"Emanze"

Eva Pflug: Ihre größte Rolle war mehr Fluch als Segen

Eva Pflug war seit „Raumschiff Orion“ Kult: Ihre Fans waren begeistert, vielen Frauen galt ihre coole Art als Vorbild. Doch machte das Image einer Emanze dem Star das Leben schwer...

Eva Pflug war seit „Raumschiff Orion“ Kult.
Foto: IMAGO / United Archives

Sie spielte eine taffe Offizierin, die Männern zeigte, dass auch Frauen das Sagen haben können. Eva Pflug († 79) wurde 1966 als Russin Tamara Jagellovsk in der TV-Serie „Raumschiff Orion“ zum frühen Symbol der Emanzipation. Doch während ihre Filmkollegen Dietmar Schönherr oder Wolfgang Völz sich nach dem Erfolg der Science-Fiction-Serie vor Angeboten kaum retten konnten, ging ihre eigene Filmkarriere, wie sie es selbst sagte, „den Bach runter“.

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Eva Pflug: „Die Männer hatten Angst vor emanzipierten Frauen“

Zwar bekam sie ganze Wäschekörbe voll Briefe von begeisterten jungen Mädchen, die sich ihre selbstbewusste Darstellung zum Vorbild nahmen. Doch war sie ihrer Zeit damit wohl ein paar Schritte voraus. „Die Männer hatten Angst vor emanzipierten Frauen“, vermutete Eva Pflug, weshalb sie nie an ihren Erfolg aus der Raumpatrouille anknüpfen konnte. In den meist von Männern betriebenen Besetzungsbüros sei eine Frau, die sich nicht alles sagen ließ, offenbar nicht gerne gesehen worden.

So stand die Blondine mit der markanten Stimme auf der Theaterbühne statt vor der Kamera, verdiente ihr Geld zudem als gefragte Synchronsprecherin.

Eva Pflug: Bitteres Eingeständnis kurz vor ihrem Tod

Dass sie aneckte, das Image der „Emanze“ an ihr klebte, spürte sie auch privat. Es fiel ihr nie leicht, eine Partnerschaft einzugehen. Zum Teil lag das auch in ihrer Kindheit begründet. Sie wuchs vaterlos in Leipzig auf, umsorgt von Mutter und Oma. Die Schauspielerin zögerte stets, eine feste Bindung einzugehen. Sie wollte die Karriere nicht gegen Familie und Kind eintauschen. So blieb sie zeitlebens Single, hatte Affären mit verheirateten Männern, mit denen sie sich nicht öffentlich zeigen konnte. Zwar bekam Eva Pflug einen Heiratsantrag, doch hatte die Sache einen Haken: „Ich sollte das Theater aufgeben“, verriet sie entrüstet. „Man kann aber nicht eine Hälfte des Lebens seiner Partnerin wegstreichen, nur weil man sie heiraten will.“

Erst kurz vor ihrem Tod gestand sie sich ein: „Mein Beruf war mir wichtiger, das hat sich später gerächt. Ich hätte vielleicht doch heiraten sollen.“

Autor: Redaktion Retro

Artikelbild & Social Media: IMAGO / United Archives