Leben

Frank Elstner: „Wenn die anderen mein Parkinson-Zittern stört, sollen sie wegschauen!“

Frank Elstner erfand legendäre TV-Shows wie „Wetten, dass ..?“ und „Verstehen Sie Spaß?“ und ist jemand, der niemals aufgibt. Trotz seiner 2019 bekannt gewordenen Parkinson-Erkrankung blickt Frank Elstner voller Zuversicht in die Zukunft – und genießt das Leben im Kreise seiner Familie.

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Frank Elstner: Leben mit Parkinson

Frank Elstner ist an Parkinson erkrankt. Wie sein Leben mit der Krankheit aussieht.
Foto: imago images / Sven Simon

Herr Elstner, was sind aktuell Ihre größten Einschränkungen durch Parkinson?

Mir geht es ganz gut. Die Einschränkungen durch die Krankheit lassen sich heute tatsächlich durch Medikamente niedrig halten. Manchmal habe ich Rückenschmerzen und bin beim Laufen nicht mehr so schnell wie früher. Ich glaube, die Menschen, die um mich herum leben, merken gar nicht, dass ich Parkinson habe. Wenn ich manchmal etwas zittere, dann ist das etwas, was mich nicht stört. Wenn es andere stört, sollen sie wegschauen.

Sie holen sich regelmäßig Rat von Experten – und von Ihrer Frau Britta. Darf Ihnen Ihre Familie etwas raten?

Wir leben ein völlig normales Familienleben, Parkinson ist bei uns zu Hause kein Thema. Im Gegenteil! Meine Frau hat den sehr netten Satz formuliert: „Du hast nur ein Parkinsöhnchen!“. Den Begriff hat Professor Volkmann ins Spiel gebracht, der mich damals untersuchte. Als ich meiner Frau davon erzählte, meinte sie, sie wolle das jetzt immer sagen, wenn ich meckere. Das funktioniert wunderbar.

"Ich schaue lieber in die Zukunft als zurück"

Sie leben inzwischen sehr gesund, achten auf Ihre Ernährung und joggen ...

Das stimmt. Fachleute haben mir aber gesagt, dass bei Parkinson eine tägliche Stunde Muskeltraining besser ist als eine Stunde Jogging. Deshalb laufe ich nicht mehr so viel wie früher, trainiere aber mit Gewichten. Ich bin also jetzt ein Gewichte-Stemmer (lacht).

Vor 34 Jahren hatten Sie Ihre letzte Moderation der TV-Kult-Sendung „Wetten, dass ..?“, die gerade 40 geworden wäre. Werden Sie ab und zu wehmütig bei dem Gedanken daran?

Darüber denke ich nicht oft nach. Ich schaue lieber in die Zukunft als zurück. Die 80, die ich nächstes Jahr erreiche, ist für mich genauso eine Zahl, die andere Menschen mehr interessiert als mich (lacht). Ich möchte nicht so oberflächlich sein, mich an Jahreszahlen hochzuziehen.

Frank Elstner über Angst vor dem Tod

Haben Sie ein Talent, von dem nur wenige wissen?

Ich habe mit 16, 17 ganz gut Trompete gespielt und wollte vor zwei Jahren wieder damit anfangen. Deshalb hat mir meine Frau zu Weihnachten eine Trompete geschenkt. Mit der bin ich in den Keller gegangen und habe versucht, wenigstens den Mitternachtsblues hinzubekommen. Leider musste ich feststellen, dass ich das nicht mehr gut kann. Ich bedaure, dass ich in meinem Leben nicht fleißig genug war, um ein ordentlicher Musiker zu werden.

Aber es ist doch nie zu spät!

Ich würde aber nicht mehr aufholen. Meine Töchter spielen so gut Klavier, dass ich mich nicht trauen würde, mich vor ihnen ans Instrument zu setzen.

Worauf sind Sie in Ihrem Leben besonders stolz?

Stolz bin ich auf meine fünf Kinder, denn die sind toll.

Inzwischen haben Sie auch Enkelkinder. Halten die Sie auf Trab?

Sie bereiten mir große Freude und halten mich natürlich auf Trab. Aber das hält einen fit, vor allem im Kopf.

Ihre Mutter ist mit 56 gestorben, Ihr Vater mit 61. Haben Sie Angst vor dem Tod?

Nein. Aber ich gebe zu, dass mich das zu dem Zeitpunkt, als beide verstorben sind, sehr getroffen hat. Je älter man aber wird, und ich bin jetzt schon über 20 Jahre älter geworden als meine Mutter, umso mehr relativiert sich das. Als bekennender Christ bin ich ohnehin überzeugt davon, dass wir uns eines Tages alle wieder treffen.

Autorin: Cäcilia Fischer

Artikelbild & Social Media: IMAGO / Sven Simon