Hexenschuss: Wenn der Rücken streikt

hexenschuss
Der größte Fehler bei einem Hexenschuss: Schonhaltung. Bewegung ist bei Rückenschmerzen Pflicht!
Foto: iStock

Rückenschmerzen

Der Hexenschuss ist ein akuter Rückenschmerz. 80 Prozent von uns trifft es mindestens einmal im Leben: Von einem Moment zum anderen ist man kreuzlahm. Das hilft.

Beine im 90-Grad-Winkel hochlegen

Wer noch nie einen Hexenschuss hatte, kann sich das Gefühl nur schwer vorstellen: Man macht eine x-beliebige alltägliche Bewegung und kann sich plötzlich nicht mehr aufrichten. Nicht allein der stechende Schmerz zwingt einen in die Knie, tatsächlich scheint der untere Rücken wie gelähmt. Ursache ist eine Verkrampfung, die die zahlreichen Nervenfasern im Lendenwirbelbereich extrem reizt und so zu den starken Schmerzen führt. Erste Sofortmaßnahme: Beine im 90-Grad-Winkel auf einen Hocker legen. Das entlastet die Wirbelsäule und vor allem die Bandscheiben. Bleiben Sie für 15 Minuten in dieser Haltung, dann dürfte bereits eine leichte Besserung der Beschwerden eintreten.

Lendenbereich wärmen

Um die Durchblutung der Muskulatur zu verstärken und die Verkrampfung so sanft zu lösen, sollten Sie den unteren Rücken warm einpacken. Mit einer Wärmflasche, einem Heizkissen, mit Wärmepflastern (z. B. "doc Therma" rezeptfrei, Apotheke) oder einer Wärmesalbe mit dem Chili-Wirkstoff Capsaicin (z. B. in "Finalgon", rezeptfrei, Apotheke). Auch ein heißes Bad kann die Schmerzen lindern. Doch Vorsicht: Steigen Sie nur in die Wanne, wenn jemand in der Nähe ist, der Ihnen notfalls wieder hinaushilft. Denn wenn sich die Muskeln ein zweites Mal verkrampfen, können Sie womöglich nicht mehr allein aufstehen. Sie dürfen so lange wärmen, wie Sie mögen, aber dabei nicht zu lange liegen oder sitzen, sondern möglichst in Bewegung bleiben.

Schmerz ausschalten

Wenn Sie sich trotz Hochlagern und Wärme vor Rückenschmerzen nicht bewegen können, sollten Sie Schmerzmittel gegen den Hexenschuss einnehmen. Gängige rezeptfreie Präparate mit den Wirkstoffen Ibuprofen, Paracetamol, Acetylsalicylsäure, Diclofenac oder Naproxen helfen gut bei Hexenschuss. Denn die wichtigste Therapie heißt: Bewegung, denn der betroffene Bereich muss sich wieder lockern. Daher ist es besser, den Schmerz mit Medikamenten auszuschalten und aktiv zu werden, als auf dem Sofa zu liegen und abzuwarten. Zudem neigt man bei Muskelschmerz zur Schonhaltung - mit dem Ergebnis, dass sich dann eine andere Stelle verkrampft. Schlagen auch die Schmerzmittel nicht an, sollten Sie zum Hausarzt gehen: Er kann Ihnen eine Spritze gegen die Beschwerden geben.

Bei einem Hexenschuss bloß nicht schonen!

Sobald Sie wieder aufrecht gehen können und die Schmerzen erträglich sind, sollten Sie täglich Ihre Bauch - und Rückenmuskeln trainieren . Wer rund um die Lendenwirbelsäule ein starkes muskuläres Stützkorsett hat, ist für Hexenschüsse weniger anfällig.

Zwei Übungen: 1. Auf den Rücken legen, Knie leicht anwinkeln, Fersen fest in den Boden drücken, Hände hinter den Kopf legen. Jetzt den Bauch fest anspannen und den Oberkörper langsam etwa 20 Zentimeter nach oben rollen. Die Hände ziehen dabei nicht am Kopf, der Blick geht zur Decke. 10 Wiederholungen, nach und nach auf 50 steigern. 2. Auf den Bauch legen, Gesicht zeigt zum Boden. Oberkörper wenige Zentimeter anheben, Arme ähnlich wie beim Schwimmen nach vorn und zur Seite bewegen. Kein Hohlkreuz machen. 10 Wiederholungen, nach und nach steigern.

Kategorien: