Meta Glasses: Warum erste Orte die Kamerabrillen jetzt verbieten
Sie sehen aus wie normale Brillen und können aber filmen. In Großbritannien werden die Smart Glasses deshalb bereits aus einigen Lokalen verbannt. Auch in Deutschland wächst die Kritik.
Die sogenannten Smart Glasses von Meta können Fotos und Videos aufnehmen, ohne dass Nutzerinnen ihr Smartphone in die Hand nehmen müssen. Genau das sorgt zunehmend für Diskussionen: Einige Restaurants, Kneipen und Theater in Großbritannien verbieten die Brillen, weil sie befürchten, dass Gäste oder Mitarbeiterinnen heimlich gefilmt werden könnten.
Wer die Brille dort trägt, kann aufgefordert werden, sie abzunehmen.
Eine LED soll vor Fotos und Videos warnen
Meta verweist auf eine kleine LED an der Brille. Sie soll aufleuchten, sobald eine Aufnahme gestartet wird, und kann laut Meta nicht deaktiviert werden. Wird sie abgedeckt oder beschädigt, soll sich die Kamera automatisch ausschalten.
Kritiker*innen reicht das allerdings nicht. Die Kamera ist sehr klein und die LED möglicherweise so unauffällig, dass andere Menschen gar nicht bemerken, dass sie gerade aufgenommen werden.
Laut Guardian gibt es bereits Fälle, in denen Menschen ohne ihr Wissen mit den Smart Glasses gefilmt wurden.
Auch in Deutschland wächst der Widerstand
Auch hierzulande sorgen die Kamerabrillen für Diskussionen. Die Tagesschau berichtet von einem Fall aus Hamburg, bei dem eine junge Frau offenbar unbemerkt mit einer Smart Glasses gefilmt wurde und die Aufnahme später auf TikTok auftauchte. Auch Datenschützer*innen sehen die kleine LED kritisch.
HateAid hat deshalb am 12. August Strafanzeige gegen Meta, Ray-Ban, Oakley und Fielmann, Apollo-Optik, Mister Spex und MediaMarkt gestellt. Die Organisation sieht den Verkauf bestimmter Kamerabrillen als möglichen Verstoß gegen das Datenschutzrecht. Ein generelles Verbot gibt es in Deutschland bislang allerdings nicht.
Auch eine aktuelle Petition fordert ein Verbot der Brillen und bezeichnet sie als„Spanner-Brillen“. Die Initiator*innen kritisieren, dass Menschen nicht zuverlässig erkennen können, ob sie gerade gefilmt werden.
Nicht alle sehen die Brillen kritisch
Trotz der Kritik erfreuen sich die Smart Glasses großer Beliebtheit. Laut Guardian wurden weltweit bereits mehr als sieben Millionen Exemplare verkauft. Nicht alle sehen darin ein Problem: Einige argumentieren, dass Filmen längst zum Alltag gehört und die Technik auch kreativ genutzt werden kann.
Die Debatte zeigt aber: Je unauffälliger Kameras werden, desto schwieriger wird es, die eigene Privatsphäre zu schützen.







