StudieTelegonie: Kann dein Baby wie dein Exfreund aussehen?

Gene von Ex-Freund in Baby drin
Sieht dein Baby deinem Ex ähnlich? Kein Grund zur Panik - vermutlich sind es nur seine Gen-Spuren
Foto: iStock

Laut einer Studie kann ein Baby dem Ex der Mutter ähnlich sein - jedenfalls, was die Körpergröße angeht. Grund dafür sind die verbliebenen Gene des Ex in der Gebärmutter.

Stell dir vor, du bekommst ein Kind von deiner großen Liebe - und das Baby sieht aus wie dein Ex, der dir das Herz gebrochen hat! Klingt nach einem tragischen Hollywood-Film? Ist aber die blanke Realität!

Eine Studie der australischen University of New South Wales, die im Fachmagazin "Ecology Letters" erschien, besagt jedenfalls, dass sich ein Baby zumindest der Größe nach (wenn es mal ausgewachsen ist) an deinem Ex orientieren könnte! Kleine Beruhigung: Die Untersuchung wurde nur an australischen Fliegen (der Art Telostylinus angusticollis) durchgeführt, nicht an Menschen.

 

Gen-Mischung in der Gebärmutter

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass ehemalige Sexualpartner des Weibchens genetisches Material (genauer gesagt: sogenannte seminale Proteine des Spermas) in der Gebärmutter zurücklassen. Pflanzt sich das Weibchen später mit einem anderen Männchen fort, vermischt sich das Genmaterial des aktuellen Partners mit dem Reste-Genmaterial des vorherigen. In Fachkreisen wird diese Art der Vererbungslehre Telegonie (griechisch: tele = fern; gonos = Nachkommen) genannt - und ist eigentlich schon längst verworfen.

Das Ergebnis der Studie beeindruckt die Forscher: Die Baby-Fliegen wiesen bei näherer Untersuchung Genmaterial des Ex-Partners der Mutter-Fliege auf. Allerdings beschränkte sich die Vererbung lediglich auf die Größe der Fliegen: Paarte sich eine kleine Fliegen-Mama mit einem kleinen Fliegen-Papa, kopulierte zuvor allerdings mit einem großen Fliegen-Mann, wurde die Baby-Fliege später nicht etwa klein, wie eigentlich zu erwarten, sondern mittelgroß bis groß.

Ob sich dieser Effekt auch auf Menschen übertragen lässt, ist noch unbekannt. "Das Potenzial für Telegonie existiert in jeder Art, die sich mehrfach verpaart", schlussfolgert zumindest Studienleiterin Angela Crean.

 

(ww7)

Kategorien: