Ratgeber für Eltern: Kinder-Drohnen sind nicht immer Spielzeug!
Schaffst du dir eine Drohne für Kinder an, musst du nämlich einige wichtige Dinge beachten. Das Thema Drohnen-Spielzeug ist komplexer, als du vielleicht denkst. Wir klären auf, damit du dich beim Fliegen entspannt zurücklehnen kannst.
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- Viele Drohnen im Handel sind kein Spielzeug
- Wann ist eine Drohne noch ein Spielzeug?
- Versicherungsplicht: Dann muss eine Drohne für Kinder versichert sein
- Registrierung: Wann muss ich eine Drohne für Kinder anmelden?
- Flugverbotszonen: Hier darf auch keine Kinder-Drohne fliegen
- Ab welchem Alter sollte mein Kind eine Drohne fliegen?
- Diese 3 Drohnen empfehlen wir für dein Kind
Drohnen sieht man überall – daher sind auch unsere Kleinen von den fliegenden Flitzern fasziniert. Oft folgt dann diese Frage: „Mama und Papa, kann ich auch eine haben?“
Die Antwort sollte wohlüberlegt sein: Denn die meisten Drohnen da draußen sind mitnichten ein Spielzeug und schon gar nicht für Kinder.
Warum genau, klären wir umfassend in diesem Artikel. Damit bist du bestens gerüstet, falls du deinen Kindern eine Drohne zum Geschenk machen willst.
Viele Drohnen im Handel sind kein Spielzeug
Suchst du etwa bei Amazon nach „Drohnen für Kinder“, stößt du schnell auf als „Mini-Drohne“ oder „Spielzeugdrohne“ klassifizierte Quadrocopter – so heißen Drohnen mit vier Propellern.
Die Dinger sind klein, leicht, schön bunt und kosten meist deutlich unter 50 Euro. Eine sichere Sache also? Mitnichten:
Eine Analyse der Profi-Website Drohnen-Camp fand heraus: Beunruhigend viele Produkte sind zwar als Spielzeug ausgezeichnet, aber in Wirklichkeit gar keines.
Doch woran macht sich das fest?
Wann ist eine Drohne noch ein Spielzeug?
Zwei Faktoren entscheiden darüber, ob eine Drohne noch ein Spielzeug ist. Ganz vorne steht dabei das Gewicht: Bis 249 Gramm darf die Drohne wiegen.
Außerdem muss das Gerät zwingend unter 14 Jahren freigegeben sein. Treffen beide Bedingungen zu, handelt es sich um eine Spielzeugdrohne der C0-Klasse. Dann kannst du sie auch für kleinere Kinder bedenkenlos kaufen.
Einige Beispiele, bei denen das nicht der Fall ist: Die DJI Mavic 4 wiegt 1.063 Gramm und besitzt eine 18+-Freigabe – Kinder dürfen also nicht ran.
Nicht so eindeutig ist die Lage bei den beliebten Drohnen DJI Mini 4K und DJI Neo. Die wiegen zwar nur 249 und 135 Gramm, sind aber ebenfalls nur für Erwachsene freigegeben. Kinder dürfen damit also trotz des geringen Gewichts ebenfalls nicht damit fliegen.
Die Mini-Drohne von Avialogic jedoch wiegt unter 250 Gramm und ist für Kinder ab 6 Jahren empfohlen. Hier greifst du zu, ohne Probleme zu bekommen.
Versicherungsplicht: Dann muss eine Drohne für Kinder versichert sein
Eine Drohne muss laut EU-Verordnung immer versichert sein – völlig egal, ob eine Spielzeugdrohne für Kinder oder eine echte, richtige, große für Erwachsene.
Konkret benötigst du eine Haftpflichtversicherung mit entsprechender Klausel im Vertrag. Ansonsten darfst du die Drohne nicht fliegen.
Das Fliegen einer Drohne ohne Versicherung ist in Deutschland eine Ordnungswidrigkeit. Es drohen dir Bußgelder von bis zu 5.000 Euro, wenn du dich nicht daran hälst. Zudem droht dir eine unbegrenzte private Haftung für Schäden. Im schlimmsten Fall zahlst du dein ganzes Leben lang. Also besser nichts riskieren!
