Hurrikan Melissa: Auswirkungen auf Europa?
Hurrikan Melissa hat Kurs auf Jamaika genommen. Welche Folgen der Hurrikan für die beliebte Urlaubsinsel haben kann und was das für Europa bedeutet, lest ihr hier.
Der Hurrikan „Melissa“ wütet aktuell in der Karibik. In Haiti und der Dominikanischen Republik sind bereits mehrere Menschen ums Leben gekommen – jetzt nimmt er Kurs auf Jamaika und hat bereits die höchste Hurrikankategorie fünf erreicht. Trifft „Melissa“ mit ihrer aktuellen Windgeschwindigkeit auf Jamaika, wäre der Wirbelsturm nach Einschätzung von Meteorologen der heftigste Hurrikan, der die Insel seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1851 erreicht hat. Doch was bedeutet das für die beliebte Urlaubsinsel?
Das Hurrikanzentrum warnt
Das Hurrikanzentrum warnte vor „katastrophalen und lebensbedrohlichen Winden, Überschwemmungen und Sturmfluten“ und forderte die Bevölkerung Jamaikas auf, sofort Schutz zu suchen. Da sich „Melissa“ nur sehr langsam fortbewegt, könnte der Wirbelsturm länger über Land verweilen und dadurch erheblich größere Schäden verursachen als viele andere Hurrikans zuvor.
Die Kombination aus extremen Winden, anhaltendem Starkregen und gewaltigen Sturmfluten könnte auf Jamaika eine Katastrophe historischen Ausmaßes auslösen. Laut Wettermodellen sind Niederschlagsmengen von bis zu 1000 Litern pro Quadratmeter möglich – Werte, die Erdrutsche, massive Überschwemmungen und den Zusammenbruch ganzer Versorgungsnetze zur Folge haben könnten.
Notunterkünfte sind geöffnet
Zudem wird der Meeresspiegel durch aufgestaute Wassermassen und meterhohe Wellen weiter ansteigen. Besonders Küstenregionen müssen mit vollständigen Überflutungen rechnen. Die Behörden haben bereits Notunterkünfte geöffnet und rufen die Bevölkerung in gefährdeten Gebieten dringend zur sofortigen Evakuierung auf.
Auch für mehrere Regionen Kubas – darunter Granma, Santiago de Cuba, Guantanamo und Holguin – wurde inzwischen eine Hurrikanwarnung ausgegeben. Für die Turks- und Caicosinseln gilt derzeit eine Vorwarnung.
Internationale Hilfsorganisationen stellen sich bereits auf einen der umfangreichsten Katastropheneinsätze der vergangenen Jahre ein. Sollte sich der Hurrikan über Land nur langsam abschwächen, drohen auch in den darauffolgenden Tagen weiterhin lebensgefährliche Bedingungen für Bewohner und Einsatzkräfte.
Auswirkungen auf Europa?
Nach dem Landfall dürfte Hurrikan Melissa voraussichtlich nach Norden in den Atlantik weiterziehen. Einige Wettermodelle zeigen, dass die Überreste des Sturms innerhalb einer Woche den Nordatlantik erreichen könnten. Damit wäre ein indirekter Einfluss auf das Herbstwetter in Europa möglich – etwa durch eine verstärkte Westwindströmung oder den Transport wärmerer Luftmassen aus subtropischen Regionen.
Wie stark dieser Effekt tatsächlich ausfallen wird, ist noch ungewiss. Meteorologen verfolgen die Entwicklung mit größter Aufmerksamkeit. Fest steht jedoch schon jetzt: Melissa wird als einer der mächtigsten und gefährlichsten Hurrikane der vergangenen Jahrzehnte in Erinnerung bleiben.







