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Kreativ oder „widerlich“?

Tattoo gegen Vorstellungsgespräch: Warum diese ungewöhnliche Start-up-Aktion für Kritik sorgt

Ein Tattoo gegen ein Vorstellungsgespräch? Was als kreative Idee gedacht war, sorgt für heftige Kritik. Jetzt äußert sich der Mitgründer des Start-ups zu der umstrittenen Aktion.

Ein Mann bekommt ein schwarzweiß Tattoo auf den rechten Unterarm gestochen.Auf Pinterest merken
Würdest du dir ein Tattoo stechen lassen, um ein Vorstellungsgespräch zu bekommen? Foto: iStock/PaulGulea

Ein kostenloses Tattoo im Austausch für ein Vorstellungsgespräch? Was zunächst wie eine kuriose Idee klingt, entwickelte sich für das kalifornische Start-up LemonLime zu einem Aufreger im Netz.

Mitgründer Jordan Zietz hatte auf einer Afterparty angekündigt, allen ein Vorstellungsgespräch anzubieten, die sich dort kostenlos tätowieren lassen. Seine Idee dahinter: Es sollte ein „lustiger, erinnerungswürdiger Weg sein, Leute kennenzulernen“.

Vom kreativen Einfall zum umstrittenen PR-Aufreger

In einem inzwischen gelöschten Beitrag auf dem Karrierenetzwerk LinkedIn hatte Zietz zunächst erklärt, dass alle Personen ein Vorstellungsgespräch bekommen würden, die sich das LemonLime-Logo tätowieren lassen. Die Aktion kam bei vielen Menschen alles andere als gut an. Zietz löschte den Beitrag und veröffentlichte eine Entschuldigung.

„Unabhängig von der eigentlichen Absicht war es unklug, eine Feier personalisierter Kunst für einen PR-Zweck des Unternehmens zu instrumentalisieren. […] Wir übernehmen außerdem die Kosten für die Entfernung bei allen, die ihre Entscheidung später bereuen.“
LemonLime Mitgründer Jordan Zietz
Screenshot des LinkedIn Posts von Jordan Zietz
Jordan Zietz entschuldigt sich auf LinkedIn für die Tattoo-Aktion. Foto: Screenshot/Wunderweib

Der Gründer rudert zurück, aber es bleiben Zweifel

In seinem Entschuldigungspost erklärte er, dass sich die Teilnehmer*innen das Motiv selbst hätten aussuchen dürfen und niemand aufgefordert worden sei, sich das Firmenlogo tätowieren zu lassen. Ein Screenshot des ursprünglichen Posts lässt allerdings Zweifel an dieser Darstellung aufkommen.

Screenshot eines LinkedIn Posts einer Frau, die bei der Afterparty von LemonLime war.
Ein Screenshot von Dimple Amitha Garuadapuri Post zur LemonLine Tattoo-Aktion. Foto: Screenshot/Wunderweib

Doch auch unter seiner Stellungnahme riss die Kritik nicht ab. Eine Kommentatorin bezeichnete die Idee als „widerlich“, viele warfen dem Gründer mangelndes Urteilsvermögen vor. Andere verteidigten ihn und verwiesen darauf, dass Fehler gerade bei jungen Gründer*innen vorkommen können.

Tattoo gegen Vorstellungsgespräch: PR-Coup oder Eigentor?

Fest steht: LemonLime ist durch die Aktion vielen Menschen ein Begriff geworden. Ob der ungewöhnliche PR-Schachzug dem Unternehmen langfristig nutzt oder schadet, wird sich allerdings erst noch zeigen.