Fernsehen & RadioGEZ: Rundfunkgebühren in Europa - wird der Beitrag bald abgeschafft?

Die Rundfunkgebühren (GEZ) sollen in Frankreich und Norwegen abgeschafft werden. Müssen wir bald auch keine Beiträge für Radio und TV mehr bezahlen?

 

Inhalt
  1. Steuerfinanzierung statt Rundfunkgebühren?
  2. Rundfunkgebühren werden in Norwegen bis 2020 abgeschafft
  3. Wird die Rundfunkgebühr in Deutschland auch abgeschafft?

In zwölf Ländern Europas zahlen Bürger einen Rundfunkbeitrag. Frankreich plant nach Norwegen, die Gebühr abzuschaffen und durch eine Steuerfinanzierung zu ersetzen. Müssen wir bald auch keine GEZ* mehr zahlen?

 

Steuerfinanzierung statt Rundfunkgebühren?

In Deutschland, der Schweiz, Polen, Großbritannien, Österreich und weiteren sieben Ländern finanzieren sich die öffentlich rechtlichen Sender durch einen Rundfunkbeitrag der Bürger. Auch in Norwegen und Frankreich ist das so. Der französische Haushaltsminister Gérald Darmanin schlug am Freitag (29.3.) vor, die Gebühr für Fernseher und Radiogeräte in Haushalten abzuschaffen, um Steuerzahler zu entlasten. Gleichzeitig soll eine Steuerfinanzierung die Sender finanziell unterstützen.

Die Rundfunkgebühr beträgt in Frankreich laut einer aktuellen Tabelle 139 Euro im Jahr pro Haushalt. Der Kulturminister Franck Riester ist gegen eine Abschaffung: "Wir brauchen einen starken öffentlichen Rundfunk", sagte er im Sender France Bleu. Die Rundfunkgebühr brachte nach Informationen der dpa 3,2 Milliarden Euro für öffentlich-rechtliche Sender ein.

 

Rundfunkgebühren werden in Norwegen bis 2020 abgeschafft

Mit dem Vorschlag will Frankreich Norwegen folgen. Nach den Schweizern zahlen die Norwegen mit 300 Euro pro Hausstand am meisten für Radio und Co. Die norwegische Regierung will den öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit Steuergeldern finanzieren und die Gebühren bis zum 1. Januar 2020 abschaffen. "Nachrichtenmedien haben einen Wert als demokratische Meinungsmacher, als Kontrollorgan für die Mächtigen und als Verwalter von Sprache, Kultur und gemeinsamer Identität“, sagte Kulturministerin Trine Skei Grande. Doch die Sache hat einen Haken: Die dann erhobene Steuer soll umgerechnet 170 Euro pro Person betragen und ist je nach Einkommen gestaffelt. Leben zwei Erwachsene in einem Haushalt macht das 340 Euro - mehr als der Rundfunkbeitrag. Die Steuer soll ab dem 18. Lebensjahr bezahlt werden.

 

Wird die Rundfunkgebühr in Deutschland auch abgeschafft?

In Deutschland liegen die durchschnittlichen Jahresbeiträge bei 210 Euro und monatlich pro Wohnung bei 17,50 Euro. Wäre doch schön dieses Geld zu sparen, oder? Leider ist eine Abschaffung der GEZ nicht in Sicht: Die Ministerpräsidenten diskutieren derzeit, ob die Beitragshöhe künftig an die Inflationsrate gekoppelt werden soll. 

In der Vergangenheit hatte schon einige Debatten um die Rundfunkgebühren gegeben.

*Wir verwenden die ehemalige Bezeichnung "Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in der Bundesrepublik Deutschland", kurz GEZ 

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