Outing-Gefahr?

Adressbuch-Abgleich: ChatGPT verrät jetzt deinen Freunden, dass du KI benutzt

Eine neue Funktion bei OpenAI bringt große Verunsicherung mit sich: Können Freunde jetzt sehen, dass du ChatGPT nutzt?

Ein Laptop zeigt das ChatGPT-Logo, während eine Hand mit dem Finger darauf zeigt.
Wird das neue OpenAI-Feature dich bald als ChatGPT-User:in outen? Foto: Imago / Waldmüller
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ChatGPT wird sozialer – und das sorgt bei vielen Nutzer:innen für ein mulmiges Gefühl. Eine neue Funktion namens „Freunde finden“ erlaubt es, Kontakte zu synchronisieren. Dabei stellt sich vielen sofort die Frage: Wird damit plötzlich sichtbar, wer die KI nutzt? Und verrät ChatGPT jetzt sogar deine Handynummer? Wir erklären, was wirklich dahintersteckt.

„Freunde finden“ bei ChatGPT – wie geht das konkret?

OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, hat im Februar 2026 seine Datenschutzrichtlinien aktualisiert und dabei gleich neue Funktionen in der Künstlichen Intelligenz angekündigt. Eine davon heißt „Freunde finden“ und soll Nutzer:innen helfen, bekannte Personen auf ChatGPT zu finden. Wer die Funktion aktiv einschaltet, erlaubt der App, auf das eigene Adressbuch zuzugreifen.

Genutzt werden dabei ausschließlich Telefonnummern – keine Namen, E-Mail-Adressen oder Notizen. Die Nummern werden technisch verschlüsselt und mit bereits bestehenden OpenAI-Konten abgeglichen. Findet ChatGPT eine Übereinstimmung zwischen einer Telefonnummer und einem Kundenkonto, schlägt die KI vor, dieser Person zu folgen oder sie in Gruppen-Chats einzuladen. Wichtig: Ohne deine Zustimmung passiert nichts – es ist kein automatisches Verbinden.

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Wissen jetzt alle, dass ich ChatGPT benutze?

Kannst du also in Zukunft ohne dein Wissen als ChatGPT-User:in geoutet werden? Die kurze Antwort lautet: Ja! Denn auch, wenn du dich selbst dazu entscheidest, deine Kontakte nicht mit OpenAI zu teilen, können deine Freund:innen das sehr wohl tun und dabei deine Nummer bei ChatGPT hochladen. Die KI kann deinen Freund:innen und Bekannten dann vorschlagen, deinem Konto zu folgen.

Somit wissen die Menschen, die das neue „Freunde-finden“-Feature nutzen, durchaus, dass du einen Account bei OpenAI hast. Wie genau dein Konto angezeigt wird, ob ein vollständiger Name preisgegeben wird oder nur eine Telefonnummer, ist bislang nicht bekannt. OpenAI hält sich mit genauen Informationen zum Aussehen der neuen Funktion weiterhin bedeckt.

Warum führt OpenAI das überhaupt ein?

Hintergrund ist, dass ChatGPT längst mehr sein will als ein reines Frage-Antwort-Tool. Es gibt bereits Gruppen-Chats, gemeinsames Recherchieren und mit „Sora“ sogar eine eigene Video-App. Branchenbeobachtende sehen darin erste Schritte in Richtung eines sozialen Netzwerks. Mit der Kontaktfunktion sollen Einladungen zu Gruppen einfacher werden und Nutzer:innen schneller sehen, wer im eigenen Umfeld ebenfalls die KI nutzt.

Die Kontakt-Synchronisierung ist übrigens standardmäßig ausgeschaltet. Sie lässt sich zudem jederzeit in den Geräteeinstellungen widerrufen. Nach dem Abgleich wird das komplette Kontaktbuch wieder gelöscht – gespeichert bleiben nur verschlüsselte Telefonnummern für mögliche Vorschläge.

Unterm Strich gilt: ChatGPT kann dich als User:in „verraten“, sobald Menschen bewusst deinen Kontakt hochladen.

Quellen