RückenschmerzenHexenschuss: Wenn der Rücken streikt

Der größte Fehler bei einem Hexenschuss: Schonhaltung. Bewegung ist bei Rückenschmerzen Pflicht!
Der größte Fehler bei einem Hexenschuss: Schonhaltung. Bewegung ist bei Rückenschmerzen Pflicht!
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Inhalt
  1. Rückenschmerzen: Was bei einem Hexenschuss hilft
  2. So entsteht der Hexenschuss
  3. Bei einem Hexenschuss bloß nicht schonen!
  4. Zwei Übungen, die bei Hexenschuss helfen
  5. Den Schmerzen vorbeugen

Der Hexenschuss ist ein akuter Rückenschmerz. 80 Prozent von uns trifft es mindestens einmal im Leben: Von einem Moment zum anderen ist man kreuzlahm. Das hilft.

 

Rückenschmerzen: Was bei einem Hexenschuss hilft

Beine im 90-Grad-Winkel hochlegen

Wer noch nie einen Hexenschuss hatte, kann sich das Gefühl nur schwer vorstellen: Man macht eine x-beliebige alltägliche Bewegung und kann sich plötzlich nicht mehr aufrichten.

Nicht allein der stechende Schmerz zwingt einen in die Knie, tatsächlich scheint der untere Rücken wie gelähmt.

 
 

So entsteht der Hexenschuss

Ursache ist eine Verkrampfung, die die zahlreichen Nervenfasern im Lendenwirbelbereich extrem reizt und so zu den starken Schmerzen führt.

Statistisch betrachet, erwischt es jeden Menschen mindestens einmal im Leben. Vor allem im Alter zwischen 30 und 50 Jahren kriegen wir wahrscheinlicher einen Hexenschuss. Nach dem 60. Lebensjahr wird der Hexenschuss zum Glück seltener.

Meist lassen die schlimmen Rückenschmerzen bei passenden Selbtshilfemaßnahmen nach einigen Tagen nach. Etwa die Hälfte der Betroffenen hat sich nach zwei bis sieben Tagen von dem Hexenschuss erholt. Die Beschwerden können aber auch bis zu sechs Wochen anhalten.

Erste Sofortmaßnahme:

Beine im 90-Grad-Winkel auf einen Hocker legen. Das entlastet die Wirbelsäule und vor allem die Bandscheiben. Bleiben Sie für 15 Minuten in dieser Haltung, dann dürfte bereits eine leichte Besserung der Beschwerden eintreten.

Lendenbereich wärmen

Um die Durchblutung der Muskulatur zu verstärken und die Verkrampfung so sanft zu lösen, sollten Sie den unteren Rücken warm einpacken. Mit einer Wärmflasche, einem Heizkissen, mit Wärmepflastern (z. B. "doc Therma" rezeptfrei, Apotheke) oder einer Wärmesalbe mit dem Chili-Wirkstoff Capsaicin (z. B. in "Finalgon", rezeptfrei, Apotheke).

Auch ein heißes Bad kann die Schmerzen lindern. Doch Vorsicht: Steigen Sie nur in die Wanne, wenn jemand in der Nähe ist, der Ihnen notfalls wieder hinaushilft. Denn wenn sich die Muskeln ein zweites Mal verkrampfen, können Sie womöglich nicht mehr allein aufstehen. Sie dürfen so lange wärmen, wie Sie mögen, aber dabei nicht zu lange liegen oder sitzen, sondern möglichst in Bewegung bleiben.

Schmerz ausschalten

Wenn Sie sich trotz Hochlagern und Wärme vor Rückenschmerzen nicht bewegen können, sollten Sie Schmerzmittel gegen den Hexenschuss einnehmen. Gängige rezeptfreie Präparate mit den Wirkstoffen Ibuprofen, Paracetamol, Acetylsalicylsäure, Diclofenac oder Naproxen helfen gut bei Hexenschuss. Denn die wichtigste Therapie heißt: Bewegung, denn der betroffene Bereich muss sich wieder lockern.

Daher ist es besser, den Schmerz mit Medikamenten auszuschalten und aktiv zu werden, als auf dem Sofa zu liegen und abzuwarten. Zudem neigt man bei Muskelschmerz zur Schonhaltung - mit dem Ergebnis, dass sich dann eine andere Stelle verkrampft. Schlagen auch die Schmerzmittel nicht an, sollten Sie zum Hausarzt gehen: Er kann Ihnen eine Spritze gegen die Beschwerden geben und bewerten, ob es tiefergehende Rückenprobelme gibt, die weitere Behandlungsschritt wie etwa eine Bewegungstherapie erforderlich machen.

Wer sich vor Schmerz gar nicht mehr helfen kann und sogar bewegungsunfähig ist, muss sich auch nicht davor zieren, gegebenenfalls den Notarzt zu rufen.

 

Bei einem Hexenschuss bloß nicht schonen!

Sobald Sie wieder aufrecht gehen können und die Schmerzen erträglich sind, sollten Sie täglich Ihre Bauch - und Rückenmuskeln trainieren. Wer rund um die Lendenwirbelsäule ein starkes muskuläres Stützkorsett hat, ist für Hexenschüsse weniger anfällig.

 

Zwei Übungen, die bei Hexenschuss helfen

1. Übung:

  • Auf den Rücken legen, Knie leicht anwinkeln, Fersen fest in den Boden drücken, Hände hinter den Kopf legen.
  • Jetzt den Bauch fest anspannen und den Oberkörper langsam etwa 20 Zentimeter nach oben rollen.
  • Die Hände ziehen dabei nicht am Kopf, der Blick geht zur Decke.
  • 10 Wiederholungen, nach und nach auf 50 steigern.

2. Übung:

  • Auf den Bauch legen, Gesicht zeigt zum Boden.
  • Oberkörper wenige Zentimeter anheben, Arme ähnlich wie beim Schwimmen nach vorn und zur Seite bewegen.
  • Kein Hohlkreuz machen.
  • 10 Wiederholungen, nach und nach steigern.
 

Den Schmerzen vorbeugen

Wer einmal einen Hexenschuss gehabt hat, will natürlich am liebsten nie wieder einen haben. Zur Vorbeugung hilft die Umstellung auf ein rückenfreundlicheres Leben:

  • mehr körperliche Bewegung
  • Abbau von eventuellem Übergewicht
  • mehr Vorsicht bei schwerer Belastung der Wirbelsäule

Kräftigende Gymnastik für den ganzen Bewegungsapparat, also Rücken, Rückgrat und Bauch kann ebenfalls helfen. Zu entsprechenden Kursen können Hausarzt oder Krankenkasse beraten. Auch an Volkshochschulen werden oft Kurse für Wirbelsäulengymnastik angeboten, die teilweise sogar von Krankenkassen bezuschusst werden. Nachfragen lohnt sich.

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