ProphylaxeZahnfleischentzündung in der Schwangerschaft: Darauf solltet ihr achten

Zahnpflege in der Schwangerschaft ist besonders wichtig, denn Zähne und Zahnfleisch sind sehr anfällig und sensibel. Das müssen Schwangere wissen. 

Inhalt
  1. Wie verändern sich Zähne und Zahnfleisch während der Schwangerschaft?
  2. Jedes Kind kostet einen Zahn - Mythos oder Wirklichkeit?
  3. Welche zahnärztlichen Vorsorgemaßnahmen sind notwenig & welche nicht?
  4. Richtige Zahnpflege in der Schwangerschaft: So einfach geht's

Die körperlichen Veränderungen während der Schwangerschaft sind hauptsächlich hormonell bedingt. Betroffen ist davon auch der Mundraum. Gerade Zähne und Zahnfleisch sind in der Schwangerschaft sehr sensibel und anfällig für Entzündungen und Infektionen. Daher ist die richtige Zahnpflege in diesen neun Monaten besonders wichtig. 

 

Wie verändern sich Zähne und Zahnfleisch während der Schwangerschaft?

Durch die hormonelle Veränderung kann es zu einer verstärkten Speichelbildung kommen und der Speichel ist deutlich säurehaltiger während der Schwangerschaft. Wer eh schon unter kariösen Zähnen leidet, kann während der Schwangerschaft Probleme mit Karies bekommen. Darüber hinaus ist das Zahnfleisch während der Schwangerschaft besser durchblutet, dadurch kommt es häufiger zu Zahnfleischbluten.

Es kann auch zu Wucherungen des Zahnfleisches kommen. Die Schwellungen und Wucherungen können mitunter sehr schmerzhaft sein. In der zweiten Hälfte der Schwangerschaft kommt es nicht selten zu einer sogenannten Gingivitis. Hierbei ist das Zahnfleisch stark gerötet und sehr schmerzempfindlich. Ödeme können sich bilden. 

 

Jedes Kind kostet einen Zahn - Mythos oder Wirklichkeit?

Ein altes Sprichwort besagt: Jedes Kind kostet einen Zahn. Bei regelmäßiger Kontrolle und der richtigen Zahnpflege muss das aber nicht sein. Idealerweise solltet ihr schon zu Beginn eurer Schwangerschaft zur Prophylaxe gehen, damit eventuell vorhandene Karies entfernt werden kann. Außerdem wird euer Zahnarzt euch beraten, welche Vorbeugemaßnahmen für euch wichtig sind. 

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist nicht nur für euch und das Baby wichtig, sondern auch für eure Zähne. Süßigkeiten und säurehaltige Lebensmittel greifen den Zahnschmelz an und bieten den idealen Nährboden für Bakterien. Putzt euch öfter als bisher die Zähne, idealerweise nach jeder Mahlzeit. Und auch wenn das Zahnfleisch empfindlich ist und manchmal blutet - Zahnpflege und Mundhygiene ist jetzt besonders wichtig. 

 

Welche zahnärztlichen Vorsorgemaßnahmen sind notwenig & welche nicht?

Um einer Schwangerschafts-Gingivitis rechtzeitig vorbeugen zu können, solltet ihr regelmäßig zum Zahnarzt gehen - am besten alle drei Monate. Während der Schwangerschaft solltet ihr mindestens einmal zur professionellen Zahnreinigung gehen. In der Regel wird das auch von der Krankenkasse bezahlt. Experten empfehlen einmal im frühen Stadium der Schwangerschaft und einmal am Ende, kurz vor der Entbindung die Zähne professionell reinigen zu lassen. Übrigens: Neuste Untersuchungen haben ergeben, dass es einen engen Zusammenhang zwischen Frühgeburten und Entzündungen im Mundraum gibt. Die Rate der Frühgeburten ist drei bis sechsmal höher. 

In akuten Fällen sollten auch größere Behandlungen durchgeführt werden. Dein Zahnarzt, wird nur dann eine Betäubung vornehmen, wenn sie notwendig ist und auch nur geeignete Mittel einsetzen. Auch bestimmte Antibiotika können während der Schwangerschaft bei akuten Entzündungen verabreicht werden. Auf ein Bleaching solltet ihr während der Schwangerschaft jedoch unbedingt verzichten. 

 

Richtige Zahnpflege in der Schwangerschaft: So einfach geht's

Ihr solltet nach jeder Mahlzeit eure Zähne mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta und einer mittelharten Zahnbürste putzen. Die engen Zahnzwischenräume solltet ihr zusätzlich mit Zahnseide oder mit speziellen Interdentalbürstchen reinigen - hier lagern sich Bakterien besonders schnell ab und können zu schmerzhaften Entzündungen führen. Einmal pro Woche könnt ihr ein Fluoridgel auftragen, das trägt zusätzlich zur Zahnschmelzhärtung bei und schützt die Zähne vor Säureangriffen. 

Wer während der Schwangerschaft unter häufigem Erbrechen leidet, sollte sich nicht gleich danach die Zähne bürsten. Nehmt lieber eine plaquehemmende Mundspülung. Der von der Magensäure attackierte Zahnschmelz kommt so schneller wieder ins Lot und wird durchs Zähneputzen nicht weggebürstet. 

Zahnfleischbluten und Zahnfleischentzündungen während der Schwangerschaft sind zwar ein gängiges Problem, können mit der richtigen Pflege und Sorgfalt aber eingedämmt werden. 

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