Bär im Allgäu? Behörde warnt Wanderer und Landwirte
Ist wieder ein Bär in Bayern unterwegs? Im Oberallgäu wurde eine mögliche Spur entdeckt. Welche Maßnahmen das Bayerische Landesamt nun empfiehlt!
Jahre nach dem letzten bestätigten Bärennachweis in Bayern könnte wieder ein Bär im Allgäu unterwegs sein. Im südlichen Oberallgäu wurden Hinterlassenschaften gefunden, die möglicherweise von einem Braunbären stammen. Eine Untersuchung soll nun klären, ob sich der Verdacht bestätigt. Bis dahin ruft das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) Wanderer, Anwohner und Landwirte zu erhöhter Aufmerksamkeit auf.
Bär im Allgäu? Dieser Fund sorgt für Aufsehen
Auslöser ist ein Losungsfund im südlichen Landkreis Oberallgäu. Größe, Beschaffenheit und Inhalt der Hinterlassenschaften könnten laut Landesamt auf einen Bären hindeuten.
Die Probe wird deshalb derzeit genetisch untersucht. Außerdem wurde die Umgebung nach weiteren Hinweisen abgesucht. Sichtungen oder gerissene Tiere wurden bislang allerdings nicht gemeldet.
Wo genau der Fund gemacht wurde, ist offiziell nicht bekannt. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks (BR) soll die mögliche Bärenspur westlich von Oberstdorf entdeckt worden sein.
So sollten sich Wanderer bei einer Bären-Begegnung verhalten
Für Ausflügler in der Region gilt zunächst: aufmerksam bleiben. Besonders wichtig ist es, keine Essensreste oder Abfälle in der Natur zurückzulassen, da diese Wildtiere anlocken können.
Sollte es tatsächlich zu einer Begegnung mit einem Bären kommen, raten Experten vor allem dazu, Ruhe zu bewahren und nicht wegzulaufen. Stattdessen sollte man Abstand halten und sich langsam zurückziehen. Dem Tier muss dabei immer ein Fluchtweg offenbleiben.
Auch Hunde sollten in Gebieten mit möglichen Bärensichtungen möglichst eng bei ihren Haltern bleiben. Im benachbarten Tirol wurde nach einer Sichtung zuletzt ausdrücklich empfohlen, Vierbeiner an der Leine zu führen.
Auch Landwirte im Oberallgäu sollen vorsorgen
Besondere Vorsicht gilt außerdem für Nutztierhalter. Das Landesamt empfiehlt, Tiere nach Möglichkeit über Nacht in den Stall zu bringen.
Bleiben Schafe, Rinder oder andere Nutztiere draußen, können zusätzliche Schutzmaßnahmen sinnvoll sein. Dazu gehören beispielsweise Elektrozäune oder Herdenschutzhunde.
Akuten Grund zur Sorge gibt es derzeit jedoch nicht. Ob sich wirklich ein Braunbär in der Region aufhält, wird sich erst nach der Auswertung der Probe zeigen.
Bereits 2023 wurde ein Bär im Allgäu entdeckt
Ganz ungewöhnlich wäre ein Braunbär in der Region nicht. Zuletzt wurde im Mai 2023 im Oberallgäu ein Tier nachgewiesen. Damals entstand sogar ein Foto des Bären.
Auch aus den angrenzenden Alpenregionen gab es zuletzt Meldungen. In Tirol wurde nahe der bayerischen Grenze ein Bär gesichtet, im benachbarten Vorarlberg zeichneten Wildkameras ebenfalls Tiere auf.
Die Bären, die durch den Alpenraum wandern, stammen häufig aus dem norditalienischen Trentino. Dort leben inzwischen wieder mehr als 100 Tiere. Ob einer von ihnen nun den Weg ins Oberallgäu gefunden hat, ist noch offen. Für Menschen in der Region gilt deshalb vorerst: aufmerksam bleiben, aber nicht in Panik geraten.







