Größere BereitschaftZahl der Organspender in Deutschland erstmals gestiegen

Die Spendenbereitschaft für Organe ist in Deutschland erstmals wieder gestiegen. Auch die Zahl der entnommenen Organe erhöhte sich. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation sieht vor allem einen Grund dafür.

Die eigenen Organe zu spenden, ist in Deutschland keine Pflicht. Immer weniger Bürger erklärten sich in der Vergangenheit bereit, Lungen, Herz und Co. nach dem Tod an Menschen zu spenden, denen so das Leben gerettet werden kann. Noch im Jahr 2017 wurden in Deutschland 797 Spendern Organe entnommen - laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) war das der niedrigste Stand seit 20 Jahren. 

 

Mehr registrierte Organspender in Deutschland als 2017

Nun wurden bereits die Zahlen für 2018 bis Mitte November veröffentlicht und erstmals steig die Zahl der in Deutschland registrierten Spender auf 832 Spender an. Auch die Zahl der entnommenen Organe stieg bis Oktober an: So konnten insgesamt 2566 Organe über die europäische Vermittlungsstelle Eurotransplant an schwerkranke Patienten vermittelt werden. Konkret handelte es sich dabei um 1317 Nieren, 644 Lebern, 245 Herzen, 286 Lungen, 72 Bauchspeicheldrüsen und zwei Dünndärme.

 

Darum ist die Organspendenbereitschaft höher

Die DSO vermutet als Grund für die höhere Bereitschaft die vorherige, öffentliche Diskussion über die geringe Spendenanzahl. So forderte CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn die Deutschen im September auf, sich mehr mit dem Thema auseinanderzusetzen. Zudem schlug er vor, in Deutschland die Widerspruchsregelung einzuführen: Jeder ist automatisch Organspender, wenn man nicht ausdrücklich widerspricht. 

Die verstärkte Aufmerksamkeit für Organspende habe laut DSO vielleicht dazu geführt, "dass Ärzte und Pflegende im Klinikalltag häufiger an die Möglichkeit von Organspenden denken und den Kontakt zu uns aufnehmen." Denn ein weiteres Problem für den Rückgang der Spender lag an den Krankenhäusern: Diese würden mögliche Spender zu selten erkennen und melden. 

Fakt ist: "Jedes einzelne Organ bedeutet Hoffnung für schwerkranke Menschen, für die es keine anderen Therapiemöglichkeiten mehr gibt", schreibt der DSO in einer Mitteilung.

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