Registrierung: Wann muss ich eine Drohne für Kinder anmelden?
Etwas anders sieht die Sache bei der Registrierung aus. Eine Spielzeugdrohne musst du nämlich nicht registrieren. Selbst bei Geräten mit Kamera ist eine Meldung nicht erforderlich.
Bei Drohnen, die nicht als Spielzeug klassifiziert sind, hängt es von zwei Faktoren ab: Alle Geräte mit einem Gewicht von mind. 250 Gramm müssen eine Registrierung durchlaufen sowie alle Drohnen, die über Sensoren Daten sammeln, z.B. mit einer Kamera am Board. Also: Nur leichte und dumme Erwachsenen-Drohnen musst du nicht registrieren lassen.
Flugverbotszonen: Hier darf auch keine Kinder-Drohne fliegen
In den eigenen vier Wänden darf dein Kind eine geeignete Drohne ganz normal fliegen lassen. Hier musst du lediglich darauf achten, dass Mitmenschen und empfindliche Gegenstände nichts abbekommen.
Unter freiem Himmel sieht die Sache jedoch etwas anders aus. Verlässt das Kind nämlich sein Eigenheim, darf es ausschließlich eine Drohne der C0-Klasse steuern.
Was du wahrscheinlich ebenfalls nicht wusstest: Selbst Spielzeugdrohnen müssen in Sichtweite bleiben und dürfen außerdem nicht höher als 120 Meter aufsteigen.
Ein Flug über Menschenansammlungen ist ebenfalls tabu – selbst, wenn die Drohne keine Kamera hat.
Ab welchem Alter sollte mein Kind eine Drohne fliegen?
Eine wichtige Frage solltest du dir abseits von Regeln und Gesetzen stellen: Ist mein Kind überhaupt reif genug für die selbstständige Steuerung einer Drohne?
Bei leichten Spielzeugdrohnen unter 250 Gramm gibt es zwar keine Altersgrenzen, aber einem 3 Jahre alten Kind solltest du vielleicht noch keine Drohnenfernbedienung in die Hand drücken. In diesem Alter hat das Kind weder die motorischen noch kognitiven Fähigkeiten, eine Drohne korrekt und gefahrlos zu fliegen.
Bei älteren Kindern und schwereren Drohnen hingegen handelst du nach eigenem Ermessen und natürlich immer nach der aktuellen Gesetzeslage – und die sieht so aus:
Schwere Drohnen und Fliegen unter Aufsicht
Schwere Drohnen erfordern ein Mindestalter von 16 Jahren für den Piloten.
Jüngere Kinder dürfen solche Modelle aber unter direkter Aufsicht eines Erwachsenen sowie gültigem Kompetenznachweis steuern. Der oder die Erwachsene trägt dabei die volle Verantwortung.
Alle altersspezifischen Regeln in der Übersicht:
jünger als 16 Jahre: Kinder dürfen Drohnen fliegen, die als Spielzeug eingestuft sind. Eigenbau-Drohnen mit weniger als 250 Gramm Gewicht sind auch ohne Aufsicht möglich
Unter Aufsicht: Kinder unter 16 dürfen jede Drohne fliegen, wenn eine mindestens 16-jährige, qualifizierte Person direkt beaufsichtigt, die Verantwortung übernimmt und registriert ist
≥ 16 Jahre: Das allgemeine Mindestalter für den eigenständigen Betrieb der meisten Drohnen ist 16 Jahre, wenn diese nicht als Spielzeug gelten
Wichtige Voraussetzungen:
Registrierung: Der Betreiber muss sich beim Luftfahrt-Bundesamt registrieren.
Versicherung: Jede Drohne benötigt eine gültige Haftpflichtversicherung.
Kompetenznachweis: Für viele Drohnen ist ein EU-Kompetenznachweis (EU-Drohnenführerschein) erforderlich, den Piloten ab 16 Jahren erwerben können. Das geht mittlerweile auch online.
