Löwen-Duell um zwei junge Gründer

Frischluft Fensterbrett nach „Die Höhle der Löwen“: Das wurde aus der beweglichen Fensterbank

Ein volles Fensterbrett hindert einen meist daran, ein Fenster komplett zu öffnen. Das geht jedoch auch anders, wie die Löwen im Staffelfinale feststellen.

Janna Ensthaler steht neben Benedikt Hartmann und Lukas Benkhoff.
Die Gründer begeisterten die Löwen noch mehr als das Produkt selbst. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer
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Was wäre ein Staffelfinale ohne den einen Deal, bei dem am Ende alle noch einmal kurz ihre Haltung zu Geld, Bewertung und Alltagsnutzen überprüfen müssen? Genau für diesen Moment sorgen Benedikt Hartmann (25) und Lukas Benkhoff (23) aus Garching bei München mit ihrem frischluft Fensterbrett – einer mobilen Fensterbank, die beim Öffnen des Fensters einfach mitläuft und das ständige Abräumen überflüssig machen soll. Das Angebot in der „Höhle der Löwen“: 170.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile.

Eine Fensterbank, die mitzieht

Wer Pflanzen, Kerzen oder Deko auf der Fensterbank stehen hat, kennt das Problem: Zum Lüften muss erst alles runter, dann wieder zurück. Das frischluft Fensterbrett löst genau diesen kleinen, nervigen Alltagsmoment. Es wird in den Fensterrahmen eingehängt, bewegt sich beim Öffnen oder Kippen des Fensters mit und bleibt dabei als nutzbare Fläche erhalten.

Benedikt ist Maschinenbau-Ingenieur, Lukas hat BWL studiert – zusammen bezeichnen sie ihre Erfindung als Problemlöser. Der pragmatische Ansatz zahlt sich bereits vor TV-Ausstrahlung aus: Millionen Aufrufe in den sozialen Medien und 160.000 Euro Umsatz in sechs Monaten, ohne Marketingbudget.

Preis, Produkt und erste Zweifel

Das Produkt ist in verschiedenen Längen verfügbar und für Fensterbreiten flexibel einsetzbar. Im Shop kostet das Fensterbrett 69 Euro, die Fensterleiste 49,95 Euro.

In der Höhle mangelt es nicht an kritischen Nachfragen. Janna Ensthaler stört sich am Logo und zweifelt nicht an den Gründern, wohl aber am Produkt selbst. Frank Thelen hält das Ganze für Lebenszeitverschwendung und bemängelt die eingedrückte Fensterdichtung. Für ihn ist schnell klar: kein Investment. Auch Judith Williams sieht Potenzial in den Gründern, glaubt aber, dass sie in Zukunft womöglich noch etwas Besseres entwickeln könnten – und steigt ebenfalls aus.

Carstens Lockangebot

Am längsten bleibt Carsten Maschmeyer interessiert. Er erkennt die Chance, dass die Gründer später weitere praktische Ideen entwickeln könnten, und formuliert deshalb ein besonderes Angebot: 170.000 Euro für 15 Prozent, aber mit der Option, bei kommenden Projekten als Erst-Investor wieder dabei zu sein. Genau diese langfristige Bindung bringt die Gründer ins Grübeln. Könnte das für sie ein Nachteil sein, wenn sie sich zu früh an einen Investor klammern?

Auch Ralf Dümmel sieht Potenzial – im Handel und im Teleshopping. Er bietet ebenfalls 170.000 Euro für 15 Prozent. Doch die Gründer entscheiden sich für eine andere Strategie: Sie wollen Flexibilität behalten und verhandeln zurück. Am Ende machen sie Ralf ein Gegenangebot über 199.000 Euro für 15 Prozent – und diesmal sagt er zu. Der Deal steht.

Vom Hype in den Handel

Das frischluft Fensterbrett hat sich mittlerweile vom ursprünglichen Prototypen deutlich weiterentwickelt. Die Gründer haben sich inzwischen von der Fensterleiste verabschiedet und setzen auf eine ausziehbare, flexible Fensterbank, die im Alltag praktischer sein soll. Der Preis ist außerdem spürbar gesunken: Statt 69 Euro gibt es die flexible Fensterbank aktuell für 39,99 Euro.

Verkauft wird das Produkt sowohl im eigenen Onlineshop als auch bei Amazon. Die neue, ausziehbare Version ist für Fensterbreiten zwischen 65 und 107 Zentimetern nutzbar.

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