Wahrheit oder Mythos?

Mehr Albträume durch Melatonin? Das sagt die Expertin

Kann die Einnahme von Melatonin Albträume begünstigen? Eine Schlafforscherin klärt auf.

Person liegt im Bett und zieht sich die Decke über den Kopf.
Foto: IMAGO / Zoonar
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Melatonin ist das sogenannte sogenannte „Schlafhormon“, es kann die Einschlafzeit verkürzen und deinem Körper helfen, schneller zur Ruhe zu kommen. Kein Wunder also, dass es mittlerweile als Nahrungsergänzungsmittel total im Trend liegt – ob als Tablette, praktisches Spray oder Gummibärchen.

Was ist Melatonin und hilft es wirklich?

Melatonin sorgt dafür, dass wir müde werden und unser Körper abends ganz automatisch in den wohlverdienten Ruhemodus schaltet. Allerdings handelt sich dabei nicht um ein klassisches, körpereigenes Schlafhormon. Vielmehr fungiert das Hormon aus der Zirbeldrüse als cleverer Taktgeber unserer inneren Uhr. Sobald es dunkel wird, gibt Melatonin das Signal: Zeit zum Runterfahren, Körpertemperatur und Blutdruck sinken, der Organismus stellt sich auf Regeneration ein. Doch damit nicht genug – auch der Zuckerstoffwechsel und andere Hormone werden von Melatonin beeinflusst.

Bei Kindern zwischen vier und sieben Jahren ist die nächtliche Melatonin-Konzentration im Blut am höchsten. Mit zunehmendem Alter produziert unser Körper jedoch immer weniger davon. Kein Wunder also, dass Schlafprobleme im Alter häufiger werden können. Dann greifen viele Menschen zu Melatonin-Präparaten.

Mehr Albträume durch Melatonin? Das sagt die Expertin

Doch was hat es mit dem Mythos auf sich, dass Melatonin Albträume begünstigt? „Präparate mit Melatonin können die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass man in der darauffolgenden Nacht ungewöhnlich oder unangenehme Träume bis hin zu Albträumen bekommt“, erklärt Dr. Christine Blume, Schlafforscherin gegenüber der "Apotheken Umschau".

Zwar vertragen die meisten Menschen das Schlafhormon recht gut, die Expertin mahnt dennoch Melatonin nicht zu unterschätzen - vor allem in Form von frei verkäuflichen Nahrungsergänzungsmittel wie Sprays, Gummibärchen, Tees, Dragees oder Tabletten. „Von einer langfristigen Einnahme solcher Präparate ohne ärztliche Rücksprache rate ich in jedem Fall ab. Die Dosierung unterscheiden sich stark. Und die Langzeiteffekte sind nicht gut untersucht. So harmlos, wie die Darreichungsform Gummibärchen nahelegen mag, ist der Wirkstoff nicht für alle Menschen.“