Erotische Liebesgeschichte

Ein Tag nur für uns

Zwischen Wäschebergen, schlaflosen Nächten und ganz viel Liebe vergisst man manchmal, dass man mehr ist als nur Mama.

Junges Pärchen liegt gemeinsam auf dem Bett und kuschelt
Wir hatten uns fast verloren – bis dieser eine Tag alles zurückbrachte Foto: i-Stock/franckreporter
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Noch bevor Lisa die Augen ganz geöffnet hatte, hörte sie die Stimme aus dem Kinderzimmer. „Mamaaa!“ Ein Blick auf die Uhr: 5:47.

„Ich geh“, murmelte Tom verschlafen.

Lisa schüttelte den Kopf und setzte sich bereits auf. „Nein, ich habe ihn gestern schon kaum gesehen.“

Im Flur fuhr sie sich durch die Haare und atmete kurz durch, bevor sie die Tür öffnete. Sofort kleine Arme um ihre Beine.

„Mama, ich bin wach!“

„Das merke ich“, sagte sie leise lachend und hob ihn hoch.

Sie drückte ihn an sich, roch diesen vertrauten, warmen Duft und schloss für einen Moment die Augen. Diese Nähe war alles für sie – und gleichzeitig so fordernd. Während sie ihn trug, spürte sie schon wieder die nächsten Aufgaben im Kopf aufblitzen.

Frühstück. Anziehen. Tasche packen. Wäsche waschen.

Und irgendwo dazwischen ein leiser Gedanke, der kaum Raum bekam: Und ich?

Später stand sie in der Küche, zwischen Brotdose, halb getrunkenem Kaffee und einem Spülbecken, das schon wieder voller war, als sie es in Erinnerung hatte.

Tom lehnte im Türrahmen und beobachtete sie einen Moment.

„Du bist heute so ruhig.“

„Bin ich das?“

„Ja. So … weit weg.“

Sie hielt inne und stützte sich kurz auf der Arbeitsplatte ab. „Ich habe das Gefühl, ich funktioniere nur noch. Ich mache alles, was gemacht werden muss – aber ich komme selbst darin nicht mehr vor.“

Tom stellte seine Tasse ab. „Dann holen wir dich zurück.“

Sie sah ihn an, ein kleines, müdes Lächeln auf den Lippen. „Ich wüsste gar nicht, wo ich anfangen soll.“

Ein seltener Moment nur für mich

Als sie später die Wohnung verließen, fühlte sich alles ungewohnt leicht an – und gleichzeitig seltsam leer. Keine Tasche, die noch schnell kontrolliert werden musste. Kein „Hast du das?“ oder „Wir müssen los“. Nur sie.

„Kommt dir das auch komisch vor?“, fragte Lisa und zog die Tür hinter sich zu. „Ja“, sagte Tom ehrlich. „Fast so, als hätten wir etwas vergessen.“ Lisa nickte. „Ich habe die ganze Zeit das Gefühl, gleich ruft jemand nach mir.“

Auf dem Weg zum Auto merkte sie, wie ihr Körper noch im „Modus“ war – angespannt, bereit, jederzeit zu reagieren. Erst als sie saß und die Tür ins Schloss fiel, sank sie ein kleines Stück in sich zusammen.

Die Fahrt begann ruhig. Häuser zogen vorbei, dann Felder, dann immer mehr Grün.

Mit jedem Kilometer wurde es leiser in ihr. Die Gedanken langsamer. Die innere Liste kürzer.

Sie legte den Kopf an die Scheibe, spürte die Sonne auf ihrer Haut und stellte fest, wie lange sie dieses einfache Gefühl nicht mehr bewusst wahrgenommen hatte.

Frei sein, ohne gebraucht zu werden. Und gleichzeitig nicht weniger geliebt.

Ein kurzer Blick nach hinten – der leere Kindersitz.

Ein Stich.

Dann ließ sie ihn los.

Zum ersten Mal seit Langem.

Und plötzlich sind wir wieder wir

Am See blieb Lisa stehen und atmete tief ein. Die Luft war warm und weich, und für einen Moment fühlte sich alles leichter an.

„Hier waren wir früher anders“, sagte sie leise.

„Wie meinst du das?“, fragte Tom, während er die Decke ausbreitete.

