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Grüne Umweltministerin Steffi Lemke: Ja zu Klimaschutz und Kindern, Nein zu Atomkraft

Steffi Lemke will als Umweltministerin einiges bewegen – nicht nur in Sachen Klimakrise. Dafür blickt die Grünen-Politikerin über den Tellerrand ihres Ministeriums hinaus.

Umweltministerin Steffi Lemke
Umweltministerin Steffi Lemke hat viel vor Foto: IMAGO / Bernd Elmenthaler

Steffi Lemke (53) von Bündnis 90/Die Grünen ist nicht zufällig neue Umweltministerin. Die ehemalige Briefträgerin setzt sich seit Jahrzehnten für Naturschutz und Klima ein. Doch Steffi Lemke kann mehr als Umwelt: Die gebürtige Ostdeutsche macht sich auch für Themen fernab ihres Ministeriums stark.

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Steffi Lemke: Die Dompteurin der Grünen

Schon vor ihrer Zeit als Leiterin des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz sagte man Steffi Lemke nach, sie habe die Fäden in der Hand. Von einer Strippenzieherin ist in manchen Berichten die Rede. Andere nennen sie eine Dompteurin, die ihre teils exzentrischen Kolleginnen und Kollegen von den Grünen in den richtigen Momenten zur Vernunft bringt. Dabei wählt Steffi Lemke eher besonnene als laute Worte.

Tatsächlich hat Lemke ihre Partei von 2002 bis 2013 als politische Bundesgeschäftsführerin und von 2013 bis 2021 als eine von vier parlamentarischen Geschäftsführerinnen der Bundestagsfraktion maßgeblich geprägt. Ihre Unterstützer*innen lieben sie für ihre pragmatische und direkte Art.

Steffi Lemke und die Grünen
Die Grünen: Claudia Roth, Anne Spiegel, Robert Habeck, Annalena Baerbock, Cem Özdemir und Steffi Lemke (v.l.n.r.) Foto: IMAGO / Future Image

Nein zu grüner Atomkraft

Direkt geht Steffi Lemke ihren Auftrag als Bundesumweltministerin auch an.

Eines ihrer ersten Themen ist die Streitfrage um die sogenannte grüne Atomkraft. Die EU-Kommission plant, Kernkraft als nachhaltige Energie einzustufen. Doch obwohl Deutschland ein sonst verlässlicher EU-Partner ist, lässt sich Steffi Lemke bei diesem Thema nicht auf einen Kompromiss ein. Deutschland bleibt beim Slogan "Atomkraft? Nein, danke". Deswegen haben Lemke und ihr Team in einer Stellungnahme an die EU ein "klares Nein" zu vermeintlich grüner Atomkraft formuliert. "Das vertritt die Bundesregierung geschlossen", so die Grünen-Politikerin gegenüber der Presse.

Umwelt und mehr: Steffi Lemke für Kinder und gegen Krieg

Geboren ist Steffi Lemke Dessau an der Elbe (Sachsen-Anhalt) – in ihrer Kindheit einer der dreckigsten Flüsse Europas. Das hat Lemke genauso tief geprägt, wie das DDR-Regime. Auf ihrer Homepage schreibt sie dazu:

"Die massiven Umweltzerstörungen in der Region Bitterfeld begleiteten meine Kindheit in der DDR, genauso wie ein Staat, der über mein persönliches Leben bestimmen wollte. Deshalb habe ich mich engagiert."

Zu ihren Themen gehören Natur-, Umwelt- und Meeresschutz. Aber nicht nur. Steffi Lemke engagiert sich auch gegen Rechts und für Kinderrechte. "Ich will, dass mehr Geld für Bildung und Familien zur Verfügung steht und das endlich kein Kind mehr zurückgelassen wird", formuliert Steffi Lemke ihre Überzeugung. Bei diesem Thema steht sie Schulter an Schulter mit Familienministerin Anne Spiegel, die ebenfalls den Grünen angehört.

Härtere Diskussionen dürfte Steffi Lemke mit Verteidigungsministerin Christine Lambrecht von der SPD führen. Denn Lemke sieht die Auslandseinsätze der Deutschen Bundeswehr kritisch. "Wir sind die einzige Partei, die glaubwürdig Friedenspolitik vertritt, denn nur in unserer Partei wurden die Diskussionen um Auslandseinsätze der Bundeswehr wirklich geführt. Auch wenn einige dann getroffene Entscheidungen umstritten bleiben."

Kinder, Ehemann, Privatleben: Steffi Lemke hält sich bedeckt

So offen und direkt Steffi Lemke ihre politische Tätigkeit angeht, so sehr hält sie ihr Privatleben aus der Öffentlichkeit heraus. Während Christine Lambrecht über Facebook immer wieder Fotos von gemütlichen Abenden mit Freunden oder ihrem Sohn teilt, nutzt Steffi Lemke Social Media wenn überhaupt für die Politik. Ihr letzter Instagram-Post ist vom 10. November 2021.

Grundsätzlich ist über das Privatleben der Umweltministerin wenig bekannt. Vor ihrer politischen Laufbahn hat Steffi Lemke eine Ausbildung zur Zootechnikerin (Melkerin) gemacht und von 1986 bis 1988 als Briefträgerin gearbeitet. In dieser Zeit machte sie ihr Abitur an der Abendschule, um später Agrarwissenschaft in Berlin zu studieren.

Steffi Lemke ist Mutter eines Kindes und geschieden. So steht es auf der Homepage des Deutschen Bundestages. Steffi Lemke soll in einer Patchworkfamilie leben. Selbst hat sie das allerdings nie bestätigt – lieber spricht sie öffentlich über Umwelt- und Naturschutz.

Bundeskanzler Olaf Scholz hält sein Privatleben nicht ganz so strikt aus dem Rampenlicht heraus wie Steffi Lemke. Im Video erfährst du mehr!

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