Die Zahlen sind alarmierend

Für strengere Strafverfolgung: Bundesregierung stuft K.-o.-Tropfen als Waffe ein

Mit einer neuen Einstufung reagiert die Bundesregierung auf steigende Gewaltzahlen – K.-o.-Tropfen sollen künftig als Waffe gelten.

Justitia und Schriftzug K.-o.-Tropfen Fotomontage
Die Bundesregierung hat K.o.-Tropfen jetzt als Waffe eingestuft. Foto: IMAGO / Steinach
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Ein großer Schritt in die richtige Richtung: Die Bundesregierung hat angekündigt, dass K.-o.-Tropfen ab sofort als Waffe eingestuft werden! Damit wollen sie der immer zunehmenden Gewalt gegen Frauen entgegenwirken.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (55, CSU), Bundesfamilienministerin Karin Prien (60, CDU) und BKA-Präsident Holger Münch (64) haben jetzt die neuesten Ergebnisse in Berlin präsentiert.

K.-o.-Tropfen als Waffe und Fußfessel für eine strengere Strafverfolgung

„Der Schutz von Frauen hat für uns höchste Priorität. Wir setzen auf klare Konsequenz und konsequente Kontrolle. Deshalb führen wir die Fußfessel nach spanischem Vorbild ein – sie begrenzt die Wege der Täter und gibt den Betroffenen mehr Sicherheit. Zudem stufen wir K.-o.-Tropfen, die zunehmend als verbreitetes Tatmittel genutzt werden, als Waffe ein. So schaffen wir die Grundlage für spürbar strengere Strafverfolgung“, betont Dobrindt.

AuchBundesfamilienministerin Prien unterstreicht den neuen Beschluss: „Gewalt gegen Frauen ist ein alltägliches Verbrechen, das wir nicht hinnehmen dürfen.“ Ihr Ziel ist es, „eine Gesellschaft [zu schaffen], in der Frauen sicher und frei leben können.“

Auch BKA-Präsident Holger Münch sieht deutlichen Handlungsbedarf: „Die Zahl der Straftaten an Frauen steigt kontinuierlich. Wir sehen hier allerdings nur das Hellfeld.“ Vor allem häusliche Gewalt bleibe häufig verborgen. Seine eindringliche Bitte: Mehr Betroffene sollten sich trauen, Anzeige zu erstatten. Die neuen Zahlen sollen dazu beitragen, Gewalt besser zu erkennen – und gezielt dagegen vorzugehen.

Die Zahlen sind erschreckend

Die aktuelle Statistik fällt erschütternd aus: 53.451 Frauen und Mädchen wurden 2024 Opfer sexueller Gewalt – ein Plus von 2,1 Prozent. Fast die Hälfte der Betroffenen war minderjährig. Am häufigsten handelte es sich um sexuelle Belästigung sowie um Fälle von Vergewaltigung, sexueller Nötigung oder Missbrauch.

2024 wurden zudem 308 Frauen und Mädchen getötet. Insgesamt registrierte die Polizei 328 weibliche Opfer vollendeter Tötungsdelikte – ein Rückgang von knapp 9 Prozent. Weitere 859 Frauen und Mädchen überlebten nur knapp, nachdem sie Opfer versuchter oder vollendeter Tötungsdelikte wurden.

Im Jahr 2024 wurden 132 Frauen und 24 Männer durch Partnerschaftsgewalt getötet. In Zusammenhang mit familiären Konflikten verloren zudem weitere 130 Menschen ihr Leben. Doch häusliche Gewalt verlagert sich zunehmend auch ins Netz: Die Zahl der Opfer digitaler Übergriffe stieg im Zusammenhang mit Partnerschaftsgewalt um fast elf Prozent, bei innerfamiliärer Gewalt sogar um mehr als 20 Prozent. Laut der Dunkelfeld-Studie LeSuBiA wird jedoch nur ein sehr kleiner Teil der Taten gemeldet – meist weniger als zehn Prozent, bei Partnerschaftsgewalt sogar unter fünf Prozent. Viele Betroffene schweigen aus Angst oder Scham.

Die Studie zeigt außerdem, dass Frauen häufiger und schwerer betroffen sind und Gewalt oft schon in der Kindheit beginnt: Jede zweite befragte Person erlebte körperliche Gewalt durch Eltern oder Erziehungsberechtigte. Ziel der vom BKA sowie Innen- und Familienministerium durchgeführten Untersuchung ist es, Gewalt besser sichtbar zu machen und Betroffene wirksamer zu schützen.

Quellen

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