Erotische Liebesgeschichte

Zwischen Herzklopfen und Leidenschaft

An diesem Abend wollte ich nichts suchen – und fand plötzlich mehr, als ich je erwartet hatte.

Ein schönes junges Paar. Er küsst sie auf der Straße auf die Wange sie lächelt und umarmt mit einer Hand seinen Nacken.
Foto: YakobchukOlena/iStock
Auf Pinterest merken

Ich stehe an der Bar und frage mich, warum ich eigentlich hergekommen bin. Eine Single-Party. Schuld ist eigentlich eine Kollegin. Zum Geburtstag drückte sie mir damals grinsend die Karte in die Hand. „Vielleicht findest du ja endlich den Mann fürs Leben“, sagte sie mit diesem süßlichen Unterton, der mehr Spott als gute Wünsche enthielt. „Und wenn nicht, probier wenigstens die Trüffel-Spaghetti. Die sind ein Traum.“

Doch als ich heute Abend nichts weiter vorhatte, dachte ich mir nur: Was soll's.

Und jetzt stehe ich hier – zwischen lauter Fremden. Nun ja – die Spaghetti sind tatsächlich himmlisch. Aber der Rest des Abends? Ein Desaster.

Der erste Mann redet ausschließlich über seinen Oldtimer, der zweite toppt das und spricht in einer Tour über seinen Bizepsumfang und die besten Proteinshakes. Der dritte wohnt „übergangsweise“ noch bei seiner Mutter – seit 38 Jahren.

Gerade als das nächste romantische Lied aus den Lautsprechern dudelt und ich mich Richtung Garderobe schleichen will, tritt mir jemand in den Weg.

Groß. Blond. Blaue Augen mit feinen Lachfältchen. Und ein Blick, der mich für einen Moment völlig aus dem Konzept bringt.

„Willst du schon gehen?“, fragt er.

Ich öffne den Mund, schließe ihn wieder. Nicke.

„Schade“, sagt er ruhig. „Ich habe dich die ganze Zeit beobachtet und gehofft, dass ich mich noch traue, dich anzusprechen.“

Seine Stimme ist warm, leicht rau. Kein aufgesetztes Machogehabe. Keine billige Anmache.

„Und?“, frage ich schließlich. „Du hast dich schließlich getraut?“

Ein schiefes Lächeln. „Offensichtlich.“

Ich lache. Zum ersten Mal an diesem Abend ehrlich.

„Ich bin Paul.“

„Eliza.“

Wir schütteln uns die Hand, und allein diese kurze Berührung schickt ein unerwartetes Kribbeln meinen Arm hinauf.

„Willst du wirklich schon gehen?“

„Willst du wirklich schon gehen?“, fragt er noch einmal. „Oder gibst du mir zehn Minuten, um dich vom Gegenteil zu überzeugen?“

Ich mustere ihn. Er wirkt nicht verzweifelt. Nicht überheblich. Eher neugierig. Als wolle er tatsächlich mich kennenlernen.

„Zehn Minuten“, sage ich.

Aus zehn Minuten werden zwei Stunden.

Wir reden über alles Mögliche – über Reisen, über peinliche erste Dates, über Musik, über den Unsinn von Singlepartys. Er erzählt, dass er eigentlich nur hier ist, weil er gegenüber wohnt und dem Wirt sagen wollte, dass dessen Lieferwagen wieder seine Einfahrt blockiert.

„Und dann habe ich dich gesehen“, sagt er schlicht.

Es klingt nicht wie ein Spruch. Mehr wie eine Feststellung.

Als wir schließlich vor dem Restaurant stehen, ist die Nacht warm. Die Straße glitzert vom letzten Sommerregen.

„Ich wohne wirklich direkt da drüben“, sagt er und deutet auf das Altbauhaus gegenüber. „Aber keine Sorge. Ich lade dich nicht spontan hoch.“

„Schade“, sage ich spontan – und erschrecke ein wenig über mich selbst.

Seine Augen verdunkeln sich für einen Moment im selben, in dem ich die Situation schnell verlegen weglächle.

„Wann treffen wir uns wieder?“, fragt er. „Also richtig.“

„Morgen?“, sage ich.

Er nickt, beugt sich vor und küsst mich.

Nicht stürmisch. Nicht fordernd. Sondern langsam. Prüfend. Seine Lippen liegen weich auf meinen, seine Hand an meiner Taille zieht mich näher. Ein leises Seufzen entweicht mir, als seine Zunge sanft um Einlass bittet.

Ich schmecke Wein und Minze. Als er sich löst, pocht mein Herz. Er hebt eine Hand, streicht mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Seine Fingerspitzen sind warm. Ruhig. Seine Selbstbeherrschung macht mich wahnsinnig.

„Ich weiß. Es geht mir genauso.“

Nach ein paar Nachrichten findet unser erstes richtiges Date zwei Tage später statt. Ein kleines Café, Nachmittagssonne, Espresso.

Ich trage ein Sommerkleid, er ein schlichtes Hemd. Wir reden, lachen, entdecken Gemeinsamkeiten – und Unterschiede.

Er ist Fotograf. Reist viel. Beobachtet gerne. „Du beobachtest auch“, sagt er irgendwann und sieht mich direkt an. „Aber du versteckst es besser.“

Als wir uns verabschieden, zieht er mich wieder in seine Arme. Dieses Mal dauert der Kuss länger. Seine Hand wandert über meinen Rücken, bleibt knapp über meinem Po liegen.

Ich spüre, wie sich mein Körper anspannt.