Lisa überlegte kurz. „Unbeschwerter. Ich habe nicht ständig an morgen gedacht. Oder daran, ob ich allem gerecht werde.“

Tom setzte sich neben sie. „Du wirst allem gerecht.“

Sie schüttelte den Kopf. „Darum geht es nicht. Ich will mich dabei nicht verlieren.“

Eine Weile saßen sie einfach da. Ohne Plan. Ohne nächsten Schritt.

Lisa merkte, wie ungewohnt sich genau das anfühlte.

„Ich weiß gar nicht mehr, wie das geht“, gab sie leise zu.

„Was?“

„Einfach nur sein.“

Tom lächelte leicht, nahm eine Erdbeere und hielt sie ihr hin. „Dann fangen wir genau damit an.“

Sie musste lächeln, biss hinein und lehnte sich schließlich an ihn. Erst vorsichtig, dann ganz.

Seine Hand legte sich ruhig an ihre Hüfte. Warm. Sicher.

Lisa schloss die Augen.

Und spürte, wie sich etwas in ihr langsam wieder öffnete.

Da ist es noch.

Sie drehte sich zu ihm, suchte seinen Blick. „Küss mich.“

Der Kuss begann sanft, fast tastend – als würden sie sich neu kennenlernen. Doch schnell wurde er tiefer, vertrauter, intensiver.

Lisas Hände glitten in seinen Nacken und hielten ihn fest, als hätte sie Angst, dieser Moment könnte sonst wieder verschwinden.

„Ich habe das vermisst“, flüsterte sie.

„Ich auch“, antwortete er leise.

Was dann zwischen uns passiert

Seine Hand glitt unter ihr Shirt, langsam, fast fragend.

Lisa zog die Luft scharf ein – nicht vor Überraschung, sondern weil sich jede Berührung plötzlich wieder bedeutungsvoll anfühlte.

„Hör nicht auf“, flüsterte sie.

Seine Finger strichen über ihre Haut, verweilten, tasteten sich weiter – als würde er sich erinnern wollen, wie sie sich anfühlt.

Lisa spürte, wie sich ihr Körper öffnete, wie Spannung wich und etwas anderes an ihre Stelle trat: Wärme, Verlangen, ein leises Kribbeln, das sich immer weiter ausbreitete.

Sie zog ihn näher zu sich, ihre Hände jetzt sicherer, fordernder.

„Ich will dich“, sagte sie leise.

Tom sah sie an. „Ganz sicher?“

Lisa nickte. „Ja. Nicht als Mama. Als Frau.“

Dieser Satz hing einen Moment zwischen ihnen – und dann veränderte sich alles.

Seine Berührungen wurden entschlossener, ihre Bewegungen antworteten darauf. Kein Zögern mehr, kein Innehalten.

Lisa spürte ihn überall – seine Hände, seine Nähe, seine Wärme.

Und sich selbst.

Ihr Körper reagierte, als hätte er nur darauf gewartet. Jede Berührung intensiver als gedacht, jede Bewegung ein Stück mehr Loslassen.

Sie klammerte sich an ihn, spürte, wie sich dieses vertraute Gefühl langsam aufbaute, stärker wurde.

„Tom …“, keuchte sie leise.

„Ich bin hier.“

Seine Stimme war nah, ruhig – genau das, was sie brauchte.

Sie ließ sich fallen. Ganz.

In diesen Moment. In dieses Gefühl. In ihn.

Und als die Spannung sich schließlich löste, hielt sie sich noch fester an ihm fest, als könnte sie genau das konservieren, was sie gerade wiedergefunden hatte.

Nicht nur ihn.

Sich selbst.

Wieder bei mir

Später lag Lisa auf seiner Brust, hörte seinen Herzschlag und zeichnete gedankenverloren kleine Kreise auf seine Haut.

Ihr Atem hatte sich beruhigt, aber in ihr war noch immer dieses warme Nachklingen.

„Ich habe gedacht, das ist weg“, sagte sie leise.

„Was?“

„Dieses Gefühl. Dieses … ich sein.“

Tom strich ihr sanft durch die Haare. „War es nie. Es war nur kurz leise.“

Lisa schloss die Augen.

Und diesmal war da keine To-do-Liste, die sich vordrängte. Kein schlechtes Gewissen, kein inneres Ziehen.

Nur Ruhe. Nur Nähe.

Und das leise, sichere Gefühl, wieder ganz bei sich selbst angekommen zu sein.