Geburt Dammschnitt: Das solltest du wirklich über ihn wissen

Der Dammschnitt ist für viele Frauen eine Horrorvorstellung bei der Geburt. Wir erklären dir, warum du dir deshalb keine Sorgen machen musst.

Inhalt
  1. Was ist ein Dammschnitt?
  2. Wie wird ein Dammschnitt gemacht?
  3. Wieviel Prozent aller Frauen haben einen Dammschnitt?
  4. Risiken des Dammschnitts
  5. So machst du eine Dammmassage

Ein relativ großer Babykopf muss durch eine eigentlich kleine Öffnung. Viele Frauen stellen sich vor der Geburt ernsthaft die Frage: Wie soll das gehen? Letztlich wissen wir, dass es geht. Aber immer wieder taucht dabei der Begriff Dammschnitt auf. Und der löst bei Frauen meist Unbehagen aus. Allerdings muss das nicht so sein. Denn wer gut über einen Dammschnitt aufgeklärt ist, muss ihn nicht fürchten.

 

Was ist ein Dammschnitt?

Bei der Geburt wird der Damm - der Bereich zwischen Vagina und Anus - sehr beansprucht. Dadurch kann es zu einem Dammriss kommen. Das Gewebe reißt durch den Druck des Babykopfes. Ein Dammriss entsteht nicht bei jeder Geburt. Inzwischen wird ein Dammriss einem künstlichen Schnitt des Gewebes vorgezogen, denn ein Dammschnitt verheilt oft nicht so gut wie ein Riss und kann auch noch nach Tagen zu Schmerzen führen. Außerdem ist oftmals mehr Gewebe betroffen als bei einem Dammriss.

Bei einem Dammriss gibt es eine Einteilung in Grad 1, 2 und 3.

  • Dammriss Grad 1: leichte Verletzung und feine Risse. Eine Naht ist meist nicht erforderlich
  • Dammriss Grad 2: Muskelgewebe und Fasern des Anusbereichs sind zusätzlich betroffen, dieser Riss muss genäht werden
  • Dammriss Grad 3: sehr starke Verletzung mit Riss des Schließmuskels und angrenzender Darmschleimhäute. Diese Verletzungen müssen sorgfältig und unter Narkose vernäht werden

Ein Dammschnitt wird heute häufig nur noch durchgeführt, wenn das Baby im Geburtskanal in Not gerät und die Geburt durch einen Dammschnitt beschleunigt werden muss. Situationen, in denen ein Dammschnitt notwendig ist, sind zum Beispiel:

  • Der Einsatz von Saugglocke oder Geburtszange
  • Wenn der Dammbereich bereits vor der Geburt stark beschädigt ist
  • Bei Frühgeburten und Beckenendlagen
  • Wenn sich der Zustand des Kindes schnell verschlechtert
 

Wie wird ein Dammschnitt gemacht?

Wenn ein Dammschnitt nötig wird, dann wird dieser meist in einer Presswehe zum Ende des Geburtsvorgangs gemacht. Falls der Kopf des Babys schon sichtbar ist, wird keine Betäubung mehr benötigt, weil die Nerven schon so weggedrückt sind, dass der Damm gefühllos ist. Sollte das noch nicht der Fall sein, wird eine leichte Betäubung gesetzt.

Es gibt drei verschiedene Richtungen, in die ein Dammschnitt durchgeführt werden kann. Meist wird ein Dammschnitt mit einer speziellen Schere durchgeführt.

 

Wieviel Prozent aller Frauen haben einen Dammschnitt?

Ganz genaue Zahlen zum Dammschnitt gibt es nicht. Sie soll in Deutschland bei unter 40 Prozent liegen. Es gibt aber auch Kliniken, die versuchen Dammschnitte komplett zu vermeiden. Im Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg kommt es nur noch bei rund 5 Prozent aller Geburten zu einem Dammschnitt.

 
 

Risiken des Dammschnitts

Das deutsche Ärzteblatt schreibt: „Bei 0,4 bis 7 Prozent der Geburten kommt es zu Dammrissen dritten [...] Grades, die bei 20 bis 50 Prozent der betroffenen Frauen eine Stuhlinkontinenz zur Folge haben.“ Ein rechtzeitiger, gezielter Dammschnitt kann eine Verletzung des Damms mit angrenzenden Darmregionen allerdings verhindern und so vor analer Inkontinenz schützen.

Folgen des Dammschnitts sind häufig Schmerzen nach der Geburt. Sitzen, Liegen oder auch bei der Pflege des Babys sind nicht selten schmerzhaft. Wer verhindern möchte, dass ein Dammschnitt sich infiziert oder schlecht heilt, der sollte auf die richtige nachbehandlung achten. Hier helfen:

  • Sitzbäder mit speziellen heilungsfördernden Kräutern oder Pulvern
  • Mehr Liegen und wenig Sitzen, denn so heilt der Schnitt besser
  • Binden und Einlagen so oft wie möglich wechseln
  • Dammbereich vorsichtig kühlen
  • Wunde trocken halten und viel Luft gönnen
 

So machst du eine Dammmassage

Eine Dammmassage hilft den Damm schon vor der Geburt optimal auf die Strapazen vorzubereiten. Dazu dient eine spezielle Massage mit Öl. Dafür gibt es spezielle Öle, die für Dammmassagen geeignet sind.

Um die Dammmassage richtig durchzuführen, solltest du dich in eine gemütliche, halbsitzende Position bringen - manche Frauen stellen zur Massage lieber ein Bein auf. Das ist Geschmackssache.

Du benetzt deine gewaschenen Finger und den Damm mit Öl und schiebst dann den Daumen nach unten zeigend und nah des Damms in deine Vagina ein. Dein Zeigefinger legt sich von außen auf den Daumen, sodass das Gewebe des Damms zwischen Zeigefinger und Daumen ist. 

In kleinen kreisenden Bewegungen lockerst du das Gewebe am besten. Stell dir dazu den unteren Bereich der Vagina wie eine Uhr vor. Hier massierst du mit beiden Fingern gleichzeit den Halbkreis von 15 bis 21 Uhr ab. Du darfst dabei ruhig einen Dehnungsschmerz spüren. Diese Massage führst du rund 5 Minuten durch.

Mit der Massage solltest du rund sechs Wochen vor der Geburt beginnen. 3 bis 4 Mal wöchentlich ist ideal.

 

 

Kategorien: