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True Crime, der sprachlos macht

„Der TikTok-Killer“ auf Netflix: Die erschütternde wahre Geschichte von Esther Estepa

Ein Verbrechen, das ganz Spanien erschütterte: Die Netflix-Doku „Der TikTok-Killer“ erzählt die tragische Geschichte von Esther Estepa und zeigt, wie ein scheinbar harmloser Kontakt im Internet tödlich enden konnte.

Key Visual zur Netflix-Doku „The TikTok Killer“: Ein Mann mit Rucksack läuft auf Bahngleisen, darüber ein zerbrochenes Glas-Overlay und eingeblendete Social-Media-Kommentare.Auf Pinterest merken
Was steckt wirklich hinter dem bizarren Fall des TikTok-Killers? Foto: Courtesy of Netflix

True-Crime-Fans kommen derzeit an „Der TikTok-Killer“ kaum vorbei. Die zweiteilige Netflix-Dokumentation rekonstruiert das Verschwinden der 42-jährigen Reisenden Esther Estepa und wirft einen verstörenden Blick auf die Schattenseiten sozialer Medien. Denn hinter dem scheinbar freundlichen TikTok-Influencer, den Esther während ihrer Reise kennenlernte, verbarg sich ein Mann mit einer düsteren Vergangenheit.

Eine Begegnung, die alles veränderte

Esther Estepa lebte ein unabhängiges Leben und reiste gerne allein durch Europa. Im Sommer 2023 führte sie ihre Reise nach Spanien, wo sie in einem Hostel in Alicante auf José Jurado Montilla traf. Auf TikTok war er unter dem Namen „Dinamita Montilla“ bekannt und teilte Videos von seinen Wanderungen durch die spanische Landschaft. Die beiden beschlossen, gemeinsam eine längere Wanderung zu unternehmen. Am 22. August 2023 liefen sie rund 37 Kilometer von Dénia nach Gandía. Während der Tour klagte Esther über starke Kopfschmerzen und Schmerzen im Bein. Schließlich wurde sie mit einem Krankenwagen in ein Krankenhaus gebracht und dort behandelt. Am frühen Morgen des nächsten Tages wurde sie wieder entlassen. Danach begann dann ein rätselhaftes Kapitel.

Seltsame Nachrichten beunruhigen Esthers Familie

Kurz nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus erhielt Esthers Mutter Josefa „Pepa“ Pérez eine WhatsApp-Nachricht von ihrer Tochter. Darin schrieb Esther, sie sei pleite und plane, nach Buenos Aires auszuwandern, um dort ein neues Leben zu beginnen.Für ihre Familie klang das völlig untypisch. Zwar lebte Esther sehr frei und reiste viel, doch sie hätte niemals ohne Abschied ihre zwei geliebten Hunde zurückgelassen. Auch der Ton der Nachricht erschien ihrer Mutter ungewöhnlich. Josefa erinnerte sich später: „Meine Tochter hatte jahrelang alleine gelebt, aber wir haben jeden Tag miteinander gesprochen – über WhatsApp, am Telefon oder per Videoanruf.“ Als weitere Nachrichten ausblieben, meldete die Familie Esther schließlich am 26. August 2023 als vermisst.

Während die Polizei zunächst davon ausging, dass Esther freiwillig verschwunden sein könnte, ließ ihre Familie nicht locker. Besonders ein Detail ließ sie misstrauisch werden: der Mann, mit dem Esther zuletzt unterwegs gewesen war. Montilla meldete sich sogar selbst bei Esthers Mutter und erklärte, er habe sie zuletzt gesehen, als er sie wegen ihrer Schmerzen zu einem Gesundheitszentrum begleitet habe. Doch bei weiteren Recherchen im Internet entdeckte die Familie etwas Schockierendes.

Hinter José Jurado Montilla steckt nämlich kein gewöhnlicher Influencer. Der Mann hatte bereits eine lange kriminelle Vergangenheit. In den 1980er-Jahren wurde er wegen vier Morden verurteilt, darunter auch an ausländischen Touristen in Spanien. Obwohl er ursprünglich zu 123 Jahren Haft verurteilt worden war, kam er nach rund 28 Jahren Gefängnis wieder frei.

Ein digitaler Fußabdruck führt zu neuen Hinweisen

Montilla dokumentierte seine Reisen ausführlich auf TikTok. Für die Ermittler erwiesen sich diese Videos später als wichtige Hinweise, denn sie enthielten Zeitangaben, Orte und Bewegungen, die sich mit Esthers letzten Tagen vergleichen ließen. Auch für die Netflix-Doku wurden diese digitalen Spuren ausgewertet. Regisseur Héctor Muniente beschreibt Montillas Social-Media-Auftritt als eine sorgfältig inszenierte Fassade. Seine Videos wirkten freundlich und empathisch – doch genau diese Mischung aus Charme und emotionalen Wechseln habe später viele Beobachter irritiert.

Monatelang blieb Esther Estepa verschwunden. Erst im Februar 2024 fanden Ermittler einen Schädel in der Nähe von Gandía. Im Juni 2024 bestätigten forensische Untersuchungen schließlich, dass es sich um Esther handelte. Wanderer entdeckten später weitere Überreste ihres Körpers in einem Schilfgebiet. Die Knochen lagen teilweise verborgen im dichten Unterholz. Die Polizei geht davon aus, dass Esther durch einen Schlag auf den Kopf ums Leben kam.

Das macht José Jurado Montilla heute

José Jurado Montilla sitzt derzeit in Untersuchungshaft und wartet auf seinen Prozess. Er wurde offiziell wegen zweier Tötungsdelikte angeklagt, darunter auch der Mord an Esther Estepa. Montilla bestreitet weiterhin jede Schuld. Ein konkreter Termin für den Prozess steht bislang nicht fest. Auch deshalb ist die Netflix-Doku in manchen Punkten vorsichtig formuliert, denn die Ermittlungen sind noch nicht vollständig abgeschlossen. Für Esthers Familie bleibt der Fall weiterhin schmerzhaft. Jedes Jahr erinnern sie am 23. August an den Tag, an dem Esther zuletzt Kontakt zu ihnen hatte.

Quellen
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