Tragischer Ruhm

Roy Black: Sein unglaubliches Doppelleben

Roy Black (bürgerlich Gerhard Höllerich) starb mit 48 Jahren. Auf der Bühne ließ er die Herzen der Frauen höher schlagen – doch sein Herz schlug nur für sein geheimes Doppelleben.

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Das soll wirklich alles nur eine große Lüge gewesen sein? Wenn Roy Black († 48) früher auf der Bühne stand und mit sehnsüchtigen Augen „Du bist nicht allein, wenn du träumst von der Liebe“ gesungen hat, wirkte es doch so, als sei er in seinem Element. Als würde er sein Herz öffnen und nichts lieber tun, als zu singen. Doch heute, knapp 30 Jahre nach seinem tragischen Tod, enthüllt sein Sohn Torsten Höllerich (44) die ganze Wahrheit. Und die ist einfach unglaublich – und so traurig!

Roy Black: Er war auf der Bühne nie wirklich glücklich

Im exklusiven Gespräch mit NEUE POST sagt er jetzt: „Mein Vater hätte sich oftmals einen bodenständigeren Tagesablauf gewünscht und nicht ständig im Auge der Öffentlichkeit zu stehen. Das Leben als Künstler lässt das alles nicht zu. Es ist ein ständiges Auf und Ab. Es wäre für ihn gesundheitlich besser gewesen, wenn er einen nicht so stressigen Beruf gehabt hätte.“

Ja, Roy Black wollte für sein Publikum da sein und er wollte es glücklich machen. Aber er war auf der Bühne nie wirklich glücklich. Viel lieber wollte er seine Ruhe haben und in der Natur sein. „Der Beruf meines Vaters war zeitweise so stressig, dass es lebenswichtig für ihn war, sich in seine kleinen Oasen der Ruhe zurückzuziehen“, erzählt Torsten Höllerich weiter. In der Natur, am Wasser mit einer Angel in der Hand, da war er nicht mehr Roy Black. Hier war er einfach Gerhard Höllerich. Das war Roy Blacks richtiger Name. Doch sobald er seinen Künstlernamen annahm, einen Anzug aus dem Schrank holte und das Mikrofon in der Hand hielt, musste er zurück in seine Rolle. Als ewig lächelnder Schmusesänger. Wie oft in seinem kurzen Leben er „Ganz in Weiß“ gesungen hat, hat niemand mitgezählt.

„Er wurde oft verächtlich als Schlagerfuzzi bezeichnet – und litt darunter“

NEUE POST fragte bei Roys damaligem Manager Wolfgang Kaminski nach. Haderte der Sänger mit seiner Rolle? „Er wurde oft verächtlich als Schlagerfuzzi bezeichnet – und litt darunter. Aber es war ein selbst gewähltes Schicksal. Niemand hat ihn gezwungen, diese Lieder zu singen“, so sein Manager. „Wenn Roy Kontakte zu jungen Damen hatte und sich da was anbahnte, hat er sich gerne rausgeredet, warum er ,nur‘ Schlager sang. Die Wahrheit war: Damit wurde viel Geld verdient. Jeden Morgen klopfte das Teufelchen an die Tür und bot hohe Gagen an. Wir haben nicht selten am Wochenende fünf oder sieben Jobs gemacht. Und bei jedem Auftritt gab es fünfstellige Beträge.“ Er tat es also vor allem für die Gage.

Ein Schicksal, mit dem Roy Black kaum umgehen konnte. Immer wieder musste er aus diesem Leben ausbrechen, weiß sein Sohn. Dann musste er runter von der Bühne und raus ins Grüne. „Er wollte in der Natur am Lagerfeuer sitzen, darauf ein wenig Essen zubereiten und schätzte die einfachen und natürlichen Begebenheiten des Lebens mehr als all den Firlefanz drumherum.“

Roy Black: Nur in der Natur war er wirklich glücklich

Dann fuhr Roy Black in seine kleine Fischerhütte in der Nähe von Heldenstein (Bayern). Hier war er ganz er selbst. Im Oktober 1991 war dies der Ort, an dem Roy Blacks Leben endete. Todesursache: Herzversagen.

Damals war Torsten gerade einmal 15 Jahre alt. Bis heute vermisst er seinen Vater jeden Tag. „Einen Menschen, der einem so nah gestanden ist, nicht zu vermissen, wäre fast unmöglich.“

Roy Black (†): Sein früher Tod gibt heute noch Rätsel auf

Roys Sohn spielt seinem Sohn heute die Lieder seines Vaters vor

Inzwischen ist Torsten selbst Vater. Er lebt mit seiner zweiten Frau in Kolumbien und gibt Sprachunterrricht. Hier hat er ein neues Glück gefunden, doch die Vergangenheit lässt ihn nicht los. Torsten wünscht sich immer noch so sehr, dass sein Vater bei jetzt ihm sein könnte. Aber sein kleiner Sohn Dominique (1) wird ohne Großvater aufwachsen. „Maria, meine Frau, spielt Dominique ab und zu die Lieder meines Vaters vor. Ich finde das eine sehr schöne Idee. So lernt er wenigstens die Stimme seines Großvaters kennen.“

Wenn Roy Black damals gewusst hätte, dass eines Tages sein kleiner Enkel zu „Schön ist es, auf der Welt zu sein“ hüpft und tanzt, hätte er wohl auch dieses Lied mit voller Inbrunst und ganzem Herzen gesungen.

Foto: IMAGO / teutopress

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