ihre Freunde nahmen sie nicht ernst: „Du hast auch immer irgendwas, stell dich nicht so an.“

Die Gefühle in ihr wuchsen, die Wut auf ihren Körper, die Scham vor sich und den anderen. Sie fühlte sich falsch. Wie ein Schwindler. Doch ihre Schmerzen waren doch echt, oder? Langsam begann Anna selbst an sich zu zweifeln.

Appetitlosigkeit: Wenn Kummer und Stress auf den Magen schlagen

 

Die Diagnose: Psychosomatische Schmerzen

Dann wurde es schlimmer. Plötzlich kam Herzrasen dazu. Es war, als wäre ein Schmetterling in ihrer Brust gefangen. Und dann, als sie niemandem mehr traute, weder den Ärzten, noch ihrem eigenen Körper, bekam Anna eine Grippe, für die sie heute sehr dankbar ist.

Denn für die Krankschreibung suchte sie einen neuen Arzt auf. Der hakte nach. Wollte plötzlich alles wissen – auch jenseits der Grippe. Und ehe sie sich versah, saß Anna bei einem Psychotherapeuten.

Denn ihr Arzt hatte ihre Schmerzen ernst genommen. Vor allem aber hatte er erkannt, dass er hier nicht helfen konnte. Das hatten seine zahlreichen Vorgänger auch getan – doch im Unterschied zu ihnen, gab er Anna nicht auf, sondern weiter in die Hände eines Kollegen. Das Ganze tat er vollkommen selbstverständlich. Denn seine Patientin hatte Schmerzen. Und Schmerzen muss man behandeln – ob physischer oder psychischer Natur.

Heute weiß Anna, dass ihre Schmerzen psychosomatisch waren - und trotzdem echt. Mit ihrer Geschichte möchte sie zeigen, dass psychosomatische Erkrankungen keinesfalls Einbildung sind, selbst wenn Mediziner uns manchmal davon überzeugen wollen.

Anna hatte den Glauben in sich und ihren Körper fast verloren. Heute geht es ihr nicht nur besser. Sie dankt ihrem Körper – denn er zeigt uns, dass wir Hilfe brauchen, wenn wir selbst es nicht merken wollen.

Mit diesen 5 Tipps reduzierst du deinen Stress - und du wirst dich besser fühlen!

Im Video: 8 emotionale Schmerzpunkte und was sie bedeuten

 

(ww4)

Kategorien: