Sohn gibt sich als seine tote Mutter aus – um ihre Rente zu kassieren
Es klingt wie ein Film, ist aber überraschend real. Ein Krankenpfleger aus Italien soll jahrelang die Rente seiner verstorbenen Mutter kassiert haben – verkleidet als 85-Jährige.
Ein unglaublicher Fall aus Italien: Ein arbeitsloser Krankenpfleger soll sich jahrelang als seine verstorbene Mutter ausgegeben haben, um weiter ihre hohe Rente einzustreichen. Die Täuschung flog erst auf, als er im Rathaus in voller Frauenmontur einen neuen Ausweis beantragte.
Für Rentenbetrug: Sohn verkleidet sich als seine Mutter
Über Jahre hinweg soll der 56-jährige Sohn die Identität seiner längst verstorbenen Mutter genutzt haben. Laut „Corriere della Sera“ kam er damit erstaunlich lange durch. Erst als er persönlich im Rathaus der italienischen Gemeinde Borgo Virgilio erschien, flog der Schwindel auf.
Der Mann habe dort in einem langen Rock, mit Lippenstift, Nagellack, Perlenkette und altmodischen Ohrringen versucht, sich als seine 85-jährige Mutter Graziella Dall’Oglio auszugeben. Doch aus der Nähe fielen gleich mehrere Ungereimtheiten auf. Der Hals der vermeintlichen Seniorin wirkte ungewöhnlich kräftig, die Gesichtsfalten unnatürlich, und auch die Hände sahen nicht nach denen einer betagten Frau aus. Die Stimme klang zwar zunächst weiblich, doch rutschte sie immer wieder ins Männliche – ein Detail, das endgültig Zweifel auslöste.
Polizei schreitet ein – und entdeckt grausame Wahrheit
Eine Standesbeamtin, die den neuen Ausweis ausstellen sollte, bemerkte diese Auffälligkeiten als Erste. Sie informierte ihren Vorgesetzten, der wiederum die Polizei verständigte. Die Beamten verglichen das frisch aufgenommene Foto der vermeintlichen 85-Jährigen mit einem zehn Jahre alten Passbild der echten Graziella Dall’Oglio. Obwohl die Ähnlichkeit erstaunlich war, stand schnell fest: Vor ihnen stand nicht die Seniorin.
Unter einem Vorwand bat man die Dame erneut ins Rathaus. Beim Eintreffen wartete dort bereits die Polizei. Als die Ermittler ankündigten, auch die Wohnung durchsuchen zu wollen, reagierte der verkleidete Sohn nur mit einem resignierten „nur zu.“ Die Behörden hatten zu diesem Zeitpunkt bereits einen Verdacht – doch der Fund übertraf jede Befürchtung.
Im Waschraum des Hauses entdeckten die Beamten die Leiche von Graziella Dall’Oglio. Sie war mit einem Laken in einem Schlafsack verstaut und regelrecht mumifiziert. Ob sie eines natürlichen Todes starb oder ob mehr dahintersteckt, soll nun eine Obduktion klären. Was aber bereits klar ist: Graziella verstarb im Jahr 2022. Der Sohn hatte ihren Körper somit schon seit drei Jahren im Haus aufbewahrt.
53.000 Euro Rente pro Jahr: Motiv klar – aber Fragen bleiben offen
Den Ermittlungen zufolge soll der Sohn jährlich rund 53.000 Euro Rente seiner Mutter weiter kassiert haben, obwohl die längst tot war. Zusätzlich soll er Zugriff auf ein Immobilienportfolio mit drei Häusern gehabt haben. Die Täuschung erinnert damit fast an eine groteske Realversion des beliebten Films „Mrs. Doubtfire“ – allerdings mit tragischem Ausgang.
Obwohl viele Details des Falls noch untersucht werden, gilt eines jetzt schon als sicher: Die perfide Maskerade ist beendet. Und sie zeigt einmal mehr, dass es für eine perfekte Verkleidung mehr braucht als Schminke und eine gemusterte Bluse aus den 70ern.







