LebensgeschichteZwischen Meer und Highlands hat jeder Tag ein Happy End

Zwischen Meer und Highlands hat jeder Tag ein Happy End
Foto: Schaper und Brümmer

Eine faszinierende, wilde Torflandschaft, gerahmt von majestätischen Bergen und spektakulären Panoramablicken auf den Atlantik. Hier hat die Hamburgerin Shannon (50) ihr neues Glück gefunden.

Die Hamburgerin Shannon Behr (50) genießt jeden Tag diese atemberaubende Natur. „Es ist wunderschön hier. Zwischendurch bricht das Sonnenlicht aus den Wolkenformationen und spiegelt sich im Meer. Diese Natur bewirkt etwas in den Menschen, regt ihre Fantasie an, pumpt sie innerlich auf, macht sie glücklich. “Shannon sieht man die Energie und Lebenslust schon auf den ersten Blick an. Sie lacht viel. „Auch ohne Grund“, wie sie schnell betont. Sie wirkt quirlig, aber dabei ausgeglichen. Seit acht Jahren lebt die gelernte Krankenschwester in einem einsam gelegenen Haus am Ortsrand des Fischerdörfchens Portmagee, am berühmten Ring of Kerry. Zehn Zimmer, ein großer Salon, Carport. Alles landestypisch schiefergedeckt, mit leuchtend roten Türen und Fenstern und einem Blick, der den Besuchern den Atem verschlägt. Die Luft riecht nach Torf und Salzwasser, die Ruhe ist mystisch. Ab und zu blökt ein Schaf in der Ferne oder wiehert eines von Shannons Pferden, die von der nahe gelegenen Weide aus das Haus im Blick haben. Warum gerade hier? „Ich habe mich einfach in das Land und besonders diesen Küstenabschnitt verknallt!“, lacht sie.

Die tiefe Liebe beginnt im Februar 2008

Im Jahr 2008 lebt Shannon, die da noch den deutschen Namen Petra führt, in der Lüneburger Heide und hat bereits einige Lebensbrüche bewältigt. Von ihrem Mann ist sie seit 2000 geschieden, die gemeinsame Tochter (Tara, heute 21) zieht sie allein groß. Einen ambulanten Pflegedienst hat sie aufgegeben, weil sie lieber mit alternativen Methoden Menschen und Tiere heilen mag und eine gut gehende Praxis führt. Überhaupt lebt sie sehr bewusst, begeistert sich schon früh für den Gleichklang von Körper und Geist, ein Leben im Einklang mit der Natur. Sie liest viel, hilft ihren Patienten zu erkennen, was sie krank macht, und gibt Rat, wie es ihnen besser gehen kann. „Ich helfe, die Ursachen zu erkennen und Blockaden aufzulösen, statt nur an den Symptomen zu arbeiten. Ich glaube, ich habe einfach heilerische Gaben in die Wiege gelegt bekommen.“

Warum sie im kalten Februar 2008 allein nach Irland fliegt, kann sie erklären. „In meinem Umfeld hatte sich viel geändert. Bäume waren gefällt worden, es gab Massentierhaltung, neue Straßen. Ich war schon immer kritisch, aber mit zunehmendem Alter immer weniger zu Kompromissen bereit.“ Shannon fehlt unberührte Natur. In ihrem Kopf drehen sich Bilder von endlos weiten grünen Hügeln, von Bergen, die nicht einschließen, von Meer, das durch seine Weite berührt, Bilder von Irland. Den Flug bucht sie spontan. „Es war wie ein Ruf. Ich musste dahin.“

Vier Tage düst sie mit dem Auto durch dieses Land und macht eine ungeheure Erfahrung. „Diese Landschaft berührte mich zutiefst. Ich lief am Strand entlang, sah die Berge, spürte die Kraft der Brandung und der herbe Wind kitzelte wohlig meine Seele. Da war’s passiert. Mich durchströmte pures Glück. Ich fühlte mich angekommen, richtig zu Hause und mir wurde bewusst, was ich wirklich brauche: ein Leben in dieser fesselfreien Natur, ohne störende Ablenkung.“ Was als Kurzausflug begann, wird zum Neustart. „Klar hätte ich auch in Deutschland bleiben können. Aber ich mochte mich nicht mit halben Sachen zufriedengeben geben. Ich war Anfang vierzig und es mir wert, das Ganze zu bekommen.“

Shannon will für immer dort sein, wo sie dieses tiefe Glück gespürt hat

Einen Plan, wie ihr neues Leben aussehen soll, hat sie im Kopf. Sie will ein Gästehaus mieten, Menschen mit ihren Heilmethoden helfen. Innerhalb eines Jahres findet sie ein passendes großzügiges Haus, verkauft in Deutschland alles, was sie besitzt, organisiert den Transport ihrer Tiere, drei Hunde, zwei Pferde, neun Katzen und fährt im Februar 2009 für immer auf die grüne Insel.

Zweifel? Shannon schüttelt den Kopf. „Nicht eine Sekunde! Ich hatte nur die Bilder dieser Natur im Kopf und wusste, dass ich hier alles finde, was mich innerlich ausfüllt.“ Der Start ist für Shannon leichter als erwartet. „Die Menschen hier sind nicht nur herzlich und heiter, sondern auch hilfsbereit.“ Die ersten Gäste kommen aus dem Freundeskreis. Doch schnell spricht sich herum, was Shannon auf Wunsch mit ihren Klangmassagen, der Energiearbeit, der Meditation und ihren Seminaren rund ums Heilen bewirkt. Wer mag, kann mit ihr wandern, und dann sprudelt sie über, schwärmt vom irischen Licht, von den vielen Formen, die die Natur zeigt. Von Sommern, die fast schon karibisch sind, von schweren Stürmen, bei denen man den Atem anhält, und dichtem Nebel, der die Orientierung nimmt. Aber auch davon, wie glücklich und innerlich satt ein Leben unter freiem Himmel macht. „Die Menschen lernen hier, wieder zu fühlen und mit dem Herzen zu sehen. Es ist wunderbar, das zu beobachten.“ Wer zurück nach Hause fliegt, ist verändert. Die meisten kommen wieder. „Ich habe viele Stammgäste, meistens Frauen, einige sind Freunde geworden.“ Fast alle sind auf der Suche, hoffen, hier etwas zu finden, erzählen davon. Shannon muss dann immer schmunzeln. Sie weiß, dass sich die Gespräche ganz schnell verflüchtigen. „Hier oben lernt man, dass man eigentlich schon alles hat!“ Mehr Informationen zu dem Gästehaus auf www.shannonsmysticalireland.com.

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