StudieZigaretten können Psychosen auslösen

Zigaretten können Psychosen, wie etwa Halluzinationen oder Wahnvorstellungen auslösen. Das belegt eine neue Studie aus Finnland. Zigaretten behindern demnach die Hirnentwicklung von Jugendlichen.

Inhalt
  1. Psychose-Ursache: Zigaretten-Konsum
  2. Dreifaches Risiko für Psychosen
  3. Zigaretten schädigen das Hirn

Rund vier Prozent aller Menschen erkranken mindestens ein Mal in ihrem Leben an einer Psychose, wie z.B. Schizophrenie. Zu den üblichen Gründen gehört auch Drogenkonsum, wobei neben harten Drogen auch Alkohol und Cannabis häufig als Ursache genannt werden.

 

Psychose-Ursache: Zigaretten-Konsum

Eine Studie des Center for Life Course Health Research der Universität Oulu (Finnland) hat nun Erschreckendes bewiesen. Auch der Konsum von herkömmlichen Zigaretten erhöht das Risiko, an einer Psychose zu erkranken: "Täglicher hoher Zigarettenkonsum ist ein unabhängiger Risikofaktor für Psychosen", resümiert Prof. Jouko Miettunen.

Zigaretten können Psychosen auslösen
Wer als Jugendlicher mit dem Rauchen anfängt, erhöht sein Risiko, an einer Psychose zu erkranken
Foto: iStock
 

Dreifaches Risiko für Psychosen

Am meisten steigt das Psychose-Risiko, wenn man in jungen Jahren mit dem Zigarettenrauchen anfängt. Rauchen Jugendliche über 10 Zigaretten am Tag, erkranken sie (in den folgenden 15 Jahren) drei Mal so häufig an einer Psychose, als gleichaltrige Nichtraucher.

5,5 Prozent aller Studienteilnehmer, die mit 13 Jahren mit dem Rauchen anfingen, entwickelten im Laufe der Jahre eine Psychose. Bei denjenigen, die später zu qualmen begannen, waren es noch 2,8 Prozent.

 

Zigaretten schädigen das Hirn

Doch wie lösen Zigaretten Psychosen aus? "Der Konsum von Zigaretten könnte die Ausrichtung eines Gehirns in der Entwicklung beinträchtigen und so die zukünftige mentale Gesundheit schaden", beschreiben die Forscher. Das kann zu Angstzuständen, Halluzinationen und bipolaren Störungen (zu denen auch manische Depressionen gehören) führen - also zu gestörter Realitätswahrnehmung.

Für die Studie wurden über 9.000 Jugendliche zwischen 15 und 16 Jahren befragt. 12 Prozent von ihnen - also rund 1.000 - rauchten schon täglich. Fast alle Jugendlichen wurden 15 Jahre lang von den Wissenschaftlern begleitet, sodass die Langzeit-Auswirkungen festgehalten werden konnten. Bei der Studie wurden andere mögliche Psychose-Faktoren wie etwa familiäre Umstände, Alkohol- und anderweitiger Drogenkonsum berücksichtigt.

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