„Ich will dich“, flüstert er an meinen Lippen. „Aber ich will das nicht überstürzen.“

„Ich weiß. Es geht mir genauso.“

„Du machst mich verrückt“

Seine Wohnung ist hell, minimalistisch, große Fenster. Während die Pasta kocht, stehen wir uns in der Küche gegenüber. Ein Glas Wein in der Hand. Zu nah, um es noch zufällig zu nennen.

Seit unserer ersten Begegnung sind inzwischen gut zwei, fast drei Wochen vergangen. Wochen, in denen wir uns immer wieder gesehen haben – erst auf einen Kaffee, dann auf ein spontanes Abendessen, dann auf „nur kurz vorbeikommen“.

„Du machst mich verrückt“, sagt er leise.

„Warum?“

„Weil ich ständig daran denken muss, wie du dich anfühlst.“

Mein Puls beschleunigt sich.

Ich trete näher. Lege meine Hand an seine Brust. „Dann hör auf zu denken.“

Er küsst mich – diesmal ohne Zurückhaltung. Seine Lippen sind fordernd, seine Hände entschlossener. Er drängt mich sanft gegen die Küchenzeile. Sein Körper presst sich an meinen, und ich spüre seine Erregung deutlich.

Ein leises Stöhnen entweicht mir.

Seine Hände gleiten unter mein Kleid, über meine Hüften. Seine Finger zeichnen langsame Kreise auf meiner Haut.

„Eliza“, murmelt er, „wenn ich jetzt nicht aufhöre…“

„Dann hör nicht auf.“

Er hebt mich mühelos auf die Arbeitsplatte. Meine Beine schlingen sich um seine Hüften. Unsere Küsse werden hungriger, heißer.

Doch plötzlich hält er inne. Atmet schwer.

„Ich will, dass es perfekt ist“, sagt er rau. „Nicht zwischen Herd und Spülbecken.“

Ich lache atemlos. „Du bist unmöglich.“ Er hebt mich hoch und trägt mich in sein Schlafzimmer.

Meine Finger vergraben sich in seinem Haar

Diesmal ist der Kuss kein vorsichtiges Erkunden. Es ist ein Aufeinanderprallen all der aufgestauten Spannung.

Seine Hände gleiten über meinen Rücken, finden den Reißverschluss meines Kleides und ziehen ihn langsam nach unten. Der Stoff fällt zu Boden.

Sein Blick wandert über meinen Körper – hungrig, beinahe ehrfürchtig.

„Du bist wunderschön“, murmelt er.

Ich öffne sein Hemd, Knopf für Knopf. Meine Finger zittern leicht vor Erwartung. Als ich es ihm von den Schultern streife, fahre ich mit den Händen über seine Brust, spüre die Wärme seiner Haut.

Er legt mich aufs Bett, ohne den Blick von mir zu lösen.

Seine Lippen wandern von meinem Mund zu meinem Hals, tiefer, hinterlassen eine Spur aus Hitze. Seine Zunge gleitet über meine Brust, seine Hand umfasst die andere, streichelt, reizt.

Mein Atem wird schneller. Meine Finger vergraben sich in seinem Haar.

Seine Hand gleitet über meinen Bauch, zwischen meine Schenkel. Als er mich berührt, entfährt mir ein leises, unkontrolliertes Stöhnen.

„So weich“, flüstert er.

Er nimmt sich Zeit. Erforschend. Genussvoll. Jede Bewegung lässt mein Verlangen wachsen, bis ich mich ihm entgegenwölbe, ihn näher ziehe.

„Paul… bitte.“

Er lächelt nur – und bringt mich mit geduldiger Hingabe an den Rand des Wahnsinns. Als ich schließlich komme, ist es wie eine Welle, die mich vollkommen erfasst. Mein Körper spannt sich, löst sich, bebt.

Er kommt zu mir zurück, küsst mich tief, während ich noch zittere.

Ich öffne seine Hose, streife sie ihm hinab. Meine Hände gleiten über ihn, spüren seine Härte, seine Hitze.

Er stöhnt leise, als ich ihn berühre.

Dann schiebt er sich zwischen meine Schenkel.

Unsere Blicke treffen sich.

Langsam dringt er in mich ein.

Ein gemeinsames Einatmen.

Er bewegt sich erst vorsichtig, als wolle er jeden Zentimeter fühlen. Dann finden wir unseren Rhythmus. Meine Beine schlingen sich um seine Hüften, ich ziehe ihn tiefer in mich.

Seine Bewegungen werden kräftiger, dringlicher. Das Bett knarrt leise unter uns. Unsere Atemzüge vermischen sich.

„Eliza…“, haucht er.

Ich verliere mich in ihm. In der Art, wie er mich ansieht, als gäbe es nichts anderes auf der Welt. Die Lust baut sich erneut auf, intensiver, überwältigender.

Als ich komme, rufe ich seinen Namen.

Kurz darauf folgt er mir, sein Körper spannt sich über mir, ein raues Stöhnen an meinem Ohr.

Danach sinkt er neben mich.

Wir liegen schweigend nebeneinander, unsere Körper noch warm, verschränkt.

Er streicht über meine Schulter. „Ich bin froh, dass du damals nicht einfach gegangen bist.“

Ich lächle. „Ich auch.“

„Weißt du“, sagt er nach einer Weile, „ich habe dich gesehen und wusste, dass ich dich kennenlernen will.“

Ich drehe mich zu ihm. „Gut. Denn ich habe nicht vor, nach einer Nacht zu verschwinden.“

„Gut“ lächelt er und küsst mich sanft.

Und während draußen die Stadt weiterschläft, beginnt zwischen uns etwas, das mit einer Singleparty anfing – und sich jetzt wie der Anfang von etwas viel Größerem anfühlt.