Diese 3 Drohnen empfehlen wir für dein Kind
Für den Einstieg legen wir dir drei Drohnen für Kinder ans Herz. Zwei sind so gut wie unbedenkliche Spielzeuge, eine eignet sich nur für Jugendliche unter Aufsicht.
Drohne für Kinder ab 6 Jahren: Avialogic Mini-Drohne
Die Avialogic für Kinder ab 6 Jahren kommt mit ein paar tollen Eigenschaften: Das ferngesteuerte Flugspielzeug hat einen guten Preis und beherrscht obendrein beeindruckende Manöver wie 360°-Flip oder Kreisflug.
Vier bunte LEDs leuchten in verschiedenen Lichtmodi, woran die Kleinen immer ihren Spaß haben. Die drei Akkus sorgen zusammengerechnet für eine angenehm lange Flugzeit.
Die Bedienung ist kinderleicht und komfortabel: So hebt die Drohne etwa dank One-Key-Funktion mit nur einem Knopfdruck ab, während der sogenannte Kopflos-Modus (eine Art automatische Stabilisierung) für die richtige Balance beim Fliegen sorgt.
Auch gut: Die Fernbedienung ähnelt einem Gaming-Controller, sodass sich Kinder-Konsolen-Besitzer nicht umgewöhnen müssen.
Alle Fakten im Überblick:
Drohne für Kinder: ab 6 Jahren
Gewicht: 56 g
Reichweite: 60 m
Flugzeit: bis zu 21 Minuten (8 pro Akkuladung)
Manöver: 360°-Flips, Kopflos-Modus
Einsatzbereich: Drinnen & Draußen
Spielzeugdrohne ab 8 Jahre: Revell Magic Mover
Modellbauspezialist Revell erfreut uns mit einer Spielzeugdrohne für Kinder ab 8 Jahren: Der Magic Mover ist mal kein Quadrocopter wie die meisten Flieger, sondern eine fliegende Untertasse, die ohne Fernbedienung funktioniert.
In insgesamt drei Farben erhältlich, wird die superleichte Kleine in der Wohnung in die Luft geworfen, beginnt dort zu schweben und wechselt dann durch Handbewegungen des Kindes die Richtung.
Die Mini-Drohne besitzt drei Anti-Crash-IR-Sensoren, damit sie nicht sofort auf dem Teppich landet. Ein USB-Ladegerät ist natürlich mit dabei, die ewige Batterieverschwendung hat also ein Ende.
Alle Fakten im Überblick:
Kinderdrohne ab 8 Jahren
Gewicht: 30 Gramm
Flugzeit: etwa 10 Minuten
Manöver: keine
Einsatzbereich: Drinnen
Für Jugendliche unter Aufsicht: DJI Neo
Soll es kein Spielzeug, sondern eine „echte“ Drohne sein, empfehlen wir dir für Jugendliche die DJI Neo – die günstigste und mit 135 Gramm leichteste Gerät des beliebtesten Drohnenherstellers.
Die wie alle Modelle von DJI hochwertig verarbeitete und zudem sichere Drohne steuerst du ohne Controller, stattdessen mit der Smartphone-App. Die Anschaffung einer Fernbedienung (Kostenpunkt: um die 100 Euro) ist aber möglich.
Die DJI Neo kommt mit einer exzellenten 4K-Kamera. Damit schießt dein Kind dank Komfort-Features wie Motivverfolgung schnell und einfach wirklich schöne Fotos aus der Luft.
Gemäß EU-Drohnenverordnung darf dein Kind dieses Modell nur unter Aufsicht fliegen. Außerdem sind Versicherung und Registrierung verpflichtend. Einen Drohnen-Führerschein erfordert die C0-Drohne nicht, ein Kompetenznachweis A1/A3 ist aber empfehlenswert.
Alle Fakten im Überblick:
Mini-Drohne ab 16 Jahren
Gewicht: 135 Gramm
Flugzeit: etwa 18 Minuten
Features: intelligente QuickShots,Sprachsteuerung, integrierter Propellerschutz
Einsatzbereich: Draußen










